Dolmetscher Beruf: Aufgaben, Ausbildung & Gehalt

Was macht ein Dolmetscher?

5. Februar 2026 / 5 Min /

Ein Dolmetscher spricht mindestens zwei Sprachen fließend. Er nutzt diese Sprachkompetenz, um zwischen Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen zu vermitteln. Dolmetscher sind unter anderem bei politischen Verhandlungen, Pressegesprächen, im Sport, bei Ausstellungen oder internationalen Konferenzen im Einsatz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dolmetscher übertragen gesprochene Inhalte meist simultan oder konsekutiv zwischen verschiedenen Sprachen.
  • Der Beruf ist in Deutschland nicht geschützt; häufig wird jedoch ein Studium oder staatlicher Abschluss erwartet.
  • Die schulische Ausbildung dauert meist zwei bis drei Jahre, alternativ ist ein Studium möglich.
  • Das Durchschnittsgehalt liegt aktuell bei rund 38.700 Euro brutto jährlich, mit deutlichen Schwankungen bei Selbstständigen.

Berufsbild

Zur Vorbereitung auf diesen Beruf stehen Nachwuchskräften ein schulischer und ein akademischer Weg zur Auswahl. Die schulische Ausbildung dauert meist zwei bis drei Jahre und endet mit einer staatlichen Prüfung. Alternativ kann ein Studium etwa in Übersetzungswissenschaft, Translation oder Sprach- und Kulturwissenschaft absolviert werden.

Die Berufsbezeichnung Dolmetscher ist in Deutschland nicht geschützt. Dennoch verlangen viele Arbeitgeber eine entsprechende Qualifikation oder einen akademischen Abschluss.

Dolmetscher sind in Übersetzungsbüros, international tätigen Unternehmen, Behörden, kulturellen Einrichtungen sowie internationalen Organisationen tätig. Auch eine freiberufliche Tätigkeit ist weit verbreitet.

Das Berufsbild Dolmetscher im Überblick
Berufsbild Dolmetscher im Überblick

Aufgaben eines Dolmetschers

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Zu den typischen Aufgaben zählen das Übersetzen von Redebeiträgen und Schriftstücken sowie die Recherche zu den Inhalten. Bei freiberuflichen Dolmetschern kommt besonders am Anfang das Akquirieren von Aufträgen hinzu.

Auf Veranstaltungen im großen Rahmen erfolgt die Übersetzung in der Regel simultan, also fast zeitgleich zu dem Redner. Der Dolmetscher sitzt dabei in einer isolierten Kabine und ist mit einem Kopfhörer ausgestattet. Bei kleineren Konferenzen wird dagegen mit der konsekutiven Methode übersetzt. Dann gibt der Dolmetscher die Aussage in der anderen Sprache wieder, sobald der Sprecher seinen Beitrag abgeschlossen hat.

Welche Aufgaben hat ein Dolmetscher?

Zu den typischen Aufgaben zählen:

  • Übersetzen von Redebeiträgen und Gesprächen
  • Simultane oder konsekutive Verdolmetschung
  • Vorbereitung und Recherche zu Fachthemen
  • Akquise von Aufträgen bei Selbstständigen
Die Aufgaben eines Dolmetschers
Aufgabenbereiche des Dolmetscher

Diese Skills und Fähigkeiten braucht ein Dolmetscher

Zu den wesentlichen Skills gehören Organisationstalent, kommunikatives Geschick über die Sprache hinaus (Gestik, Mimik, Körpersprache) und Flexibilität. Ergänzt wird das Anforderungsprofil durch Empathie, soziale Kompetenz und die Bereitschaft, sich in fachliche Themen einzuarbeiten.

Um auch bei großen Events übersetzen zu können, ist die der Einsatz außerhalb der üblichen Arbeitszeiten erforderlich. Darüber hinaus sollten Dolmetscher über Disziplin, Stressresistenz und Belastbarkeit verfügen. Denn das Übersetzen ist anstrengender, als es scheint.

Was muss ein Dolmetscher können?

