Hacking und menschliches Versagen: Cyberrisiken für Freelancer

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Cyberattacken treffen schon lange nicht mehr nur Großkonzerne. Inzwischen zielen Hacker mit ihren kriminellen Aktivitäten auch vermehrt auf Selbständige sowie kleine oder mittelständische Unternehmen ab. Deshalb ist es wichtig, Maßnahmen gegen diese Risiken zu ergreifen. Wir zeigen Ihnen, welche Cyberrisiken es für Freelancer gibt und wie Sie Ihr Business schützen können.


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Inhalt des Artikels:

  1. Cyberangriffe: Risiko Nummer 1
  2. Cybersecurity: die Basics
  3. How to Onlinesicherheit
  4. Auf den Ernstfall vorbereiten
  5. Fazit

„Ihre Daten wurden verschlüsselt – gegen Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 10.000 Euro erhalten Sie erneuten Zugriff.“ Diese erpresserische Nachricht ist wohl der Alptraum aller Unternehmer – und für immer mehr von ihnen Realität. Denn längst haben Hacker auch Freiberufler als lohnendes Ziel für sich entdeckt.

Als Versicherungsmakler sehen wir uns bei exali regemäßig mit Schadenfällen konfrontiert, bei denen unsere Versicherungsnehmer durch die Machenschaften von Hackern um ihre Daten und/oder ihr Geld gebracht wurden. So unterschiedlich sich diese Fälle auch darstellen, hat sich bei ihrer Abwicklung jedoch eine Sache herauskristallisiert: Schon das Ergreifen einiger, ganz bestimmter Maßnahmen, kann Ihr Business schützen. Wir zeigen Ihnen wie.

Cyberangriffe – Risiko Nummer 1 für Unternehmen

Unternehmen sind einigen Risiken ausgesetzt, doch Bedrohungen aus dem Cyberbereich stehen in diesem Ranking ganz oben auf dem Siegertreppchen. Das ergaben umfassende Untersuchungen wie zum Beispiel eine Studie der Allianz Versicherung, welche die relevantesten Unternehmensrisiken für 2022 identifiziert hat.

Ergebnisse des Allianz Risk Barometers 2022.

Von 2.650 befragten Risikomanagementexpertinnen und -experten gaben 44 Prozent an, einen Cyberangriff als größte Bedrohung zu empfinden. Unsere Erpressernachricht in der Einleitung haben wir in diesem Zusammenhang somit nicht von ungefähr gewählt. 57 Prozent der Studienteilnehmer halten sogenannte Ransomware-Attacken, bei denen Schadsoftware Daten verschlüsselt, für eine der eklatantesten Cyberbedrohungen.

Die Schwergewichte unter den Konzernen bemühen sich schon länger um die Umsetzung von Cybersicherheitsstrategien, doch Freelancer und kleinere Firmen stehen diesen Risiken oft noch hilflos gegenüber. Die gute Nachricht ist: Sie benötigen weder ein grenzenloses Budget noch massenhaft personelle Ressourcen, um gegen Cyberrisiken gewappnet zu sein. Sie können jederzeit einige einfache Vorkehrungen treffen, um ihr Business zu schützen.

Cybersecurity für Freelancer – die Basics

Um Ihr Business gegen Cyberbedrohungen zu wappnen, können Sie diverse technische und organisatorische Maßnahmen ergreifen. Zu den grundlegenden Vorkehrungen gehören:

  • Professionelle Hard- und Software
    Provisorische Lösungen sparen Ihnen vielleicht zu Beginn Geld – ereignet sich jedoch ein Cybervorfall, beträgt der entstehende finanzielle Schaden oft ein Vielfaches.
  • Redundante Hardware
    Sie hilft Ihnen, Ausfälle zu verhindern, abzufedern und möglichst schnell wieder einsatzbereit zu sein.
  • Datensicherung
    Verwenden Sie externe Datenträger, die vom Rest Ihres Netzwerks abgekoppelt sind. Das schützt nicht nur vor unbefugten Zugriffen, sondern auch vor systemübergreifenden Schäden.
  • Firewalls und Virenscanner
    Das beste Mittel, um unberechtigten Datenverkehr zu blockieren – natürlich nur, wenn Sie regelmäßige Updates einspielen und alles auf dem neuesten Stand halten.
  • Bewusstsein schaffen
    Halten Sie sich und gegebenenfalls auch Ihr Team in Sachen Cyberrisiken auf dem Laufenden. Hacker entwickeln immer wieder neue Maschen, um an Daten zu gelangen. Und schließlich will auch die aktuellste Software richtig bedient werden.

Sicher online unterwegs

Online unterwegs zu sein, ist Teil des beruflichen und privaten Alltags und etwas, worauf die meisten Freelancer:innen weder verzichten wollen noch können. Um die Vorteile der Digitalisierung auch in dieser Hinsicht sicher nutzen zu können, sollten Sie jedoch ein paar Punkte beachten.

Schützen Sie Ihre Accounts daher unbedingt mit verschiedenen, sicheren Passwörtern. Zu einem sicheren Passwort gehören Groß- und Kleinschreibung sowie der Einsatz von Sonderzeichen und Zahlen. Im Idealfall wechseln Sie Ihre Zugangsdaten regelmäßig. Klingt umständlich? Ein Passwortmanager hilft, alles zu koordinieren.

