Motivationshilfen gegen „Aufschieberitis“

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Kennen Sie das? Sie haben eine unliebsame Aufgabe zu erledigen und finden stĂ€ndig andere Dinge, die viel wichtiger sind und vorher erledigt werden mĂŒssen? Diesen Zustand von Prokrastination können Sie mit verschiedenen Motivationshilfen angehen. Zu ihnen gehören ein gutes Zeitmanagement, das FĂŒhren von To-Do-Listen sowie der Austausch mit Gleichgesinnten.


Inhalt des Artikels:

  1. Formen der Motivation
  2. Ziele setzen
  3. To-Do-Listen
  4. Selbstbelohnung und Erfolge feiern
  5. Weitere wichtige Motivationshilfen

Formen der Motivation

Es gibt TĂ€tigkeiten, die wir aus purer Freude an der TĂ€tigkeit selber ausfĂŒhren und andere, bei denen Anreize von außen benötigt werden. Diese beiden grundlegenden Formen werden bezeichnet als:

  • Intrinsische Motivation
  • Extrinsische Motivation

Im Alltag sind beide Formen der Motivation anzutreffen. Oftmals ĂŒberschneiden oder ergĂ€nzen sie sich. Die nachstehende Tabelle soll einen kurzen Überblick ĂŒber die Unterschiede aufzeigen:

Intrinsische MotivationExtrinsische Motivation
Intrinsische Motivation bezieht sich auf Motivation, die aus einer Aufgabe selbst entspringt, etwa weil diese bedeutsam erscheint und Freiraum bei den Entscheidungen bietet.Extrinsische Motivation speist sich aus den Ergebnissen eines Verhaltens und zusĂ€tzlichen Konsequenzen von außen – typischerweise Anreize wie Geld. Auch Lob und Anerkennung von anderen sind klassische extrinsische Anreize – eben alles, was von außerhalb eines Verhaltens selbst kommt, um das Verhalten zu motivieren.
Personen, die aus einer intrinsischer Motivation heraus agieren, sind im Vergleich mit extrinsisch motivierten Personen zufriedener mit ihrer TĂ€tigkeit (genießen den Weg), verfolgen die Ziele hartnĂ€ckiger, freuen sich mehr ĂŒber das Erreichen eines Zieles und verkraften Misserfolg besser (z.B. Ryan und Connell, 1989; Sheldon et al., 2004).Extrinsische Motivation ist, wenn man es hart formuliert, dann das Mittel der Wahl, wenn es nicht gelingt, ArbeitstĂ€tigkeiten selbst motivierend genug zu gestalten â€“ oder wenn man die falschen Personen zur ErfĂŒllung der Aufgabe ausgewĂ€hlt hat, die keinen eigenen Antrieb fĂŒr die Arbeitsaufgaben mitbringen.
Die intrinsische Motivation hat einen sehr deutlichen Effekt auf die Arbeitsleistung (Cerasoli, Nicklin und Ford, 2014). Hier zahlt sich der höhere persönliche Einsatz von intrinsisch motivierten Menschen aus.Extrinsische Motivation ist eine wunderbare ErgĂ€nzung zur intrinsischen Motivation. Sie liefert in der Regel einen zusĂ€tzlichen Motivationsschub (Cerasoli, Nicklin und Ford, 2014).
Sie wirkt sich vor allem auf die QualitĂ€t der Arbeit aus (Cerasoli, Nicklin und Ford, 2014). QualitĂ€t lĂ€sst sich schwerer als QuantitĂ€t extern kontrollieren, steuern und belohnen.Sie wirkt vor allem auf die QuantitĂ€t der Leistung (Cerasoli, Nicklin und Ford, 2014).
Intrinsische Motivation ist vor allem wirksam bei komplexen TĂ€tigkeiten, die ein hohes Maß an Eigenverantwortung, KreativitĂ€t und Autonomie verlangen. Bei diesen sorgt sie fĂŒr die nötige innere Steuerung des Menschen, der die TĂ€tigkeit ausfĂŒhrt.Extrinsische Motivation ist daher vor allem wirksam bei strukturierten TĂ€tigkeiten, die wenig SelbststĂ€ndigkeit erfordern. Bei diesen lĂ€sst sich meist die Leistung von außen gut messen und incentivieren.

(Quelle: Wirtschaftspsychologische Gesellschaft, MĂŒnchen)

Die meisten Freelancer, Freiberufler und SelbststĂ€ndigen werden wohl ĂŒberwiegend aus einer intrinsischen Motivation heraus ihren beruflichen Weg gegangen sein. Dennoch gibt es auch hier TĂ€tigkeiten, die nicht ganz so viel Spaß machen und bei denen es daher erforderlich ist, ĂŒber extrinsische Motivation zu agieren bzw. diese Motivationshilfen auch bewusst wahrzunehmen.

