Corona-Krise: Chancen für IT-Freelancer und die Digitalbranche

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Für rund ein Viertel der Solo-Selbstständigen ist die derzeitige Lage existenzbedrohend. Projekte werden gecancelt, Liquiditätsengpässe sind die Folge – im Moment können betroffene Freiberufler entweder von Rücklagen zehren oder Soforthilfe vom Staat beantragen. Doch für IT-Freelancer und die Digitalbranche kann die voranschreitende Digitalisierung, aufgrund der Krise, auch Chancen bergen.  Wir wagen einen Blick in die Zukunft.


Inhalt des Artikels:

  1. Digitalisierung
  2. Remote-Work und Home-Office
  3. Ansprüche an IT-Security
  4. Freelancer vs. Angestellter
  5. Fachkräftemangel bekämpfen

Digitalisierung während und nach der Corona-Krise

Aktuell sind viele Unternehmen gezwungen, Prozesse zu digitalisieren: Angestellte und Auftragnehmer müssen remote, respektive aus dem Home Office arbeiten und auf interne Datenbanken zugreifen können – auch die zwischenmenschliche Kommunikation hat sich verändert, webbasierte Messenger-Dienste werden häufiger genutzt, als vor COVID-19. Allmählich entsteht ein erhöhtes Bewusstsein und Verständnis für die Bedeutung der Digitalisierung.

Laut aktueller Umfragen des Branchenverbandes Bitkom, ersetzen momentan bei 45 Prozent der Berufstätigen, Web- und Telefonkonferenzen persönliche Meetings. Menschen kommunizieren über webbasierte Messenger gleichermaßen zielgerichtet und effizient, der Workflow scheint nicht negativ beeinflusst zu werden. Zwar wird die Bevölkerung nach der Krise wieder wie gewohnt zur Arbeit gehen – digitale Tools und Arbeitsweisen werden aber vermutlich bestehen bleiben. 

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung des Business, häufen sich immer größere Datenmengen an, die organisiert werden müssen. Unternehmen brauchen hier Spezialisten, die Datenbanken erstellen und verwalten und den Kollegen eine sichere Nutzung von Cloud-Services bereitstellen. Viele Unternehmen setzen hier schon auf den Einsatz von Freelancern, doch speziell in diesen Zeiten bieten sich temporäre Remote-Experten an – insofern die finanziellen Mittel vorhanden sind.

Vorteile von Freelancern
Vorteile des Freelancings für Fachkräfte und Unternehmen (Quellen: Freelancer-Kompass, Bitkom Research).

Remote-Work und Home-Office

Flexible Arbeitsmodelle sind bereits in einigen Unternehmen verankert – doch bisher hinkt ein Großteil der Arbeitgeber, in Sachen New Work, hinterher. Zukunftsbasierte Arbeitsmodelle schließen, neben der 4-Tage-Woche, dem 5-Stunden-Tag, der Selbst- und Mitbestimmung, auch was Gehälter betrifft, die Möglichkeit auf das ‘Arbeiten von zuhause’ ein. In Zeiten von COVID-19 sind viele Arbeitgeber nun gezwungen, Mitarbeiter ins Home Office zu schicken oder Projektarbeit von Freelancern remote erledigen zu lassen. Laut Umfragen des Branchenverbandes Bitkom, arbeiten derzeit fast 50 Prozent der Berufstätigen, ganz oder teilweise von zuhause.

An diesem Punkt kann zukünftig ein Umdenken stattfinden: Unternehmen, die bisher Home Office ausgeschlossen hatten, können realisieren, dass die Arbeit auch ohne Probleme von zuhause aus erledigt werden kann, eventuell sogar effizienter. Eine zweijährige, großangelegte Studie der Stanford University zeigt, dass die Produktivität im Home Office signifikant ansteigen kann.

Auch unter dem Gesichtspunkt der ‘War for Talents’ kann es für Arbeitgeber künftig sinnvoll sein, dieses Arbeitsmodell vermehrt anzubieten: Laut der neuesten “Recruiting-Trends”-Studie des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS), würden 40 Prozent der Generation Z (geboren zwischen 1997 und 2012) ein Arbeitsangebot, ohne die Möglichkeit auf Home-Office, ablehnen.

