Stundensatz als Unternehmensberater & Consultant
Von der Strategie bis hin zum Interim Management: Selbstständige Berater und Consultants lösen komplexe Probleme auf Zeit. Und stellen sich früher oder später die Frage, was ihre Arbeit pro Stunde wert ist. Dieser Artikel zeigt, welchen Stundensatz selbstständige Berater im DACH-Raum verlangen, wie daraus ein Tagessatz wird und welche Faktoren den Satz beeinflussen.
Das Wichtigste im Überblick
- Selbstständige Berater und Consultants erzielen laut Freelancer-Kompass 2026 im DACH-Raum einen Median-Stundensatz von rund 120 € netto.
- Umgerechnet in einen Tagessatz sind das bei acht Stunden rund 960 € pro Projekttag.
- Angestellte Unternehmensberater verdienen im Median rund 66.500 bis 83.500 € brutto im Jahr.
- Und damit auf die Stunde gerechnet deutlich weniger als Freelancer, dafür mit mehr Planungssicherheit.
- Was nicht bedeutet, dass selbstständige Berater & Consultants für Auftraggeber teurer sind. Wieso, erklären wir unten.
Was verdienen Unternehmensberater & Consultants?
Wie hoch das Einkommen ausfällt, hängt vor allem davon ab, ob ein Unternehmensberater fest angestellt oder selbstständig ist. Dazu kommen Spezialisierung, Projekterfahrung und die Branche: Sie spielen eine tragende Rolle beim Einkommen. Betrachten wir beide Wege getrennt.
Lese-Tipp: Was genau macht ein Unternehmensberater – und welchen Ausbildungsweg gehen sie? Alle wichtigen Infos im Überblick gibt es hier.

So viel verdienen festangestellte Berater
Festangestellte Unternehmensberater verdienen je nach Quelle im Median zwischen rund 66.500 € (Quelle: StepStone) und 83.500 € brutto im Jahr (Quelle: Gehalt.de); der Einstieg liegt meist bei 52.000 und 57.000 €, erfahrene Berater erreichen 90.000 € und mehr.
Umgerechnet auf eine 40-Stunden-Woche ergibt das einen theoretischen Bruttostundenlohn von rund 34 €.
So viel verdienen selbstständige Berater
Nach dem Freelancer-Kompass 2026 liegt der Median-Stundensatz selbstständiger Berater und Consultants im DACH-Raum bei 120 € netto (ohne Umsatzsteuer).
Die Hälfte der Befragten bewegt sich zwischen 100 € und 135 € pro Stunde. Damit liegt der freiberufliche Stundensatz rund um das Dreifache des theoretischen Angestellten-Stundenlohns.
Aber: Dieser Stundensatz muss das unternehmerische Risiko, sämtliche Abgaben und unbezahlte Zeiten zwischen Projekten kompensieren. Für Auftraggeber bedeutet das: Sie zahlen nicht unbedingt mehr für Freelancer. Denn: Neben diversen Abzügen, Krankenversicherung und Steuern, entfallen auch Kosten durch Onboarding, Urlaub oder Krankheitstage.
Stundensatz nach Alter
Mit zunehmendem Alter steigt in der Regel die Projekterfahrung, und damit der Stundensatz. Die Kompass-Daten bestätigen diesen Zusammenhang bis etwa Mitte 50.
| Altersspanne | Median-Stundensatz |
| 31–40 Jahre | 110 € |
| 41–50 Jahre | 115 € |
| 51-60 Jahre | 120 € |
| 60+ Jahre | 120 € |
Stundensatz nach Bundesland
Auch der Standort wirkt sich aus auf das Freelancer-Einkommen. Ausgewiesen sind nur Bundesländer mit ausreichender Fallzahl.
| Bundesland | Median-Stundensatz |
| Berlin | 128 € |
| Nordrhein-Westfalen | 125 € |
| Niedersachsen | 120 € |
| Hessen | 120 € |
| Rheinland-Pfalz | 120 € |
| Bayern | 118 € |
| Baden-Württemberg | 116 € |
| Hamburg | 108 € |
Stundensatz oder Tagessatz? So rechnen Berater ab
Anders als viele andere Freelancer rechnen Berater häufig nicht pro Stunde, sondern pro Tag oder im Mischmodell ab. Interessant hierbei: Wer im Tages- oder Mischmodell abrechnet, erzielt einen höheren Stundensatz als reine Stundensatz-Abrechner.
| Abrechnungsmodell | Median-Stundensatz |
| Tagessätze | 122 € |
| Mischmodelle (Stunde/Projekt/Bonus) | 120 € |
| Reine Stundensätze | 110 € |
tipp
KI in der Beratung
Künstliche Intelligenz ist im Beratungsalltag angekommen: 85 % der befragten Berater und Consultants setzen KI-Werkzeuge ein. Zum Beispiel für Recherche, Analyse, Aufbereitung und Dokumentation.
Auf den Median-Stundensatz wirkt sich das bislang allerdings nicht aus: Berater mit und ohne KI-Einsatz liegen gleichauf bei 120 €. KI ist damit derzeit eher ein Effizienz- als ein Preishebel.
Ausblick: Wie entwickeln sich die Sätze?
Blicken wir nach vorne, ergibt sich ein stabiles Bild: Knapp zwei Drittel der Berater (63 %) wollen ihren Stundensatz konstant halten, ein Viertel (25 %) plant eine Erhöhung, 12 % rechnen mit einer Senkung. Wer den Satz senken will, liegt schon heute unter dem Median. Man kann also damit rechnen, dass der Preisdruck vor allem im unteren Segment ankommt.
Stundensatz nach Geschlecht
Beim Median gibt es zwischen Beraterinnen und Beratern keinen Unterschied: Beide Gruppen liegen bei 120 € pro Stunde. Erst im Mittelwert zeigt sich ein Abstand (Männer rund 128 €, Frauen rund 116 €), der vor allem von einzelnen sehr hohen Sätzen im oberen Bereich getrieben wird. Von einem klassischen „Gender Pay Gap“ beim typischen Stundensatz lässt sich hier also nicht sprechen.
Zufriedenheit: Reicht der hohe Satz?
Trotz solider Stundensätze sind nicht alle in der Beratung zufrieden: 61 % der Berater geben an, mit ihrem Einkommen zufrieden zu sein, 39 % sind es nicht. Bemerkenswert ist, dass zufriedene und unzufriedene Berater beim Median-Stundensatz gleichauf liegen.
Die Zufriedenheit hängt also weniger am Satz selbst als an Faktoren wie Auslastung, Abgabenlast, Weiterbildungs- und Vorsorgekosten sowie unbezahlten Zeiten zwischen Projekten. Genau diese müssen im kommunizierten Stundensatz eingepreist sein, damit die Selbstständigkeit langfristig trägt.