Freelancer-Stundensatz kalkulieren | Rechner & Vorlage

Welchen Stundensatz können Freelancer verlangen? 

21. April 2026 / 12 Min /

Die Frage stellt sich vermutlich jeder, der sich selbstständig machen möchte: Wie hoch sollte der eigene Stundensatz sein? Es gilt, einen Preis zu finden, der weder potenzielle Kunden abschreckt noch den eigenen Wert untergräbt. Dieser Beitrag zeigt, wie Freelancer ihren Stundensatz realistisch berechnen und welche Faktoren die Kalkulation beeinflussen, basierend auf aktuellen Daten und praxisnahen Auswertungen.

Das Wichtigste im Überblick

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Was verdient ein Freelancer?

Die wichtigste aller Fragen erst einmal vorweg: Was verdient ein Freelancer eigentlich? Der durchschnittliche Stundensatz eines Freelancers beträgt 103 Euro (Stand 2026). Mit diesen Werten kann ein Tagessatz (auf acht Arbeitsstunden gerechnet) von etwa 824 Euro ermittelt werden. 

Umfragen aus unserem Freelancer-Kompass zeigen, dass Freiberufler aus dem D-A-CH-Raum ein monatliches Einkommen aus Projektarbeit von 6.653 Euro erzielen.

freelancer stundensatz entwicklung 2026
Der Stundensatz 2026 sinkt erstmals seit Start des Freelancer-Kompass 2016.
LandØ-Stundensatz
Deutschland103 €
Österreich101 €
Schweiz133 €
D-A-CH103 €
Quelle: Freelancer-Kompass

Grobe Kalkulation mit Excel (Vorlage)

Um den individuellen Stundensatz noch einfacher zu berechnen, hilft folgende Vorlage: Einfach Werte einfügen und eine grobe Einschätzung über den Stundensatz erhalten.

Vorlage Stundensatz-Rechner

Kostenlose Excel-Vorlage um den Freelancer-Stundensatz zu berechnen

Aber Achtung: In dieser Berechnung fehlen die Rücklagen und die anfallenden Steuern. Es dient nur zur groben Einschätzung des Stundensatzes, bei der viele wichtige Faktoren ausgelassen werden. Für ein genaueres, detailliertes Ergebnis ist der Stundensatz-Rechner zu empfehlen.

Kostenloser Stundensatzrechner

Stundensatzrechner Freelancer

Einflussfaktoren: Bildung, Branche, Alter und Erfahrung

Wer sich über die üblichen Honorare informiert und sich mit anderen Freelancern (also der Konkurrenz) vergleicht, sollte beachten, dass sich weitere Faktoren, wie Alter, Arbeitsort, Bildungsabschluss oder auch Berufserfahrung auf dem von ihnen veranschlagten Preis pro Stunde auswirken.

Einflussfaktoren auf den Stundensatz
9 Einflussfaktoren, die den Verdienst eines Freelancers beeinflussen können.

Beispiel: Tätigkeiten mit strategischer oder steuernder Rolle im Projekt werden in der Regel höher vergütet als operative Aufgaben. So erzielen Freelancer im Bereich Innovation durchschnittlich 106 Euro pro Stunde, während Projektsteuerung bei etwa 105 Euro liegt. Für Wissenstransfer werden rund 104 Euro gezahlt, Beratung liegt bei etwa 101 Euro. In der Umsetzung hingegen beträgt der durchschnittliche Stundensatz etwa 96 Euro.

Rolle im ProjektStundensatz
Innovation | Impulse106 Euro
Projektsteuerung | Koordination105 Euro
Wissenstransfer104 Euro
Beratung101 Euro
Umsetzung96 Euro
Quelle: Freelancer-Kompass 2026
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Durchschnittlicher Stundensatz nach Branche

Bei der Marktanalyse und Kalkulation macht es Sinn, die Stundensätze anderer Freelancer aus den gleichen Bereichen zu kennen.

BrancheDurchschnittlicher Stundensatz
Banken | Finanzen107 €
Versicherung107 €
Beratung105 €
Energie105 €
Behörden | Öffentliche Stellen104 €
Industrie103 €
Maschinenbau103 €
Automotive101 €
Gesundheit | Medizin | Chemie | Pharma104 €
Handel | Konsum99 €
Bildung98 €
Verkehr | Transport | Logistik98 €
Telekommunikation96 €
IT | Software95 €
Quelle: Freelancer-Kompass 2026

Durchschnittlicher Stundensatz nach Fachgebiet

Werfen wir einen Blick auf die durchschnittlichen Stundensätze nach Fachgebiet:

SAPBeratung, ManagementITIngenieurwesenEntwicklungMedien
101 €101 €97 €98 €92 €75 €
Quelle: Freelancer-Verzeichnis (Stand: April 2026, Freelancer in Deutschland)

Wie wird der Stundensatz berechnet?

