Sie sind hier:  Freelancer Ratgeber  »  Artikel

 
03.07.2018

10 Schritte für einen erfolgreichen Start als Freelancer


Selbstständigkeit? Was muss ich tun und auf was muss ich achten?




Aller Anfang ist schwer! Wenn du den Schritt in die Selbstständigkeit wagst, solltest du einige Dinge erledigen. Diese 10 Schritten sollen dir helfen, dich gut für den Start vorbereiten zu können.

1. Auftraggeber suchen
 
  • Das Wichtigste zuerst: der Auftrag! Finde einen Auftraggeber, bei dem du dein erstes Projekt starten möchtest.
  • Während der Auftragssuche ist es notwendig, dass du dich selbst und deine Qualifikationen gut präsentierst und selbstbewusst auftrittst. Nur so kannst du deine potenziellen Kunden davon überzeugen, dass ausgerechnet du der richtige Ansprechpartner für das Projekt bist. 
  • Vor dem ersten Auftrag ist eine Gewerbeanmeldung noch nicht notwendig.


2. Gewerbetreibender oder Freiberufler?
 
  • Wenn du als Freiberufler gemeldet bist, ist eine Gewerbeanmeldung gar nicht notwendig. Also fällt so keine Gewerbesteuer an.
  • Allerdings kann es sein, dass das Finanzamt nach einem Argument suchen wird, um dich in einen gewerblichen Bereich einzustufen, auch wenn du als Freiberufler zählst. Zu der Gruppe der Freiberufler zählen Menschen mit besonderen beruflichen Qualifikationen. Als Freiberufler eingestuft wirst du dann, wenn du deinen Beruf persönlich, leitend, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig ausübst. Dazu zählen zum Beispiel Berufe wie Fotografen, Dolmetscher, Journalisten und ähnliche Berufe. Ob du in diese Gruppe gehörst, entscheidet das Finanzamt individuell. 


3. Melde ein Gewerbe an
 
  • Falls das Finanzamt entscheidet, dass du nicht als Freiberufler eingestuft werden kannst, ist das kein Problem. In diesem Fall musst du ein Gewerbe anmelden. 
  • Für eine Gebühr zwischen 15€ und maximal 60€ (je nach Gemeinde) kann man auf dem Ordnungsamt das entsprechende Formular ausfüllen, aber das war es auch schon.


4. Kleinunternehmergewerbe
 
  • Nachdem du das Formular im Ordnungsamt ausgefüllt hast, kannst du dich zu den Kleinunternehmern zählen. 
  • Für diesen Fall hat das Finanzamt eine Sonderregelung eingeführt, um der Umsatzsteuer zu entgehen.
  • Wenn du die Umsatzsteuer auf den Rechnungen aber ausweisen möchtest hat dies einige Vor- und Nachteile. So kannst du zwar Geräte für dein Büro (zum Beispiel Laptop oder das Geschäftshandy) zum Nettopreis anschaffen, musst aber auf den Rechnungen ausweisen, dass dein Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer enthält. Das weist deinen Kunden darauf hin, dass du im Jahr nicht mehr als 17.500 Euro verdienst. Ob das ein eventueller Marketing-Nachteil ist, muss jeder Freelancer zu Beginn seiner selbstständigen Tätigkeit selbst entscheiden. 
  • Wichtig ist aber, dass du dich schon zu Beginn deiner Selbstständigkeit mit diesem Thema beschäftigst, denn eine Entscheidung für die Umsatzsteuer ist dann für 5 Jahre bindend.


5. Beantworten eines Fragebogens des Finanzamts
 
  • Nach dem etwas schwierigeren, aber wichtigen Thema der Umsatzsteuer, ist der Fragebogen einer der leichteren Schritte.
  • Diesen bekommst du per Post zugeschickt und füllst ihn einfach aus.
  • Achtung: Sei vorsichtig welche Werte du bei den Gewinnschätzungen angibst! Gibst du einen geringeren Wert an, hast du danach noch die Möglichkeit diesen zu korrigieren. Bei einem höheren Wert kann es allerdings auch passieren, dass eine Steuervorauszahlung an das Finanzamt fällig wird.


6. Welche Krankenversicherung kann ich wählen?
 
  • Hier kann man wählen zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung.
  • Entscheidest du dich für die private Krankenversicherung gibt es eine Auswahl aus verschiedenen Tarifmodellen. Hier gilt jedoch in der Regel: je geringer der zu zahlende Beitrag, desto weniger bekommst du erstattet.
  • Oder du versicherst dich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse.

Als freiberuflicher Student hast du 2 Möglichkeiten:
 
  • Bei der gesetzlichen Krankenkasse kannst du die studentische Versicherung zu einem günstigeren Beitrag (ca. 80 € im Monat) in Anspruch zu nehmen. Eine Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden wöchentlich darf dabei aber nicht überschritten werden. Hier sind Ausnahmen möglich, falls du hauptsächlich nachts oder in der vorlesungsfreien Zeit arbeitest. Das musst du individuell mit deiner Krankenkasse absprechen. 
  • Bei der privaten Krankenkasse gibt es keine Einschränkungen bei der studentischen Versicherung. Jedoch musst du hier mit einem höheren Beitrag rechnen.


