30 Jahre Mauerfall: Freelancer im Ost-West-Vergleich

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Dass Angestellte im Osten Deutschlands weitaus weniger verdienen als westdeutsche Arbeitnehmer, ist bekannt. Die Aufschlüsselung der Daten des Freelancer-Kompass zeigt, ob der Arbeitsort innerhalb der Bundesrepublik ebenfalls Einfluss auf das Berufsfeld des Freelancers hat.

Inhalt des Artikels:

  1. Demografie: Neun von zehn Freelancern kommen aus dem Westen
  2. Stundensatz: West-Freelancer verdienen fast zehn Euro mehr
  3. Selbstständigkeit: Berufsalltag und Erfahrung
  4. Die Top 3 Branchen im Ost-West-Vergleich
  5. Download Infografiken

Am 09. November 1989 fiel die deutsche Mauer – rund ein Jahr später, am Tag der deutschen Einheit, unterzeichneten die beiden Verhandlungsführer der jeweiligen Teile Deutschlands den deutsch-deutschen Einigungsvertrag zwischen Ost- und West. Ein Ereignis, welches das bisher getrennte Land zusammenbringen und die Gleichberechtigung wieder herstellen sollte. Nichtsdestotrotz trennt die alten und neuen Bundesländer weiterhin eins: Die Gehalts-Kluft.

Demografie: Neun von zehn Freelancern kommen aus dem Westen

Ob sich das freie Projektgeschäft ebenfalls in Ost und West trennt, deckt der Freelancer-Kompass auf. Die Studie zeigt, dass etwa einer von zehn Freelancern in Deutschland aus dem Osten des Landes kommt. Freelancerinnen sind in beiden Hälften der Bundesrepublik wenig vertreten: Lediglich rund zehn Prozent sind weiblich. Besonders auffällig: Ossis stehen Wessis in Sachen Bildung in nichts nach. Auf beiden Seiten verfügen rund 90 Prozent über einen akademischen Bildungsabschluss. Im Stundensatz spiegelt sich das allerdings nicht wider.

Freelancer im Ost-West-Vergleich, Demografie
Nur 13 Prozent aller deutschen Freelancer kommt aus dem Osten. Weitere demografische Merkmale unterscheiden sich nur marginal.
West Ost
Anteil in Deutschland 87 % 13 %
Alter 48 Jahre 45 Jahre
weiblich 11 % 10 %
männlich 89 % 90 %
akademischer Abschluss 87% 91 %

Stundensatz: West-Freelancer verdienen fast zehn Euro mehr

Die Auswertung zeigt, dass freie Experten im Westen des Landes durchschnittlich rund 94 Euro pro Stunde verlangen. Ost-Freelancer verdienen mit 84,50€ etwa zehn Euro weniger. So erklärt sich auch, dass Freelancer im Westen häufiger die jährliche 100.000er-Brutto-Grenze knacken.

Freelancer im Ost-West-Vergleich, Stundensatz
Freelancer, die im Westen Deutschlands tätig sind, verdienen rund 10 Euro mehr pro Stunde und können dadurch durchschnittlich 300 Euro mehr pro Monat fürs Alter zurücklegen.

Laut der aktuellen Gehaltsanalyse der Online-Jobplattform Stepstone, verdienen ostdeutsche Angestellte immer noch rund zwanzig Prozent weniger als ihre westdeutschen Kollegen. Laut Dr. Anastasia Herrmann, Head of Research bei Stepstone, sei die Nachfrage an Fachkräften beispielsweise in Bundesländern wie Hessen oder Baden-Württemberg viermal so hoch wie in Sachsen-Anhalt.

In Freelancer-Kreisen haben die westdeutschen Auftragnehmer die Nase ebenfalls vorn: Den höchsten Durchschnitts-Stundensatz verlangen freie Experten in Schleswig-Holstein mit fast 100 Euro pro Stunde, wohingegen ostdeutsche Top-Verdiener in Sachsen-Anhalt mit fast 10 Euro weniger nach Hause gehen.

Wer mehr verdient, kann mehr sparen. Obwohl Freelancer bundesweit, sowohl im Osten, als auch im Westen, durchschnittlich fünfzehn Prozent ihres Verdienstes zurücklegen, können freie Experten aus den alten Bundesländern doppelt so viel Geld auf die hohe Kante legen. Hochgerechnet auf die nächsten dreißig Jahre, könnten West-Freelancer, bei gleichbleibenden Werten, über 100.000 Euro mehr fürs Alter zurücklegen, als freie Experten aus dem Osten.

West Ost
Durchschnitts-Stundensatz 94 € 84,50 €
Höchster Stundensatz Schleswig-Holstein 99 € Sachsen-Anhalt 90 €
Niedrigster Stundensatz Rheinland-Pfalz 83,50 € Thüringen 72 €
Rücklagen fürs Alter pro Monat 1.042 € 742 €
Prozent vom Nettoeinkommen 15 % 14 %
Bruttoumsatz über 100.000 € 61 % 46 %

Berufsalltag und Erfahrung

Die Vermutung liegt nah, dass westdeutsche Freelancer, bei höherem Verdienst und gleicher Bildung, zumindest mehr Berufserfahrung aufweisen können. Der Vergleich zeigt allerdings, dass Westdeutsche im Durchschnitt lediglich zwei Jahre mehr Erfahrung im Beruf gesammelt haben, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben.

Freelancer im Ost-West-Vergleich, Selbstständigkeit
Während im Westen die Branche der Banken und Finanzen dominiert, arbeiten im Osten die meisten Freelancer im IT- und Software-Bereich.
West Ost
Berufserfahrung vor Selbstständigkeit 13 Jahre 11 Jahre
Arbeitet im Home-Office 37 % 46 %
Arbeitet im Unternehmen 63 % 54 %
Arbeitet für Unternehmen mit
über 500 Beschäftigten
68 % 47 %

Desweiteren kristallisiert sich heraus, dass freie Experten aus dem Westen weniger oft Remote, also von Zuhause aus, arbeiten und Projekte in Unternehmen bevorzugen, die über 500 Mitarbeiter beschäftigen.

Die Top 3 Branchen im Ost-West-Vergleich

Unter Betrachtung der Branchen-Zugehörigkeit zeigen sich ebenfalls Unterschiede zwischen Ost und West. Die meisten West-Freelancer sind in der Branche Banken/Finanzen vertreten, während freie ostdeutsche Experten eher die IT- und Software-Branche favorisieren.

West Ost
Banken / Finanzen
15 %
IT / Software
18%
IT / Software
12 %
Banken / Finanzen
9 %
Automotive
10 %
Verkehr / Transport
8,5 %

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Weitere spannende Fakten zum Thema Freelancing finden Sie in der Auswertung unserer aktuellen Marktstudie.

Über den Autor

Karoline Grimm

Karoline Grimm studierte Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit mit technischem Schwerpunkt an der TH Nürnberg. Bereits während der Studienzeit interessierte sie sich für Bloggen, SEO, Social-Media und weitere Marketing-Themen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für Nachhaltigkeit und Tierschutz. Seit Dezember 2018 ist sie im Online-Marketing bei freelancermap.de tätig.

Von Karoline Grimm

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