Was ist die Digitalisierung?

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Die Digitalisierung beschreibt im ursprünglichen Sinn das Umwandeln analoger Werte in digitale Formate. Heute steht der Begriff der Digitalisierung aber auch im Zusammenhang mit der digitalen Revolution oder auch der digitalen Transformation.


Inhalt des Artikels:

  1. Definition Digitalisierung
  2. Digitalisierung vs. digitale Transformation
  3. Digitalisierung von Unternehmen
  4. Digitalisierung am Arbeitsplatz
  5. Vor- & Nachteile der Digitalisierung
  6. Wie Digitalisierung Arbeitswelt & Wirtschaft verändert

Was bedeutet Digitalisierung?

Der Begriff Digitalisierung ist breit gefächert und besitzt im allgemeinen Fachjargon keine einheitliche Definition. Abhängig vom jeweiligen Kontext, kann der Begriff mehrere Bedeutungen annehmen. Im ursprünglichen Sinn meint die Digitalisierung hauptsächlich das Umwandeln analoger Dokumente und Datenträger in digitale Formate. Weitere Definitionen der Digitalisierung sind die digitale Revolution oder auch digitale Transformation.

Letztere beschreibt die durch die Digitalisierung verursachten Veränderungsprozesse im Wirtschafts-, Privat- und Berufsleben. In der ursprünglichen Bedeutung geht es bei der Digitalisierung grundsätzlich darum, digitale Repräsentationen von Informationen, Ereignissen oder auch physischen Objekten zu schaffen. Ziel ist die digitale Speicherung, Verteilung und Verarbeitung der digitalen Formate. Zurückführen lässt sich die Digitalisierung auf die Umwandlung von analogen Medien.

Hierzu gehören zum Beispiel das Filmen, Fotografieren und Nutzen von Tonaufnahmen. Das Ergebnis der Digitalisierung sind jene Dateien, die aus einer Folge von Bytes und Bits bestehen. Heute sind die meisten dieser Medien direkt in digitaler Form zu erwerben, ohne dass eine Vorstufe und somit eine analoge Version erstellt werden muss. Mittels Informationstechnologien wie Computer, Smartphones oder Clouds, lassen sich diese Daten problemlos speichern, verteilen oder weiterverarbeiten.

Digitalisierung vs. digitale Transformation

Die Themen Digitalisierung und digitale Transformation werden im allgemeinen Sprachgebrauch häufig Synonym verwendet. Richtig ist aber, dass die digitale Transformation eine unmittelbare Folge der Digitalisierung selbst ist. Zwar geht die digitale Transformation ebenfalls auf verschiedene Geschäftsbereiche und deren Prozesse ein, jedoch geht hier das Verständnis über die oben genannte Umwandlung analoger Medien hinaus.

Unterschied zur Digitalisierung ist, dass in der digitalen Transformation stets Lösungen gesucht oder auch Probleme neu aufgerollt werden, die mittels Technologien gelöst werden. So wird das Dokument nicht nur digitalisiert und verarbeitet, sondern es wird beispielsweise überlegt, ob man den Prozess noch braucht oder ob dieser nicht mit Hilfe einer neuen Technologie vereinfacht werden kann.

Die digitale Transformation wird also durch Problemlösungen und neue Ansätze geprägt. Wichtig ist hier zu verstehen, dass digitale Transformationen nie von der Technik ausgelöst werden, sondern es immer darum geht, ein Problem zu lösen oder eine neue Möglichkeit für Kunden bereitzustellen. Somit ist die kundenzentrierte Lösung immer der Start der digitalen Transformation – nicht die Technologie selbst.

Digitalisierung von Unternehmen

In der Regel findet die Digitalisierung eines Unternehmens einerseits im Rahmen von internen Prozessen und andererseits im Rahmen der Interaktion mit Kunden statt. Meist startet die Digitalisierung intern mit organisatorischen Systemen und Prozessen wie dem: 

  • Customer-Relationship-Management – Verwaltung von Kundenbeziehungsprozessen und Kundendaten 
  • Enterprise-Resource-Planning – Ressourcenplanung von Kapital, Personal, Material, IT und Kommunikationstechnik
  • Produktinformationsmanagement – Bereitstellung von Produktinformationen in diversen Ausgabemedien 
  • Dokumentenmanagement – Interne Verwaltung von Firmendokumenten

Nach der digitalen Umsetzung interner Abläufe, nehmen Unternehmen meist die Interaktion mit ihren Kunden in Angriff, um die Customer Experience zu verbessern. Das meint konkret, die Gewährleistung digitaler Services und betrifft somit zum Beispiel die Akquisition neuer Kunden, die Kundenbindung und das Bestellwesen. Durch die digitale Transformation verändern sich die Prozesse innerhalb von Unternehmen erheblich, da viele Unternehmen bereits heute zahlreiche Tools zur Unterstützung nutzen.

