Freelancer vs. Angestellte - der große Gehaltsvergleich

02.11.2018

Wer über die Unterschiede zwischen Angestellten und Selbstständigen nachdenkt, der denkt in erster Linie an völlig verschiedene Gehaltsklassen. Doch die Umrechnung des Gehalts von Angestellten in das von Freiberuflern funktioniert nicht anhand einer simplen Formel. Stattdessen spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, welche den Gehaltsvergleich kompliziert machen. Wir versuchen uns hier einem Vergleich zu nähern.




Vergleich des Gehalts Angestellter und Selbstständiger

Ganz gleich, auf welcher Seite Sie sich befinden - sicher haben Sie sich schon einmal gefragt: Wie funktioniert die Umrechnung des Gehalts von Selbstständigen und Angestellten? 

Doch diese Frage ist nur auf den ersten Blick leicht zu beantworten. Unter anderem wirken sich die Mitgliedschaft in einer Kirche, die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Bundesland und natürlich die Steuerklasse auf den Nettoverdienst aus. 

Auch der Zusatzbeitrag zur Krankenkasse, das Alter sowie der Familienstand haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie viel am Ende eines Monats tatsächlich netto vom Bruttolohn übrigbleibt. Das gilt sowohl für Selbstständige als auch für Freiberufler.


Beispielhafter Vergleich: Gehalt in der IT-Branche

Abgesehen von den oben genannten Faktoren hängt der Verdienst eines Selbstständigen natürlich auch davon ab, in welcher Branche er tätig ist. 

In der IT-Branche sind besonders viele Freiberufler unterwegs, daher gehen wir von einem in diesem Bereich üblichen Stundensatz von rund 80 Euro aus. Natürlich hängt dieser Satz ganz erheblich von der Erfahrung und dem Ruf des Selbstständigen ab - zumal die Auftragslage über das Jahr verteilt stark variieren kann. 

Gehen wir von einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 100.000 Euro aus, so werden hier keine Leerläufe berücksichtigt. 

Im direkten Vergleich beträgt das durchschnittliche Gehalt eines Angestellten in der IT-Branche laut Statistiken rund 43.000 Euro. Selbstverständlich kann es hier ebenfalls zu starken Abweichungen nach oben oder unten kommen. Vor allem die Firmengröße spielt hier eine Rolle.


Beispielrechnung: Brutto- und Nettoverdienst von Freiberuflern

Freiberufler werden auch als Freelancer bzw. als freie Mitarbeiter bezeichnet. Nehmen wir einmal an, der Jahresumsatz eines solchen freien Mitarbeiters liegt bei 100.000 Euro brutto im Jahr. Das klingt nach viel Geld.

Gehen wir davon aus, dass der Freiberufliche keine geldwerten Vorteile geltend machen kann und keinen jährlichen Steuerfreibetrag hat. Zudem wohnt er im Bundesland Baden-Württemberg und zahlt seine Steuern gemäß der Steuerklasse 3. Die Person aus unserem Beispiel hat außerdem keine Kinder, ist 26 Jahre alt und zahlt einen KV-Zusatzbeitrag von exakt 1,1 Prozent - ein gängiger Wert. Zudem hat er oder sie sich dafür entschieden, in der gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben.

Berücksichtigen wir all diese Faktoren, so bleiben diesem Freelancer zwischen 62.000 und 63.000 Euro netto pro Jahr. Vom Bruttoverdienst bleibt also gar nicht mehr so viel. Auf den Monat gerechnet verdient der Freiberufler jedoch noch immer gut 5.000 Euro netto.


Gehaltsvergleich: Angestellter vs. Selbstständiger

In unserer Beispielrechnung verdient der Freiberufler rund 100.000 Euro brutto im Jahr. Der Angestellte bekommt von seinem Arbeitgeber rund 43.000 Euro. Doch lassen Sie sich nicht von diesem auf den ersten Blick großen Unterschied täuschen. Der Freiberufler: 

    • trägt alle Risiken selbst, 
    • zahlt die Krankenversicherung aus eigener Tasche und 
    • muss Verdienstausfälle ausgleichen.

Ist er in einer vielversprechenden Branche tätig und hat sich feste Auftraggeber gesichert, welche ein hohes Honorar zahlen, dann sind in der Regel seine Verdienstmöglichkeiten besser als die eines Angestellten.





Bild: © Roman Stetsyk - Fotolia.com
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