  • Flexibilität und Organisationstalent
  • Kommunikatives Geschick über die Sprache hinaus
  • Einsatz außerhalb üblicher Arbeitszeiten
  • Disziplin, Stressresistenz und Belastbarkeit
Diese Skills braucht ein Dolmetscher
Diese Skills sollte ein Dolmetscher besitzen

Voraussetzungen, um Dolmetscher zu werden

Ein Studium oder eine staatliche Prüfung verbessert die Jobchancen deutlich. Allerdings ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt, sodass theoretisch auch ohne formale Ausbildung gearbeitet werden kann.

Wichtig ist, dass der Dolmetscher mindestens zwei Sprachen fließend spricht und interkulturelle Kompetenzen besitzt. Außerdem hilft eine allgemeine Hochschulreife und ein akademischer Weg bei Berufschancen.

Mit diesen Voraussetzungen kann man Dolmetscher werden
Voraussetzungen, die für den Dolmetscher gelten

Spezialisierung

Manche Dolmetscher spezialisieren sich auf ein bestimmtes Themengebiet. Sie sind dann mit dem fachspezifischen Vokabular bestens vertraut, verstehen aber auch auf der inhaltlichen Ebene die Zusammenhänge. Als Fachdolmetscher ist es leichter, Folgeaufträge in der betreffenden Branche zu akquirieren.

Weiterbildung

Vor allem Fachdolmetscher müssen sich regelmäßig weiterbilden, um in ihrem Themenbereich stets auf dem aktuellen Stand zu sein. 

Dolmetscher ohne Spezialisierung sollten sich immer wieder in neue Themenbereiche einarbeiten, damit sie über das Vorwissen zu möglichst vielen Themen verfügen. Unterstützung bei der Weiterbildung erhalten Dolmetscher und Übersetzer auch bei ihrem Berufsverband.

Gehalt eines Dolmetschers

Das durchschnittliche Gehalt eines Dolmetschers

Das Einstiegsgehalt beläuft sich auf rund 27.000 Euro brutto pro Jahr. Bei den vielen freiberuflichen Dolmetschern ist der Umsatz abhängig von der Auftragslage und kann deutlichen Schwankungen unterworfen sein.

Mit zunehmender Berufserfahrung ist es aber möglich, sich einen Namen zu machen und ein Netzwerk aufzubauen. Dann wächst der Kundenstamm und das Einkommen kann deutlich ansteigen. 

Dolmetscher mit Berufserfahrung verdienen im Durchschnitt 38.700 Euro brutto im Jahr. Das Top Gehalt bei über 25 Jahren Berufserfahrung liegt bei 57.500 Euro.

Wie viel verdient ein angestellter Dolmetscher?

Position / ErfahrungDurchschnittsgehalt brutto/Jahr
Einstieg27.000 €
Durchschnitt38.700 €
Senior 57.500 €
Das durchschnittliche Gehalt von angestellten Dolmetschers. Quelle: Stepstone

Wie viel verdient ein selbstständiger Dolmetscher?

Dolmetscher, die als Freelancer tätig sind, verdienen im Schnitt einen höheren Stundensatz als ihre festangestellten Kollegen. Auf freelancermap verdienen sie so viel im Durchschnitt:

verlangen Dolmetscher auf freelancermap durchschnittlich pro Stunde.

beträgt der Tagessatz hochgerechnet auf einen 8-Stunden-Tag.

Stand

FAQ

Nein. In Deutschland ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt. Dennoch verlangen viele Auftraggeber eine staatliche Prüfung oder ein Studium als Qualitätsnachweis.

Möglich sind schulische Ausbildungen an Fachakademien (meist 2–3 Jahre) oder ein Hochschulstudium in Übersetzungs- bzw. Translationswissenschaft.

Einsatzbereiche sind internationale Organisationen, Unternehmen, Behörden, Medien, Konferenzen oder selbstständige Tätigkeiten.

Aktuell liegt das Durchschnittsgehalt bei rund 3.400 Euro brutto monatlich. Selbstständige Einkommen schwanken deutlich.

Neben Sprachkenntnissen zählen Konzentrationsfähigkeit, kulturelles Verständnis, Stressresistenz und schnelle Auffassungsgabe zu den zentralen Kompetenzen.

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