7. Absolvieren des ersten Auftrags
 
  • Nun geht es an den ersten Auftrag!
  • Hier stellt sich die Frage: Sollte ich meine Gehaltsvorstellungen lieber günstiger gestalten um überhaupt einen Auftrag zu generieren?
  • Wichtig ist: Lass dich nicht ausnutzen!
  • Natürlich bietet es sich an (vor allem bei eher geringen Referenzen) die ersten Aufträge zu einem geringerem Preis anzubieten. Denn diese können später als Aushängeschild für deine Fähigkeiten dienen.
  • Bedenke aber immer, dass es später schwer sein keinen einen Preis, den du einmal gesetzt hast, nach oben zu verändern.


8. Rechnungen erstellen
 
  • Hier geht es noch einmal um die Umsatzsteuer: Wenn du dich nämlich dafür entscheidest sie auszuweisen muss die Rechnung einwandfrei erstellt werden, sodass dein Kunde die Steuer absetzen kann. Was passiert aber, wenn man eine falsche Mehrwersteuer berechnet hat? In dem Beitrag "Falsche Mehrwertsteuer berechnet – was nun?" könnt Ihr es nachlesen.


9. Wann sind Steuern als Freelancer fällig?
 
  • Die Steuern werden zu verschiedenen Zeitpunkten fällig:
  • Die Umsatzsteuer wird monatlich, pro Quartal oder jährlich an das Finanzamt abgeführt.
  • Einkommensteuer und Gewerbesteuer werden erst im nächsten Jahr fällig.

Wir empfehlen das Drei-Konten-Model:
 
  1. Ein Konto für Zahlungseingänge. Welches du auch auf deinen Rechnungen angibst.
  2. Ein Konto für die Umsatzsteuer. Auf dieses Konto überweist du die Umsatzsteuer einer jeden bezahlten Rechnung. Das Finanzamt wird dir diesen Betrag abzüglich deiner gezahlten Vorsteuer abbuchen, sobald du deine Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben hast.
  3. Ein Konto für Rücklagen. Überweise nach jeder Rechnung einen selbst gewählten Betrag auf dieses Konto, um die später anfallende Einkommens- und Gewerbesteuer zu bezahlen und zur Vorsorge für schlechte Zeiten.


10. Altersvorsorge
 
  • Für einen Freelancer sehr wichtig!
  • Zwar sollte sich jeder über seine Altersvorsorge befassen, allerdings bist du als Freelancernicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert.
  • Was natürlich als Vorteil verbucht werden kann ist dass keine monatlichen Abgaben an das Rentensystem abführen musst!
  • Trotzdem ist es sinnvoll sich zu diesem Thema entsprechend beraten zu lassen, um für die Zukunft gut vorsorgen zu können.
 

 






Quelle: http://www.freelancer-blog.de/in-10-schritten-zum-freelancer/
Bild: © Pixelbliss - shutterstock.com
Freelancer Profil kostenlos anlegen. Aktuelle Projekte erhalten!

 Jetzt durchstarten

Weitere Artikel

  • So korrigieren Sie Ihre Rechnungen richtig!

    Selbständige, Freiberufler und Unternehmer sind grundsätzlich dazu verpflichtet, erbrachte Leistungen gegenüber dem Kunden mit einer Rechnung abzurechnen. Ist unser Kunde selbst Unternehmer, benötigt er die Rechnung als Nachweis, um sich die ausgewiesene Umsatzsteuer vom Finanzamt erstatten zu lassen.
  • Was tun, wenn der Kunde nicht zahlt?

    Es gibt wohl kaum einen Freelancer, der es nicht schon einmal erlebt hat: Die Rechnung wird eingereicht, aber einfach nicht bezahlt.
  • Nachträgliche Rechnungsumschreibung – Ist das erlaubt?

    Stellen wir uns einmal folgende Situation vor: Wir als Vertragspartner haben unsere Leistung innerhalb des Rechtsverhältnisses erbracht und möchten nun selbstverständlich, dass der Leistungsempfänger die noch ausstehende Schuld begleicht. Unser Kunde kann die Rechnung jedoch nicht bezahlen. Glücklicherweise hat sich ein befreundeter Unternehmer unseres Kunden dazu bereiterklärt, den Rechnungsbetrag zu bezahlen und möchte eine neue Rechnung auf seinen Namen ausgestellt bekommen. Darf ich als Rechnungssteller einfach eine neue Rechnung auf den Unternehmer als Rechungsempfänger ausstellen? Ist das überhaupt erlaubt? Und welche Folgen kann eine Rechnungsumschreibung haben?

Kommentare

  • Keine Kommentare vorhanden

Artikel kommentieren