Ziele setzen als Motivationshilfe

Das Setzen und Erreichen von Zielen ist eine wichtige UnterstĂŒtzung fĂŒr Ihren Alltag. Dabei ist es wichtig, dass Sie Ihre Ziele nicht allgemein formulieren, sondern sehr konkret. Eine gute Methode hierfĂŒr ist es S.M.A.R.T.-Ziele zu setzten und zu erreichen. S.M.A.R.T steht fĂŒr:

  • S = Spezifisch -> Wer? Was? Wie? Wann?
  • M = Messbar -> KPIs festlegen. Woran wird festgemacht, dass ein Ziel erreicht wurde?
  • A = Allein erreichbar -> Die Zielerreichbarkeit muss (weitestgehend) in den eigenen HĂ€nden liegen.
  • R = Realistisch -> Die Ressourcen (Zeit, Geld, Kompetenz etc.) zur Zielerreichung sind vorhanden.
  • T = Terminiert -> Wann soll das Ziel erreicht sein?

Ziele können sowohl tages-, wochen- oder auch monatsbasiert sein. Sie helfen Ihnen dabei, den roten Faden im Auge zu behalten und fokussierter zu arbeiten.

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To-Do-Listen erstellen

Um die gesetzten Ziele zu erreichen und auch um andere Aufgaben zu erledigen, sind To-Do-Listen eine sehr gute UnterstĂŒtzung. Hier können auch grĂ¶ĂŸere Aufgaben und Ziele in kleinere Zwischenschritte aufgeteilt werden. To-Do-Listen helfen Ihnen dabei zu sehen, was Sie alles geschafft und erreicht haben.

Eine To-Do-Liste sollte, damit sie gut funktioniert, möglichst einfach aufgebaut sein und nur die wesentlichsten und wichtigsten Punkte enthalten. Die einfachste Form besteht aus drei Spalten:

  • PrioritĂ€t
  • Aufgabe
  • Deadline / Termin

Bei der erweiterten To-Do-Liste kommt noch eine weiter Spalte hinzu:

  • Aufwand / Zeit

Diese erweiterte Liste kann zu einer dritten, komplexeren To-Do-Liste ausgebaut werden. Diese besteht dann in der Summe aus bis zu sieben Spalten:

PrioritÀtAufgabeAufwand/ZeitMittelBeteiligte PersonenDeadlineErledigt am
       

Am besten erstellen Sie Ihre To-Do-Liste immer zu einem festgelegten Zeitpunkt. Am besten bewĂ€hrt hat sich beim FĂŒhren der To-Do-Liste folgende Vorgehensweise:

  1. Schreiben Sie alle Aufgaben auf, die Ihnen durch den Kopf gehen
  2. Überlegen Sie sich, wieviel Zeit Sie fĂŒr die einzelnen Aufgaben etwa benötigen
  3. Legen Sie einen Termin fest, bis wann die Aufgabe erledigt sein muss/soll
  4. Priorisieren Sie die Aufgaben

Ob Sie die To-Do-List am Anfang oder am Ende einer Woche erstellen, bleibt natĂŒrlich voll und ganz Ihren persönlichen Vorlieben ĂŒberlassen. Hilfreich ist es jedoch, einen fixen Zeitpunkt festzulegen.

Nachdem Sie eine Aufgabe auf der Liste erledigt haben, streichen Sie diese einfach aus oder vermerken dies im Feld „erledigt am“. Sie werden sehen, dass es unglaublich motivierend ist zu sehen, dass die Liste immer kĂŒrzer wird. Auf diese Weise erkennen Sie auf einen Blick, was Sie alles geschafft und erreicht haben.

Selbstbelohnung / Erfolge feiern

Wenn Sie ein fĂŒr Sie wichtiges Ziel erreicht haben, haben Sie allen Grund zu feiern und sich selbst zu belohnen. Wie Sie dies tun, bleibt natĂŒrlich Ihnen ĂŒberlassen:

  • Klopfen Sie sich selbst auf die Schulter
  • Gönnen Sie sich ein schönes Abendessen
  • Stoßen Sie mit Freunden auf Ihren Erfolg an
  • etc.

Wichtig ist hierbei, dass Sie den Erfolg sehr bewusst genießen und dafĂŒr innehalten, da Sie hieraus auch die Motivation und Energie fĂŒr die Zukunft ziehen.

Weitere wichtige Motivationshilfen

  • Holen Sie sich Feedback von Freunden, GeschĂ€ftspartner und Kunden. Dieses Feedback ist eine hervorragende Motivationsquelle und zudem ein gutes QualitĂ€tsmanagement-Tool.
  • Wenn Sie die Möglichkeit haben, arbeiten Sie zumindest gelegentlich im Team und feiern dann auch gemeinsam Ihre Erfolge.
  • Suchen Sie nach Gleichgesinnten. Es gibt Stammtische und Interessengruppe jeglicher Couleur. Ein Austausch auf dieser Ebene hilft Ihnen zu erkennen, wo Sie stehen und ist eine nicht zu unterschĂ€tzende Motivationshilfe.

Über den Autor

Beatrice Köhler

Beatrice war bis 2020 Online Marketing Managerin bei projektwerk.

Von Beatrice Köhler

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