Ein Beispiel für eine Transformation ist der Bankensektor. Lange Zeit war es selbstverständlich, Überweisungen via Papierformular und zu festen Zeiten auszuführen. Aus diesem Grund wurden Zahlungen als langsam und unflexibel eingestuft. Durch den technologischen Fortschritt auf dem Gebiet der digitalen Zahlungen, sind nun Instant Payments und neue Formen des Bezahlens möglich.

Studien der Bitkom zeigen, dass die digitale Transformation und der damit einhergehende Einsatz von Technologien ausschlaggebend für den künftigen Erfolg von Unternehmen ist. Jedoch lässt das ChangeManagement in deutschen Unternehmen bis dato zu wünschen übrig – lediglich ein Drittel der befragten Unternehmen der Bitkom Studie gaben an, über eine zentrale Digitalstrategie zu verfügen. Oftmals fehlt es solchen Unternehmen an spezifischem Wissen und Know-how im Management.

Digitalisierung am Arbeitsplatz 

Die Digitalisierung der Prozesse führt unweigerlich zu Veränderungen am Arbeitsplatz. Einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zu Folge, nutzen über 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung am Arbeitsplatz digitale und mobile Kommunikationstechnologien. Intelligente Softwarelösungen, Firmensmartphones und Tablets gehören in den Alltag eines modernen Arbeitsplatzes.

Mithilfe kontinuierlicher Vernetzung, digitaler Möglichkeiten und Cloud Services, kann heutzutage fast von überall aus gearbeitet werden. Der Trend führt vom klassischen Arbeitsplatz hin zu Remote Work und Coworking Spaces. Die Folge der Digitalisierung am Arbeitsplatz wird unter dem Themenfeld Arbeit 4.0 oder auch New Work vertieft. Beispiele von Möglichkeiten der Digitalisierung in der Arbeitswelt sind zum Beispiel:

  • ERP Systeme
  • Cloud Services
  • E-Commerce
  • 3D – Druck
  • Digitale Kommunikation

Vor- & Nachteile der Digitalisierung

Vorteile und Nachteile der Digitalisierung
Vorteile und Nachteile der Digitalisierung

Vorteile der Digitalisierung

Die Digitalisierung in Unternehmen ist in vielerlei Hinsicht nützlich. Neben der Erschließung neuer Märkte und Geschäftsfelder durch Start-ups, bringt diese auch im bereits aktiven Tagesgeschäft einige Vorteile. 

1. Vereinfachung von Prozessen

Mittels neuer digitaler Anwendungen lassen sich viele Prozesse im Unternehmen vereinfachen und beschleunigen. Sei es die Kommunikation, der Einkauf oder die Produktion. Die Automatisierung der Vorgänge hat positive Auswirkungen auf viele Bereiche. Durch Cloud Services können Mitarbeiter ortsunabhängig arbeiten und haben dadurch mehr Flexibilität und Zufriedenheit. Auch firmeninterne Kommunikation via E-Mails lässt sich durch intelligente Tools wie zum Beispiel Slack erleichtern und gegebenenfalls ersetzen.

2. Verbesserung von Service und Produkten

Eine dauerhafte Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen führt zu einem Mehrwert für Kunden. Moderne Anwendungen ermöglichen es, Kunden zu betreuen und bei der Nutzung des Produktes zur Seite zu stehen. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Egal, ob es eine zusätzliche App zu einem physischen Produkt, oder die Verbesserung des Kundenservices via Chatbots ist, die Digitalisierung bietet beidseitig Vorteile.