Um eine gute Verhandlungsposition gegenüber dem Kunden einnehmen zu können, sollten Freelancer strukturiert vorgehen. Die Berechnung muss alle monatlichen Kosten beinhalten – mit Trennung von privaten (z. B. Kleidung, Lebensmittel) Ausgaben und Betriebskosten, wie:

  • Miete für Büroräume
  • Arbeitsmaterialien
  • Reisekosten
  • usw.

Nicht am Gehalt von Angestellten orientieren

Mehr Umsatz?

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Bei der Berechnung eines angemessenen Honorars sollte davon absehen werden, sich an dem ehemaligen Gehalt zu orientieren, denn im Angestelltenverhältnis fallen andere Kosten als in der Selbstständigkeit an. Bei Unsicherheiten können sich Freiberufler bei Berufsverbänden der betreffenden Branche nach regulären Stundensätzen erkundigen.

Hier findest du einen Gehaltsvergleich von Freelancern und Angestellten.

tipp

Im folgenden Beispiel werden als Grundlage der Stundensatz-Kalkulation Durchschnittswerte aus aktuellen Reporten und Studien zuverlässiger Quellen herangezogen.

In diesem Artikel haben wir kostenlose Vorlagen für einen Honorarvertrag.

Schritt 1: Auflistung der Arbeitstage

Wie wird der Stundensatz nun eigentlich berechnet? Im ersten Schritt müssen die jährlichen Arbeitstage aufgelistet werden. Auch wenn Selbstständige anfangs oft das Wochenende durcharbeiten, sollte das keine Normalität werden.

Um die Arbeitstage und folglich einen angemessenen Stundensatz zu berechnen, müssen pauschale Krankheitstage, Tage für Weiterbildung und auch für Urlaub eingeplant werden. Da die Anzahl dieser Tage schwanken kann, gilt hier: Besser zu viele Ausfälle einbeziehen als zu wenige.

tipp

Laut Freelancer-Kompass arbeiten Selbstständige an 173 Tagen im Jahr durchschnittlich an fakturierten Projekten.
pro JahrØ Anzahl Tage
Kalendertage365
Wochenenden–104
Feiertage–13
Urlaubstage–29
Krankheitstage*–15
Arbeitstage gesamt204
*Quelle: IAB-Arbeitszeitrechnung (durchschnittliche AU Tage)

Um einen Überblick über das Jahr und die produktiven Tage zu bekommen, empfiehlt es sich, einen Plan aufzustellen. Hierzu notiert man alle Tage des Jahres und zieht die ab, die vermutlich nicht mit der freiberuflichen Tätigkeit verbracht werden: Feiertage, Wochenenden, Tage für Weiterbildung etc.

Auch Büroarbeiten, wie das Erledigen der Steuererklärung und Buchhaltung, dürfen Freelancer nicht vernachlässigen: Einnahmen und Ausgaben sollten sie stets im Blick haben.

Schritt 2: Weiterbildung einberechnen

Laut unserem Freelancer-Kompass benötigen Freiberufler durchschnittlich zwei Tage pro Monat, um sich weiterzubilden. Hochgerechnet auf ein Jahr, verbringt ein Freelancer im Schnitt 24 Tage mit Fortbildungen. Die Zeit dafür kann je nach Branche stark schwanken.

Während Ingenieure und Berater im Schnitt 1 – 2 Tage pro Monat aufwenden, zeichnet sich in schnelllebigen Bereichen wie den Medien oder der IT-Branche eine Fortbildungszeit von 2 – 3 Tagen pro Monat ab.

pro JahrØ Anzahl Tage
Weiterbildung– 24 Tage
Arbeitstage gesamt180

Schritt 3: Projektakquise beachten

Die Projektakquise ist die größte Herausforderung für Freelancer. Hierfür investieren freie Experten im Schnitt drei Tage pro Monat.

Da in dem Fall mit Pauschalen gerechnet wird, sollten die Ergebnisse als Richtwerte betrachtet werden – Stundensätze müssen individuell erstellt und an Lebenssituationen und Einflussfaktoren angepasst werden.

