Freelancer-Tipps für die richtige Work-Life-Balance

17.04.2018

Die richtige Work-Life-Balance zu finden, wird immer schwieriger. Das Diensthandy klingelt am Wochenende oder nach Feierabend, die E-Mails müssen auch von zu Hause aus gecheckt werden und um das gute Betriebsklima zu erhalten, werden gemeinsame Aktivitäten mit den Kollegen in der Freizeit zur Selbstverständlichkeit. Als Freelancer hat man es sogar noch schwerer. Das Home Office macht den Wohn- zum Arbeitsort, Verpflichtungen und Aufgaben gibt es eigentlich immer. Die Arbeit bestimmt oft genug das Leben — dabei sollte es doch umgekehrt sein.




Mit 34,17% gab über ein Drittel unserer Freelancer an, dass die Trennung von Beruf und Privatem zu den größten Herausforderungen für sie gehört. Gerade wenn man am Anfang steht und noch nicht lange sein eigener Chef ist, hat man das Gefühl rund um die Uhr arbeiten zu müssen um seinen Lebensunterhalt verdienen zu können und keine Kunden zu verprellen. Auf Dauer ist dieser Stress definitiv gesundheitsgefährdend und sorgt dafür, dass der einst so geliebte Job zum Albtraum wird. Doch es gibt einiges, das man tun kann um sich sein Privatleben zurück zu erobern.


Schaffen Sie sich ein Diensthandy an

Immer und überall erreichbar zu sein, ist einer der größten Stressfaktoren der modernen Zeit. Gerade als Freelancer kennt man die Kunden, die vor einem Anruf nicht auf die Uhr sehen, sondern davon ausgehen, dass man als Dienstleister rund um die Uhr angerufen werden kann. Das ist vor allem eines: Unverschämt. Der erste Schritt zu mehr ungestörter Freizeit ist ein Diensthandy mit einer Geschäftsnummer, die Kunden bekommen. Der zweite Schritt ist die Festlegung Ihrer Geschäftszeiten, in denen Sie auf Ihrem neuen Handy erreichbar sind. Diese kommunizieren Sie auf Ihrer Webseite und am besten auch auf Ihrer Visitenkarte. Der dritte Schritt ist das Abschalten des Handys, wenn die Geschäftszeiten vorbei sind. Für alle, die außerhalb der Geschäftszeiten anrufen, gibt es eine nette Mailboxnachricht, die dazu auffordert die Nummer zu hinterlassen, damit Sie zurückrufen können. 


Richten Sie ein Büro ein

Mit dem Laptop am Küchentisch oder auf dem Sofa sitzen und Kaffee schlürfen — das ist eine Vorstellung, die nicht wenige Menschen vom „Home Office“ haben. Doch wer überwiegend von zu Hause arbeitet, sollte sich ein echtes Büro einrichten. Denn wer seine Arbeit mit durch die eigenen vier Wände schleppt, verbindet früher oder später jeden Winkel des Zuhauses mit seinem Job. Tun Sie sich das nicht an, sondern sorgen Sie für klare Verhältnisse. Ein Büro fühlt sich wieder nach einem richtigen Arbeitsort an, beherbergt all Ihre Arbeitsmaterialien und -unterlagen. Außerdem ist es ein gutes Gegenmittel gegen Prokrastination, weil es sich wirklich anfühlt, als würde man zur Arbeit gehen. Das Schönste: Nach Feierabend die Tür schließen und „nach Hause“ in den Rest der Wohnung kommen.


Legen Sie Arbeitszeiten fest

Samstagmorgen. Sie liegen mit Ihrem Partner im Bett, beide haben sich auf den gemeinsamen freien Tag gefreut. Es ist zwar gerade gemütlich, doch Sie könnten ja noch schnell die Rechnung fert… STOP! Sie haben frei. Lassen Sie die Bürotür zu, wenn es nicht gerade ein wirklich dringender Notfall ist. Wer jede Pause für noch so kleine Arbeiten nutzt, hat irgendwann das Gefühl, nur noch zu arbeiten und kann nicht mehr still sitzen. Überlegen Sie, welche Aufgaben Sie regelmäßig erledigen müssen und legen Sie einen Wochenplan mit Zeiten für bestimmte Aufgaben, aber auch Pausen fest. Die Pausen sind übrigens nicht dazu da, berufliche Telefonate zu führen. Halten Sie sich an den Plan und finden Sie Ihre persönliche Routine, um im Privatleben nicht an den Job denken zu müssen.

