Doppelte Haushaltsführung & Zweitwohnsitz – das sollten Freelancer wissen

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Wenn sich das tägliche Pendeln als Freelancer nicht lohnt, dann sollten Sie einen Zweitwohnsitz in Erwägung ziehen. Freelancer mit Zweitwohnsitz finden im Anschluss wertvolle Tipps für die doppelte Haushaltsführung.

Kennen Sie das Problem? Sie sind Freelancer, müssen aber täglich viele Kilometer zurücklegen, um sich mit Kunden und Kollegen in einer weit entfernten Stadt für Meetings zu treffen? Dann sollten Sie überlegen, ob ein Zweitwohnsitz sinnvoll ist.

Zweitwohnsitz in der Alltagspraxis

Freelancer finden ihren Arbeitsplatz selten vor der Haustür. Einige von ihnen arbeiten von zu Hause, andere müssen sich regelmäßig mit Kunden treffen. Das Pendeln zwischen dem Heimatort und der Arbeitsstelle ist aus wirtschaftlicher Sicht nötig, jedoch mit einem großen Zeitaufwand verbunden. Die Lösung: eine zweite Wohnung einrichten.

Freelancer mit Zweitwohnsitz können sich glücklich schätzen, denn der Fiskus erkennt die damit verbundenen Kosten, wenn sie beruflich begründet sind, auch an. Man spricht von der doppelten Haushaltsführung.

Doch die zweite Wohnung hat für Freelancer auch einen großen Nachteil: Wenn sie werktags dort wohnen, sehen sie ihre Familie vielleicht nur am Wochenende.

Doppelte Haushaltsführung: Steuerliche Aspekte berücksichtigen

Damit der Fiskus die doppelte Haushaltsführung anerkennt, müssen Freelancer drei Voraussetzungen erfüllen:

1. Der doppelte Haushalt muss berufliche Gründe haben: Dieses Kriterium erfüllen Sie auch, wenn Sie Ihren Erstwohnsitz vom Beschäftigungsort wegverlegen und eine Zweitwohnung einrichten (vorübergehende Wohnsitze sind ausgeschlossen).

2. Der Freelancer muss einen eigenen Ersthausstand besitzen: Wenn Sie lediglich in einen fremden Haushalt eingegliedert sind, beispielsweise bei Ihren Eltern, erfüllen Sie dieses Kriterium nicht.

3. Der Freelancer muss am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnen: Damit das Finanzamt die zweite Wohnung anerkennt, muss es eine Unterkunft sein – es kann sich durchaus um ein Hotelzimmer oder eine Wohngemeinschaft handeln.

Haben Sie die drei Kriterien erfüllt, dann können Sie folgende Werbungskosten absetzen:

– Umzugskosten
– Fahrtkosten
– Familienheimfahrten
– Verpflegungsmehraufwendungen
– Kosten für Zweitwohnung

Tipp: Auch doppelte Mietzahlungen können Sie unter Umständen steuerlich geltend machen, bis Sie in die neue Wohnung ziehen.

Wann sich die zweite Wohnung lohnt

Aufgrund der Voraussetzungen und Komplikationen mit ihrer Familie müssen Freiberufler genau überlegen, ob es sich lohnt, eine zweite Wohnung zu nutzen. Freelancer mit Zweitwohnsitz können sich folgende Fragen stellen:

– Wie viele Stunden verbringe ich täglich mit dem Pendeln und was kostet es mich?
– Werde ich auch in Zukunft häufig pendeln müssen?
– Ist es nicht sinnvoller, den Erstwohnsitz zu verlegen?

Gerade der letzte Punkt ist von Bedeutung. Freelancer mit Familie dürfen nicht vergessen, dass ein Zweitwohnsitz die Zeit verringern könnte, die sie mit dem Partner und den Kindern verbringen. In solchen Situationen ist zu prüfen, wie hoch die Ausgaben sind, wenn die Familie zur Tätigkeitsstätte zieht.

Die zweite Wohnung macht Freelancer flexibler

Mit einer zweiten Wohnung finden Freelancer eine echte Alternative zum Pendeln. Vorausgesetzt: Sie erfüllen die drei genannten Kriterien und ihr Privatleben leidet nicht unter ihrer Abwesenheit. Dann ist es sinnvoller, mit der gesamten Familie zur Tätigkeitsstätte zu ziehen.

Bild: © vinnstock – shutterstock.com

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