🛈 Gehen Sie auf Nummer sicher und lesen Sie die 5 Experten-Tipps für gutes Passwortmanagement.

Vermeiden Sie außerdem ungeschützte öffentliche Netzwerke, in die Sie sich nicht einmal einloggen müssen. Hier wissen Sie nie, wer mitliest. Dementsprechend sollten Sie außerhalb sicherer Netzwerke auch niemals Daten versenden. Am besten Surfen Sie nur auf verschlüsselten Seiten und nutzen VPN. Dieses Virtual Private Network erlaubt Ihnen eine verschlüsselte Verbindung zum Internet.

Doch auch der heimische Internetzugang kann ohne Schutz als Einfallstor für Cyberkriminelle dienen. Neben den bereits erwähnten Maßnahmen lohnt es sich, Ihren Router mit einem WPA2-Schlüssel zu sichern.

Für den Ernstfall gerüstet

Die schlechte Nachricht vorweg: Einhundertprozentige Sicherheit existiert nicht. Aber: Selbst, wenn der schlimmste Fall, zum Beispiel in Form eines Cyberangriffs, eintritt, müssen Sie die Folgen nicht allein tragen. Versicherungslösungen für Cyberrisiken werden immer stärker nachgefragt und entlasten Sie im Ernstfall nicht nur bei den Kosten, sondern unterstützen Sie außerdem dabei, Ihren Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen zu können. Folgendes sollte Ihre Cyberversicherung enthalten:

  • Eine rund um die Uhr erreichbare Notfallnummer
  • Nach einer Cyberattacke den ursprünglichen Zustand Ihrer Systeme wiederherzustellen sowie den weiteren Betrieb zu gewährleisten, bedeutet nicht nur jede Menge Arbeit, sondern bringt auch hohe Kosten mit sich. Diese sollte der Versicherer mittragen.
  • Wenn Daten Ihrer Kunden in die Hände von Hackern fallen, leidet nicht nur die Cybersicherheit Ihres Business, sondern auch Ihr Image als Dienstleister. Ihre Versicherung sollte die anfallenden Summen für eine hilfreiche PR abdecken.
  • Lassen sich Ihre Daten nach einer Ransomware-Attacke nicht mehr entschlüsseln, gehört auch das Entrichten des Lösegelds zu den Aufgaben einer guten Cyberversicherung.
  • Es ist außerdem möglich, dass Sie nach einer erfolgreichen Cyberattacke Ihren Verpflichtungen gegenüber Kunden eine Zeit lang nicht mehr nachkommen können. Aus diesem Grund sollten die Leistungen Ihrer Versicherung auch Vertragsstrafen sowie fremde und eigene Umsatzausfälle abdecken.
Die Versicherung sollte im Ernstfall so gut wie alle Kosten abdecken und immer erreichbar sein.

Die Berufshaftpflichtversicherungen über exali schützt unsere Versicherungsnehmer automatisch bei Cyberschäden, die durch ihre Fehler einem Dritten wie z.B. Ihrem Auftraggeber entstehen. Zusätzlich umfassen unsere Versicherungen auch den Schutz vor Schadenersatzforderungen und wir sind bei Verzugsschäden, Bußgeldern und Abmahnungen an Ihrer Seite.

Für die Absicherung von Schäden, die am eigenen Business entstehen, können Sie außerdem Ihre Berufshaftpflicht um den Zusatzbaustein „Datenschutz- & Cyber-Eigenschaden-Deckung“ erweitern. Auf diese Weise schützen Sie sich vor Ransomware, DDos-Attacken und Co. – die Kosten einer Betriebsunterbrechung und gegebenenfalls einer Lösegeldzahlung trägt hierbei der Versicherer. Für Interessierte, die (noch) keine Berufshaftpflicht bei exali haben oder einen modularen Aufbau einer Cyber-Versicherung suchen, kann die Absicherung selbstverständlich auch über eine Standalone-Police erfolgen.

🛈 Als freelancermap Premium-Mitglied profitieren Sie von Sonderkonditionen bei der IT- und Consulting-Haftpflicht.  Zudem haben alle registrierten Freiberufler und Unternehmen (egal ob mit kostenfreier Basis- oder mit kostenpflichtiger Premium Mitgliedschaft) Zutritt zum geschützten Mitglieder-Bereich von exali. Der Login erfolgt über die freelancermap Kundennummer.

Cybersicherheit – keine Frage der Unternehmensgröße

Sie sehen – der richtige Umgang mit Cyberrisiken ist keine Frage der Unternehmensgröße. Mit der richtigen Mischung aus Prävention und Absicherung stellen Sie Ihr Business in Fragen der Cybersicherheit auf sichere Füße. So können Sie sich dem widmen, worauf es wirklich ankommt: Ihrer Profession und Ihren Kunden.

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Über den Autor

Ralph Guenther

Ralph Günther von exali.de gilt als ausgewiesener Experte, wenn es um Risikomanagement und spezifische Haftpflichtversicherungen für Freelancer, Dienstleister und mittelständische Unternehmen der IT-, eCommerce-, Medien- und Consulting-Branche geht. Als einer der Vorreiter im Online-Versicherungsbusiness hat er aktiv an der Verbesserung des Versicherungsschutzes für Selbständige und Freiberufler mitgewirkt und neue Leistungserweiterungen am Markt eingeführt. Sein Wissen gibt er regelmäßig als Autor in relevanten Fachmedien an seine Zielgruppe weiter.