3. Nutzung von Big Data

Big Data ist in aller Munde. Nahezu jedes Unternehmen hat bereits eine Webseite. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, um diese Besucherdaten auszuwerten. Mit diversen Tools wie beispielsweise Google Analytics lassen sich diese auswerten und datenbezogene Entscheidungen treffen. Auf Basis dieser Daten lassen sich zum Beispiel Online Shops attraktiver gestalten und folglich die Käufe steigern.

4. Kostengünstigeres & effizientes Marketing

Aus der Nutzung der zahlreichen Datenmengen resultiert der Vorteil des kostengünstigen Marketings. Wenn Kundendaten ausgewertet werden, können Kundenanalysen dabei helfen Marketingaktivitäten präzise und zielgruppenspezifisch anzupassen. Einer der größten Vorteile der Digitalisierung ist es, anhand der ausgewerteten Daten zielgenaue und spezifische Werbung schalten zu können.

Während früher der Trend zu teuren TV- oder Printkampagnen ging, neigt sich dieser heute zu kostengünstigen Online-Alternativen, wie die Nutzung von digitalen Plattformen und das Schalten von Facebook und Instagram Ads (Anzeigen). Auch das Influencer Marketing gehört beispielsweise zur beliebten Marketingstrategie moderner Unternehmen.

Nachteile der Digitalisierung

Wie jedes neue Themenfeld bringt auch die Digitalisierung nicht nur Vorteile mit sich. Die folgenden Herausforderungen spielen beim Thema Digitalisierung ebenfalls eine große Rolle.

1. Hoher Kostenfaktor

Eine erfolgreiche Digitalisierung innerhalb des Unternehmens führt teilweise zu hohen Kosten. Um diese richtig abschätzen zu können, sollten sich Verantwortliche darüber Gedanken machen, wie hoch der Grad der angestrebten Digitalisierung sein soll. Abhängig von den Zielen und dem unternehmensinternen Know-how, können die Kosten der Digitalisierung stark variieren.

2. Lebenslanges Lernen

Neben dem Kostenfaktor ist ein weiterer Nachteil der Digitalisierung, dass diese auch nach erfolgreichem Umsetzen ständige digitale Bildung erfordert. Um eine digitale Transformation erfolgreich und nachhaltig umsetzen zu können, sollten sich Unternehmer immer die Zeit nehmen, um sich weiterzubilden. Da die heutige Zeit von Schnelllebigkeit geprägt ist, ist es vonnöten die digitalen Kompetenzen immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

3. Datenschutz 

Neue Datenschutzgrundverordnungen (DSGVO) der EU und der ePrivacy-Verordnung führen zu Unklarheiten für viele Unternehmer. Diese führen zu erheblichem bürokratischen Mehraufwand. Dieser Mehraufwand spiegelt sich ebenfalls in hohen Kosten wieder und stellt somit einen weiteren Nachteil der Digitalisierung dar.

4. Cyberattacken

Mit der kontinuierlichen Vernetzung der Systeme geht zwangsläufig die Gefahr einer Cyberattacke einher. Im Worst Case können sich Hacker Zugang zum Netzwerk eines Unternehmens verschaffen, um wichtige Daten zu stehlen. Um dieses Szenario vorzubeugen, bedarf es einem professionellen Schutz und einer guten Verschlüsselung der großen Datenmengen.

Wie Digitalisierung Arbeitswelt & Wirtschaft verändert

Laut einer Prognose soll sich die Anzahl der täglich versendeten und empfangenen E-Mails weltweit im Jahr 2024 auf 361 Milliarden belaufen. Rund 2 Billionen Suchanfragen verzeichnet Google pro Jahr. Anhand dessen, lässt sich bereits erkennen, dass ganze Geschäftsmodelle mittels Digitalisierung auf dem Internet basieren. Das E-Commerce hat sich bereits als eigenständige Branche etabliert. Firmen und Organisationen erfassen und verwerten vermehrt eine große Menge an Daten. Die Industrie 4.0 basiert auch heute schon vielfach auf der Nutzung künstlicher Intelligenz und Big Data. Auch in Zukunft werden diese Themen eine immer größere Rolle spielen. Nahezu kein Berufsfeld wird ohne Digitalisierung auskommen. 

Über den Autor

Demet Okyay

Demet Okyay ist Masterstudentin im Fach Digital Marketing & seit Februar 2021
Werkstudentin im Bereich SEO bei freelancermap.de

Von Demet Okyay