Was ist Recruiting?

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Als Teil der Personalplanung beschäftigt sich das Thema Recruiting mit der Akquirierung geeigneter Bewerber zur richtigen Zeit. Um auf dem stark umkämpften Bewerbermarkt bestehen zu können, entwickeln Unternehmen und Recruiter ihre Prozesse beständig weiter.


Inhalt des Artikels:

  1. Definition: Was ist Recruiting?
  2. Arten des Recruiting
  3. Recruiting vs. E-Recruiting
  4. Phasen des Recruiting Prozess
  5. Recruiting Instrumente im Überblick

Definition: Was ist Recruiting?

Der Begriff Recruiting kommt aus dem Englischen und bedeutet im Deutschen Personalbeschaffung. Im Allgemeinen Sinne bezeichnet das Recruiting den Vorgang des Suchens und Findens passender Kandidaten für vakante Positionen im jeweiligen Unternehmen. Ziel ist es, mit möglichst wenig zeitlichem- und finanziellen Aufwand eine Besetzung der offenen Stelle zu ermöglichen. Grundsätzlich kann das Recruiting in zwei Arten, nämlich internem- und externem Recruiting unterschieden werden. 

Arten des Recruiting

Internes Recruiting:

Ist der Bedarf für die Neubesetzung einer Stelle zeitlich nicht akut, so können Betriebe diese aus dem Netzwerk der bestehenden Mitarbeiter besetzen. Dies kann via Team-Meeting, internem Newsletter oder der innerbetrieblichen Stellenausschreibung kommuniziert werden.

Angestellte, die gefördert werden wollen oder eine berufliche Umorientierung wünschen, sind potenzielle Kandidaten für eine intern ausgeschriebene Vakanz. Zahlreiche Vorteile wie der sinkende Zeit- und Kostenaufwand, die kürzere Einarbeitungszeit und die geringere Chance der Fehlbesetzung machen die interne Personalbeschaffung zur beliebten Strategie im Bereich Recruiting.

Externes Recruiting:

Die Auswahl an potenziellen Bewerbern ist mithilfe des externen Recruiting größer als mit dem internen Recruiting. Die Möglichkeiten sind vielseitig geprägt. Von der klassischen Stellenausschreibung, über Active Sourcing bis hin zu kreativen Maßnahmen wie Mobile Recruiting oder Guerilla Marketing. Maßnahmen des externen Recruitings ermöglichen den Aufbau eines stetig wachsenden Talentpools.

In Zeiten des War for Talents, der New Work Bewegung und der stetig zunehmenden Digitalisierung entwickeln sich die Methoden des externen Recruitings kontinuierlich weiter. Die externe Personalbeschaffung kann auf zwei Weisen stattfinden:

1. Aktives Recruiting

Das aktive Recruiting ist geprägt durch den Wandel der Personalbeschaffungsmethoden insbesondere für die Generation Z. Sie umfasst Maßnahmen wie:

  • Active Sourcing
  • Online Stellenausschreibungen
  • Social Media Recruiting
  • Recruiting Veranstaltungen

2. Passives Recruiting

Das Passive Recruiting beinhaltet Maßnahmen, die noch nicht im direkten Bezug zu einer bereits ausgeschriebenen Stelle stehen. Diese sind unter anderem:

  • Der Aufbau und die Pflege des Talent Pools, im Falle, dass eine passende Stelle frei wird
  • Das Employer Branding (Arbeitgebermarketing) zum Aufbau eines positiven Arbeitgeberimages
  • Die Bearbeitung von Initiativbewerbungen

Recruiting vs. E-Recruiting – Wo liegt der Unterschied?

Da die Nutzung des Internets mittlerweile unabdingbar ist, findet auch die Kandidatensuche und Bewerbung in elektronischer Form statt. Das E-Recruiting unterscheidet sich durch die Digitalisierung der Bewerbermanagement-Prozesse. Das heißt: Sie finden nicht mehr offline, sondern online statt.

Ein Beispiel hierfür ist die klassische Stellenanzeige. Diese ist nur noch selten in Print-Zeitungen zu finden, stattdessen werden diese durch Bewerbermanagementsysteme und Online-Jobportale ersetzt. Üblicherweise nutzen Recruiter auch bei der Auswertung und Kategorisierung keine manuellen Eintragungen mehr, sondern verwenden digitale Personalakten und intelligente HR-Software zur Unterstützung der Auswahl der passender Kandidaten.

