Freelancer mit betrieblicher Altersvorsorge – geht das?

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Als Freelancer zu arbeiten bringt viel Freiheit mit sich. Läuft das Geschäft stabil, ist das Modell eine gute Perspektive für die Zukunft, die Unterhaltssicherung mit Selbstverwirklichung verbinden kann. Eine oftmals offene Frage ist jedoch die Altersvorsorge.

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Haben Arbeitnehmer gleich drei mögliche Wege zur Verfügung, müssen Freiberufler ihre Basisrente privat ergänzen. Was viele nicht wissen: Auch für Freelancer gibt es die Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge. In Ausnahmefällen. Was genau eine betriebliche Altersvorsorge umfasst, können Freelancer unter anderem bei der Deutschen Bank nachlesen.

Oftmals verwehrt, aber nicht immer

Als Freelancer genießt man größere Freiheit als ein Arbeitnehmer. Für viele ist das ein Grund, sich in dieser Form selbstständig zu machen. Als Selbstständiger lauert aber auch die Gefahr einer Unterversorgung im Alter. Verschiedene Vorsorgepläne sollten daher schon früh gemacht werden. Während die betriebliche Altersvorsorge oft mangels Lohnabhängigkeit nicht in Frage kommt, gibt es durchaus Ausnahmefälle.

Wenn ein Freelancer nachweislich regelmäßige, langfristige und substanzielle Leistungen für ein Unternehmen erbringt, ist die betriebliche Altersvorsorge möglich. Das kann in Berufsfeldern wie dem Journalismus oder der Architektur durchaus gegeben sein. Stehen Auftraggeber und -nehmer in einem solchen sogenannten Mandatsverhältnis wird die Vorsorge außerdem unter den vollen Schutz des Betriebsrentengesetzes genommen. Damit dieses Mandatsverhältnis gilt, muss es vertraglich festgehalten werden, so dass der stetige Beitragsfluss auch auf dem Papier versichert wird. Schwierig sind Fälle, in denen das monatliche Einkommen fast ausschließlich auf diese Weise erwirtschaftet wird. Dann wird nicht mehr von einem Mandatsverhältnis gesprochen, sondern von einer Scheinselbstständigkeit.

Wann es sich lohnt – und wann nicht

Besteht ein Mandatsverhältnis und wird eine betriebliche Altersvorsorge angeboten, kann sich der Freelancer entscheiden. Ganz frei ist seine oder ihre Entscheidung aber nicht: Die drei versicherungsförmigen Vorsorgewege (Direktversicherung, Pensionsfond, Pensionskasse) erfordern ein sogenanntes erstes Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dieses ist für Freelancer aber nicht gegeben, weshalb sie nicht in den Genuss von den mit betrieblicher Altersvorsorge assoziierten Steuervergünstigungen kommen können.

Möglich ist aber der Weg über eine Unterstützungskasse. Der Auftraggeber führt für den Freelancer Beiträge an diese ab und diese Beiträge werden erst beim Eintritt in das Rentenalter nachträglich versteuert. So entsteht eine Situation, die ähnlich derjenigen von Arbeitnehmern ist. Allerdings lauern dann auch ähnliche Tücken: Bei einer betrieblichen Altersvorsorge kann es im Allgemeinen sein, dass die anfänglichen Steuervorteile durch Beitragszahlung vom Bruttolohn auch die gesetzlichen Rentenauszahlungen zu sehr mindern. Zwar kommen diese für Freelancer nicht in Frage, aber ein verringerter Bruttolohn kann auch eine verringerte private Vorsorge bedeuten. Ob die geringere Steuerlast dies ausgleichen kann, muss individuell geprüft werden.

Fazit: Von Fall zu Fall zu entscheiden

Während die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitnehmer in vielen Fällen eine solide Säule der Rentensicherung darstellt, müssen Freelancer aufpassen. Stehen sie in einem Mandatsverhältnis zum Auftraggeber, ist eine betriebliche Altersvorsorge zwar möglich, aber nicht immer ratsam. Stärker als bei Arbeitnehmern ist die Gefahr eines Minus im Rentenalter für Freiberufler größer. Nicht immer reichen die Steuervergünstigungen als Ausgleich für die geringere private Vorsorge. Eine ausgewogene, individuell angepasste Mischung aus Vorsorgewegen ist besser, als ein Schwerpunkt auf einer Vorsorgeform. Ob die betriebliche Altersvorsorge ein Teil dieser Mischung sein sollte, ist im am besten im Beratungsgespräch zu klären. Weitere Informationen zu der betrieblichen Altersvorsorge finden Freelancer auch auf https://www.deutsche-bank.de/fk/

Bild: © SP-PIC – Fotolia.com

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