Mit einigen wenigen Mitteln kann man also sehr erfolgreich an den Stellschrauben der eigenen Work-Life-Balance drehen. Sie werden sehen: Je weniger Sie im Privatleben an Ihren Job denken, desto mehr Spaß macht Ihnen die Arbeit wieder. Und das ist die beste Voraussetzung, um ein erfolgreicher Freelancer zu sein.

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Bild: © Manczurov - shutterstock.com
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Kommentare

  • Kommentar von Name am 20.04.2018 um 13:47 Uhr

    Das sind ja bahnbrechende und noch nie da gewesen Tipps! Wann wurde dieser Artikel geschrieben? 1980, 1990, .. ? Wer schon zwei Dinge nicht von einander trennen kann (beruflich und privat), dem würde ich auch kein Projekt zumuten, wo ich bekanntlich unzählige Dinge auseinander halten und einordnen muss. Wer das privat nicht hin bekommt, sollte sich dann doch lieber wieder fest anstellen lassen. Zwei Handies: Oh weia! Wer nicht in der Lage ist, ein Smartphone zu bedienen, sollte dann doch wieder auf Wählscheibentelefon umsteigen. Kann man alles einstellen, wer wann anrufen kann und darf. Nennt mann heute im 21. Jahrhundert "Profile". Konnten schon die alten Nokia-Knochen. Oder einfach mal nicht dran gehen, wenn jemand unerwünscht anruft.

    Liebe Leute: Ihr seid Unternehmer (abgesehen von den Klickworkern). Wenn es Umsatz, Reputation oder ganz einfach Hilfe erfordert, muss ich auch mal am Samstag "dienstlich" ans Telefon. Wer als "Freier" immer noch im Arbeitszeitenmodell denkt (am besten noch mit Stechuhr und Pausentröte) und ein Wohnungsbegehungsplan benötigt um festzustellen, ob man jetzt im Arbeitsmodus oder Freizeitmodus ist ... Lasst es sein, lasst Euch besser wieder fest anstellen.

  • Kommentar von Benni L. am 20.04.2018 um 15:24 Uhr

    Als langjähriger Festangestellter bestätigt mich der Artikel, dass ich wirklich mal loslassen muss.

  • Kommentar von Thorben K. am 21.04.2018 um 22:09 Uhr

    Oh je. Für mich als Unternehmer ist der größte Bullshit dieser nicht tot zu bekommende Work-Life-Balance Hype. Wenn man sich zum Unternehmertum entscheidet, dann entscheidet man sich doch bewußt für ein Leben, was eine hohe Dynamik aufweisen kann(!). Leute, die um 17 Uhr den Stift hinwerfen, weil jetzt Feierabend ist, oder solche, die ihn so lange halten, obwohl sie eine kreative (Denk-)Pause besser gebrauchen könnten sind doch nicht zum Unternehmer geboren. Natürlich ist Abgrenzung nötig. Aber das sollte einem auch im Blute liegen! Wer nicht klar nein oder ja sagen kann, sollte sich lieber anstellen lassen, da sind dann immer andere Schuld an der eigenen Misere. Vielmehr sollte man sich einmal die Frage stellen, wie sehr man selbst auf eigene Ziele bedacht ist und diese ggf. mittels Kunden vorantreibt. Wenn man nur Abarbeitet, was einem ein "Kunde" aufbürstet, kann man sich gleich anstellen lassen.
    Hier kommt dann auch gleich die Keule in Richtung Großunternehmen, die ja oft mit Buzzwords wie "Agil", "dynamische Teams", "Flexibilität" um sich werfen, wenn sie wieder Hilfe von aussen brauchen: was in Deutschland fehlt ist Vertrauen gegenüber kleinen Unternehmungen und Einzelunternehmern. Ja, dann brauch man die Arbeitshure, die sich dann auch schützen muß, damit sie nicht verbrannt wird. Hierzulande kann man ja schon froh sein, wenn man im Engineering 1 Tag die Woche "remote" zugestanden bekommt. Arbeitsplatz 4.0 oder doch lieber die gewohnten Schemen von 1910, um die Angst zu stillen, der aktive Kleinunternehmer könnte ja einen genau so miesen Habitus haben, wie man selbst als Angestellter?
    Fazit: Trennung von Leben und Arbeit geht nicht als Unternehmer. Trennung von Ich und Kunde ist ein anderer Schuh. Wer nicht dem Ich vertraut: Anstellen lassen und andere über das Leben bestimmen lassen. Ganz einfach.

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