Phasen des Recruiting Prozesses

Der klassische Recruiting-Prozess kann in sechs Phasen unterteilt werden. Abhängig von den Anforderungen und Bedürfnissen eines Unternehmens, kann der Schritt des Screenings beispielsweise in mehrfacher Form wiederholt werden. Dies ist häufig der Fall, wenn die zu besetzende Stelle ein hohes Anforderungsprofil voraussetzt oder ein Kandidat gesucht wird, der besonders langfristig gefördert und gehalten werden soll (z.B. Trainees oder High Potentials).

  1. Planung des Anforderungsprofils und Ausschreibung der Stelle via ausgewählte Kanäle 
  2. Suche nach geeigneten Kandidaten und Bearbeiten der eingegangenen Bewerbungen
  3. Vorauswahl und Filtern der besten Kandidaten durch die Human Resources Abteilung
  4. Screening via Bewerbungsgespräch, Telefoninterview oder Assessment Center
  5. Auswahl des besten Kandidaten und Unterbreitung eines Jobangebots
  6. Onboarding: Einarbeitung und Integration im neuen Arbeitsumfeld
Die sechs Phasen des Recruiting Prozess
Die sechs Phasen des klassischen Recruiting Prozesses

Die wichtigsten Recruiting-Instrumente im Überblick

Die Unternehmenseigene Website

Das mitunter wichtigste Fundament auf der Suche nach passendem Personal stellt die Karriererubrik der unternehmenseigenen Website dar. Die eigene Homepage ist nicht nur in Sachen Employer Branding das Aushängeschild für Unternehmen, sondern stellt auch eine beliebte Bewerbungsform für künftige Kandidaten dar. Anhand der Studie Recruiting Trends 2020 kristallisierte sich heraus, dass knapp 40% aller freien Stellen über die Karrierewebsite besetzt worden sind. Bei Mittelständischen Unternehmen waren es knapp ein Viertel. 

Jobportale

Abhängig von der Zielgruppe können verschiedene Jobportale zur Ansprache neuer Bewerber genutzt werden. In der Regel wird ein Mix aus den folgenden Jobbörsen empfohlen:

  • Spezialisierte Jobportale (z.B. Absolventa, freelancermap)
  • Generalistische Jobportale (z.B. LinkedIn)
  • Regionale Jobportale (z.B. meinestadt.de)
  • Jobsuchmaschinen (z.B. Indeed)
Vier Arten von Jobportalen
1. Spezialisiert
2. Generalistisch
3. Regional
4. Jobsuchmaschine
Die vier Arten von Jobportalen

Social und Mobile Recruiting

Nicht ohne Grund wird die Nutzung sozialer Medien für Unternehmen attraktiver. Die Veröffentlichung von Postings sind im Vergleich zu den meisten Jobportalen kostenlos und schnell erstellt. Sie können jederzeit problemlos geteilt werden und erhöhen infolgedessen die Reichweite einer Stellenanzeige um ein Vielfaches. Pflicht ist in diesem Zusammenhang das Thema Mobile Recruiting.

In einer Studie von Monster.de belegen 90% der befragten Firmen, dass mobiles Recruiting immer höhere Relevanz gewinnt. Diese These wird belegt durch die befragten Kandidaten, denn: Mehr als zwei Drittel würden die Stellensuche abbrechen wenn die mobile Ansicht nicht optimiert wäre. Zudem bietet Social Media noch weitere Vorteile.

Mithilfe der sozialen Medien generieren Unternehmen Aufmerksamkeit potenzieller Kandidaten, insbesondere die der Generation Z, selbst wenn diese noch nicht aktiv auf Jobsuche sind. Hinter diesem Vorteil steckt die Möglichkeit der persönlichen Ansprache durch einen Headhunter, Recruiter oder Fachangestellten des jeweiligen Unternehmens.

Hochschulmarketing

Das Recruiting auf Hochschulveranstaltungen stellt eine Möglichkeit dar, Studenten schon vor ihrem Abschluss an das Unternehmen zu binden und das Employer Branding zu stärken. Durch Praktika und Werkstudentenangebote können Unternehmen künftige Potenziale unverbindlich kennenlernen und so, ihren Talent Pool aufstocken.

Mitarbeiterempfehlungsprogramme

Das Mitarbeiterempfehlungsprogramm gehört zu den oben genannten internen Recruiting Maßnahmen. Geprägt durch Vorteile für den Arbeitgeber kostet es weniger und reduziert das Risiko einer Fehlbesetzung von Anfang an, da motivierte Mitarbeiter dazu neigen, jene Personen zu empfehlen, die selbst ebenfalls einen hohen Qualitätsstandard mitbringen.

Über den Autor

Demet Okyay

Demet Okyay ist Masterstudentin im Fach Digital Marketing & seit Februar 2021
Werkstudentin im Bereich SEO bei freelancermap.de

Von Demet Okyay

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