Pro JahrØ Anzahl Tage
Projektakquise– 36 Tage
Arbeitstage gesamt144

Nach der obigen Berechnung bleiben 144 Tage, also 12 Tage pro Monat, um der tatsächlichen Projektarbeit nachzugehen. Zum Verständnis kalkulieren wir folgend einen Stundensatz mit dem durchschnittlichen Netto-Monatseinkommen eines Freelancers im D-A-CH-Raum.

Beispielrechnung:

Ø Netto-Monatsverdienst6653 €
Arbeitstage pro Monat:12
Tagessatz554 €
Stundensatz bei 8 Stunden pro Tag69 €

Schritt 4: Auslastungsquote einkalkulieren

Um keine finanziellen Engpässe in Kauf nehmen zu müssen, ist es ratsam, eine Auslastungsquote in die Berechnung einzubeziehen.

Die Ergebnisse des Freelancer-Kompass zeigen, dass freiberuflich Tätige ca. 17 % der verfügbaren Zeit nicht mit Projekten beschäftigt sind. Diese Prozentzahl muss pauschal dazugerechnet werden, um einen finanziellen Ausgleich zu schaffen.

Stundensatz bei 8 Stunden pro Tag69 €
Auslastungsquote+ 17 %
Netto-Stundensatz80,73 €

Es empfiehlt sich, den Stundensatzkalkulator zu nutzen – dieser rechnet die Auslastungsquote automatisch mit ein.

Versicherungskosten

Freelancer, die neu im Geschäft sind, stecken oft noch im Angestellten-Denken fest. Was im festen Arbeitsverhältnis der Arbeitgeber anteilig übernommen hat, muss der freie Mitarbeiter nun selbst tragen.

Die Sozialversicherung zum Beispiel besteht aus 5 Säulen. Die Beitragshöhe in der gesetzlichen Versicherung richtet sich bei Selbstständigen prozentual nach den Einkünften:

Prozentsatz
KV inkl. Krankengeld14,6 %
KV ermäßigt14 %
Zusatzbeitrag der KV2,5 bis 4,4 %
Pflegeversicherung3,6 %
Pflegeversicherung für Kinderlose4,2* %
Arbeitslosenversicherung2,6 %
Rentenversicherung18,6 %
Unfallversicherungfrei wählbar
*Quelle: Bundesministerium für Gesundheit (Beitrag für kinderlose Selbstständige über 23 Jahre)

Lediglich Kranken- & Pflegeversicherung sind für Selbstständige in Deutschland bisher verpflichtend. In alle anderen Versicherungen kann freiwillig eingezahlt werden. Freelancer haben daher zwei Möglichkeiten:

Sie können sich entweder freiwillig gesetzlich versichern lassen oder nehmen die private Krankenversicherung in Anspruch. Welches Modell für sie passt, können sie unter anderem mit Hilfe von Online-Tools herausfinden.

Weitere Tipps zum Thema sind in unserem Q & A zu finden: Krankenversicherung für Freelancer

tipp

Mitglieder der Künstlersozialkasse (KSK) haben einen Vorteil: Die gesetzliche Sozialversicherungseinrichtung trägt 50 % der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung und den halben durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz. Künstler oder Publizisten sind ebenfalls über die KSK rentenversichert (Pflicht).

Steuern

Freelancer müssen selbstverständlich auch Steuern abführen. Die Berechnung aus selbstständiger Arbeit ist zwar etwas anders, eines ist jedoch gleich: Je mehr jemand aus freier Arbeit verdient, desto mehr Steuern muss er entrichten.

Der Steuerbetrag hängt, sowohl bei der Einkommenssteuer als auch bei der Umsatzsteuer, von den Einnahmen ab und ist sehr individuell. Es empfiehlt sich daher, die monatliche Steuerlast abzuschätzen und genügend Geld zur Seite zu legen, um am Ende des Jahres ausreichend Rücklagen für eventuelle Steuerrückzahlungen auf der Seite liegen zu haben.

Doch auch hier gelten Sonderregelungen und Verdienstgrenzen: In unserem Beitrag zum Thema  Steuern zahlen: Das sollten Freelancer wissen  sind weitere Informationen dazu zu finden.

Das Bundesministerium der Finanzen stellt Selbstständigen einen kostenlosen Steuerrechner zur Verfügung. Hier können Freelancer einfach ihr zu versteuerndes Einkommen angeben und sich die Einkommenssteuer berechnen lassen.