Ansprüche an IT-Security steigen

Auf den Coronavirus folgt der Computervirus: Während der Pandemie nutzen Hacker ebenfalls ihre Chance. Aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung und erhöhten Nutzung digitaler Systeme und Tools, steigt der Anspruch an die IT-Sicherheit. Die, in diesem Zusammenhang, viel genutzten Cloud-Systeme oder Digital-Netzwerke, bieten eine breite Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle. Angriffe dürfen jetzt nicht unterschätzt werden.

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Trotz der aktuell oft knapp bemessenen Budgets, kann sich der Einsatz von IT-Freelancern für Unternehmen lohnen. Der Vorteil zum angestellten Sicherheitsexperten liegt auf der Hand: Unternehmen sparen sich die Einarbeitung des neuen Mitarbeiters, was in Zeiten von Ausgangsbeschränkung und Mindestabstand ohnehin kaum lösbar ist. Außerdem sind Freelancer Experten auf ihrem Gebiet und auf Nischen spezialisiert.

Freelancer versus Angestellter

Über ein Drittel der im Freelancer-Kompass befragten Freelancer,  schätzt die Projektvielfalt als großen Vorteil der Selbstständigkeit. Hiervon profitieren Unternehmen gleichermaßen, da freie Experten oft mehrere Projekte gleichzeitig bearbeiten und bei diversen Auftraggebern tätig sind. Das Wissensspektrum ist hier enorm, da speziell IT-Freelancer sich der ständig wandelnden Branche anpassen und weiterbilden müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Festangestellte hingegen stehen weniger unter direktem Wettbewerbsdruck mit branchengleichen Kollegen.

Vergleich zwischen Angestellter Freelancer
Vergleich zwischen Angestelltem und Freelancer (Quellen: Freelancer-Kompass, Recruiter Kompass Bitkom Research).

Unternehmen müssen Sicherheitslücken schnell schließen, um die Corona-Krise unbeschadet zu überstehen – auch hier empfiehlt sich der Einsatz von IT-Freelancern. Studien von Bitkom zeigen, dass Unternehmen beim Recruiting von IT-Angestellten fünf mal so viel Zeit aufwenden, als Firmen, die auf Freelancer setzen. Laut Recruiter-Kompass gestaltet sich der Rekrutierungsprozess von Freelancern mit ca. vier Wochen relativ zügig. Die durchschnittliche Besetzungszeit von Angestellten der IT beträgt fünf Monate.

Erst Crash, dann Boom? Endlich Fachkräftemangel bekämpfen.

Gewiss ist es zu früh, Prognosen für die Zukunft zu stellen – aber sicher ist: Die Krise wird die Digitalwirtschaft und IT-Branche nachhaltig prägen. Das Bewusstsein für Remote-Arbeit und das Digitalisieren von Prozessen, wird nicht nur bei Unternehmen einen Umschwung bewirken, sondern sich ebenfalls in den Köpfen der Gesamtbevölkerung festigen. Derzeitige Umstände an Schulen zeigen, dass das digitale Bildungssystem vorangetrieben werden muss.

Nur so manifestiert sich das Bewusstsein für Digitalisierung schon im Kindesalter – eine Chance für den Anstieg des Interesses an IT-Berufen – und eine Perspektive zur Kompensation des seit Jahren ansteigenden Fachkräftemangels. Bis dahin ist sollten Unternehmen der Digitalbranche heute schon auf Freelancer setzen, um vorhandene Lücken zu schließen und das volle Potenzial auszuschöpfen.

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Über den Autor

Karoline Grimm

Karoline Grimm studierte Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit mit technischem Schwerpunkt an der TH Nürnberg. Bereits während der Studienzeit interessierte sie sich für Bloggen, SEO, Social-Media und weitere Marketing-Themen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für Nachhaltigkeit und Tierschutz. Seit Dezember 2018 ist sie im Online-Marketing bei freelancermap.de tätig.

Von Karoline Grimm

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