Die Arbeitnehmerüberlassung

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Die Arbeitnehmerüberlassung ist auch als Temporär- oder Zeitarbeit bekannt. Dabei leiht ein Zeitarbeitsunternehmen einen bei ihm angestellten Arbeitnehmer an einen Kunden aus, der dessen Arbeitsleistung in Anspruch nimmt.


Inhalt des Artikels:

  1. Vertragskonstellation bei der Arbeitnehmerüberlassung
  2. Vorteile für Unternehmen
  3. Vorteile für den Leiharbeiter
  4. Arbeitnehmerüberlassung, Freelancer und Scheinselbständigkeit

Wie der Name schon impliziert, wird der Arbeitnehmer einer Temporäragentur bei der Arbeitnehmerüberlassung für eine gewisse Zeit einem Unternehmen ausgeleiht, also „überlassen“.

Vertragskonstellation bei der Arbeitnehmerüberlassung

Bei der Arbeitnehmerüberlassung bestehen Beziehungen zwischen dem Personaldienstleister (Verleiher) und Leiharbeiter, Verleiher und Entleiher sowie Leiharbeiter und Entleiher. Verträge werden allerdings nur zwischen Leiharbeiter und Personaldienstleister und zwischen Personaldienstleister und Entleiher abgeschlossen.

Bei der Arbeitnehmerüberlassung bestehen Verträge zwischen Leiharbeiter und Personaldienstleister sowie zwischen Entleiher und Personaldienstleister.

Der Leiharbeiter hat mit dem Zeitarbeitsunternehmen einen Arbeitsvertrag abgeschlossen. Daraus folgen für den Leiharbeitnehmer dieselben Rechte und Pflichten eines regulären Arbeitnehmers. Er unterliegt nicht der Weisungsbefugnis des Entleihers, also des Unternehmens, bei dem er die Arbeit letztlich ausführt, sondern der des Verleihers. Der Verleiher sorgt dafür, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung korrekt und vertragsgerecht gegenüber dem Entleiher erfüllt. Am Tätigkeitsort selbst hat der Entleiher dennoch eine fachliche Weisungsbefugnis.

Zwischen dem Verleiher und dem Entleiher besteht der eigentliche Arbeitnehmerüberlassungsvertrag. Er beschreibt die Position und die Tätigkeit des Arbeitnehmers sowie die Regelungen über den Geldbetrag, den der Verleiher vom Entleiher für die Dienstleistung erhält.

Vorteile für Unternehmen

Für Unternehmen entstehen durch die Zeitarbeit und die Arbeitnehmerüberlassung einige Vorteile. So können sie ihre Personalplanung flexibler gestalten, Auftragsschwankungen ausgleichen oder Spitzen abfedern. Sie binden das Personal nicht langfristig und können auf diese Weise vergleichsweise risikoarm in Zeiten guter Konjunktur aufstocken. Auch die Kosten für die Verwaltung sinken, da ein teures und zeitaufwendiges Recruiting entfällt. Der Arbeitsvertrag besteht zwischen dem Personaldienstleister und dem Arbeitnehmer, wodurch der Entleiher weniger Bürokratie zu bewältigen hat.

Vorteile für den Leiharbeiter

Für den Arbeitnehmer existieren ebenfalls einige Vorteile. So ist es einigen Personen durch die Arbeitnehmerüberlassung möglich, nach längeren Auszeiten, beispielsweise durch Familienzeit, vergleichsweise einfach in den Job zurückzufinden. Auch wer über geringe oder keine Berufserfahrung verfügt, kann über derartige Angebote schneller in Lohn und Brot kommen und hat gleichzeitig die Möglichkeit, erste Erfahrung im Berufsleben zu sammeln.

Sollte das Arbeitsverhältnis über die Vertragsdauer positiv verlaufen, steigt unter Umständen die Chance auf eine Übernahme. Einige Arbeitgeber nutzen die Zeitarbeitsphase als eine Art Probezeit, in der die Leiharbeitnehmer Fortbildungen in Anspruch nehmen oder Zusatzqualifikationen erwerben können.

Dennoch existieren auch einige Nachteile für Arbeitnehmer. So übernehmen viele Unternehmen die Leiharbeiter nicht und die Stellen umfassen oft nur einen kurzen Zeitraum. Häufige Jobwechsel und eine geringere Bezahlung im Vergleich zu den Stammkräften sind die Folge. Daraus kann Frust entstehen und die Bereitschaft sinken, sich neue Arbeit zu suchen.

Arbeitnehmerüberlassung, Freelancer und Scheinselbständigkeit

Seit die Gesetzeslage bezüglich der Scheinselbständigkeit von Freelancern im Jahr 2017 verändert wurde, zeigen sich auch Entwicklungen hinsichtlich der Zeitarbeit. So haben zum Beispiel Unternehmen, die Projekte für externe Spezialisten ausschreiben, vermehrt Ängste wenn es darum geht, Freelancer unter Vertrag zu nehmen. Sie bevorzugen daher einen Vertragsschluss mit einem Leihunternehmen im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung, da dies für Sie deutlich geringere Risiken bedeutet.

Gerade große Unternehmen haben in der Vergangenheit öffentlich Kommuniziert, dass sie – aufgrund der undurchsichtigen Rechtslage bezüglich Scheinselbständigkeit – zukünftig keine direkten Verträge mit Freelancern mehr eingehen wollen.

Obschon sich Freelancer jederzeit von einem Personaldienstleister anstellen lassen können, birgt dies für Sie finanzielle Nachteile. Zudem bedeutet dies für die Freelancer, die sich nicht in ein festes Arbeitsverhältnis mit dem Leihunternehmen begeben wollen, dass es weniger verfügbare Projekte für sie gibt.

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