Alternative: Preis pro Projekt festlegen

Freischaffende können ihren Stundensatz auch für jedes Projekt neu berechnen, denn nicht jeder Auftrag setzt die gleichen Anforderungen vorraus. Einige Faktoren, die den Preis von Projekten beeinflussen können:

  • der Umfang
  • die zeitliche Eingrenzung (muss schnell fertig sein oder nimmt einen langen Zeitraum ein)
  • Projekt erfordert sehr viel Expertise
  • Kunde fordert Reisebereitschaft
  • besondere (Sprach-)Kenntnisse sind gefragt
  • Projekt muss vor Ort beim Kunden durchgeführt werden

Alle Faktoren und Möglichkeiten sollten bei jeder neuen Verhandlung und Kalkulation berücksichtigt werden. Spätestens zu Beginn eines jeden (Geschäfts-)Jahres sollte der Stundensatz neu berechnet werden. 

Auch für freie Experten, die zu Beginn der Karriere noch nicht einschätzen können, wie lange sie für die Arbeit brauchen, bietet sich die Abrechnung über Pakete an.

Anschließend müssen Freelancer ein Angebot schreiben, bei dem wichtige Details enthalten sind – wie etwa der detaillierte Stundensatz und rechtliche Absicherungen.

Der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn

Als Selbstständiger muss bekannt sein, was der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn ist. Deshalb noch einmal kurz erklärt: Der Umsatz beinhaltet alle Einnahmen, die durch Dienstleistungen oder Produkte, innerhalb eines gewissen Zeitraums (zum Beispiel eines Geschäftsjahres), erzielt wurden.

Bei der Berechnung des Gewinns werden nicht nur die gesamten Einnahmen herangezogen, sondern auch alle geschäftlichen Ausgaben:

Gewinn = Umsatz minus (alle geschäftlichen) Kosten

Damit nicht nur alle laufenden Kosten gedeckt sind, sondern auch Geld verdient werden kann, sollte der Gewinn bei der Berechnung des Stundensatzes unbedingt mit einbezogen werden. Nur so können Freelancer Rücklagen bilden und ein krisenfestes Business aufbauen, das nachhaltig Bestand hat.

Fazit

Insbesondere zu Beginn der Selbstständigkeit, müssen Freiberufler darauf achten, dass am Ende des Monats nicht nur Kosten gedeckt, sondern auch Gewinne erzielt werden.

Zudem müssen Rücklagen fürs Alter gebildet und Steuern abgeführt werden – beides Punkte, die nicht unterschätzt werden sollten. Gleichzeitig müssen vor allem Neustarter Mut zur neuen Aufgabe haben, ihren Wert kennen und lernen zu argumentieren sowie zu verhandeln. All das umfasst eine wunderbare Voraussetzung erfolgreich zu starten.

FAQ

Das ist pauschal nicht ganz einfach zu beantworten. Beim Stundensatz kannst du alle Fixkosten sehr genau einberechnen und deinen benötigten Bedarf berechnen. Das gibt Sicherheit. Andererseits kann es für den Kunden sicherer sein, nach Honorar zu zahlen.

Dadurch weiß er genau, was sein Projekt ihn kosten wird. Sind die Anforderungen noch schwammig und könnte sich der Aufwand während des Projektes ändern, ist eine Berechnung nach Stundensatz sinnvoll.

Beide Berechnungen können ihre Vorteile haben. Während der Stundensatz vorteilhaft für Flexibilität, Fairness und punktuelle Einsätze ist, du also erwartbar nur kurz an einem Projekt arbeiten wirst, ist der Tagessatz besser geeignet bei ganztägiger und kontinuierlicher Zusammenarbeit.

Gehe unbedingt informiert in die Verhandlung: Was ist der branchenübliche Stundensatz? Hast du gute Referenzen, viel Berufserfahrung, vielleicht einen hohen Bildungsabschluss? All das fließt in die Argumentation mit ein. Auch besonderes Nischenwissen kann für die Verhandlung vorteilhaft sein.

Und: Rede deinen Wert nicht klein, sondern trete selbstbewusst auf. Schließlich trägst du auch das Risiko deiner Selbstständigkeit.

Der durchschnittliche Stundensatz eines Freelancers beträgt laut Freelancer-Kompass in Deutschland 2025 ca. 103 Euro. Im D-A-CH Raum sind es sogar insgesamt 104 Euro. Der Wert steigt bisher jedes Jahr.

Laut Freelancer-Kompass liegt der durchschnittliche Stundensatzes eines Freelancers aus der IT-Branche bei 95 Euro.

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