Heimarbeit

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Heimarbeit beschreibt das Ausführen der Arbeitstätigkeit von zuhause aus. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten von Heimarbeit – die Selbständige und die Unselbständige. Beiden ist jedoch gemein, dass der Wohnbereich den Hauptarbeitsplatz darstellt.


Inhalt des Artikels:

  1. Arbeitsrecht
  2. Sozialversicherungspflicht
  3. Tätigkeiten
  4. Selbstständig vs. unselbständig
    1. Unselbstständige Heimarbeit
    2. Selbstständige Heimarbeit
  5. Herausforderungen
  6. Chancen
Selbständige Heimarbeiter sind nicht Arbeitnehmer und müssen ihre selbständige Tätigkeit anmelden.
Es gibt einige Unterschiede zwischen selbständiger und unselbständiger Heimarbeit.

Arbeitsrecht

Arbeitsrechtlich gesehen sind Heimarbeiter alle Individuen, die zuhause ihrer erwerbstätigen Arbeit nachgehen, sei dies hauptberuflich oder im Nebenjob. Sind sie unselbständig tätig, handeln sie im Auftrag eines Gewerbetreibenden oder einer anderen ihnen vorgesetzten Instanz. Sie verwerten die Ergebnisse und Erzeugnisse ihrer Arbeit selbst nicht direkt, sondern stellen sie ihrem Arbeitgeber zur Verfügung. Dabei kann es sich um materielle Erzeugnisse, aber auch um digitale Produkte und Services handeln. Unselbständige Heimarbeit ist im Heimarbeitergesetz (HAG) geregelt.

Heimarbeit und die Sozialversicherungspflicht

Aus Sicht der Sozialversicherung handelt es sich bei unselbständigen Heimarbeitern um Angestellte, denen ein Arbeitgeber vorgesetzt ist und auf dessen Rechnung sie arbeiten. Gleichzeitig gehen sie ihrer Tätigkeit an „eigener Arbeitsstätte nach“. Der Auftraggeber kann wie im HAG definiert, ein Gewerbetreibender sein, jedoch auch ein gemeinnütziges Unternehmen oder eine Instanz des öffentlichen Dienstes. Als Heimarbeiter gelten sie, ebenso wie reguläre Angestellte, als Beschäftigte im Sinne des Sozialversicherungsgesetzes.

Tätigkeiten

Die Möglichkeiten, zu Hause sein Geld zu verdienen sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Job deutlich. Grundsätzlich lässt sich die Heimarbeit in die Produktion von physischen Gütern, in die Erstellung digitaler Erzeugnisse und in Dienstleistungen einteilen.

Während die Heimarbeit historisch vor allem von Frauen und chronisch Kranken betrieben wurde, und ihre Wurzeln in der Güterproduktion und in Dienstleistungen hat, gewinnt sie zunehmend an Attraktivität und wird in der heutigen Zeit mit zunehmender Digitalisierung immer populärer.
So arbeiten beispielsweise Produkt- und Programmtester oder virtuelle Assistentinnen von zu Hause aus, aber auch Schriftsteller, die E-Books schreiben oder Personen, die bei bezahlten Umfragen teilnehmen.

Das Homeoffice ist besonders für Berufsgruppen attraktiv, die für ihre Leistungen lediglich einen Computer und einen Internetanschluss benötigen. Beliebt und verbreitet ist die Heimarbeit zudem als Minijob oder im Nebenerwerb.

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Selbstständige vs. unselbständige Heimarbeit

Eine weitere grundlegende Kategorisierung lässt sich in den Sparten selbständige und unselbständige Heimarbeit vornehmen.

Unselbstständige Heimarbeit

Hierbei arbeitet der Heimarbeiter in einem Angestelltenverhältnis und steht in telefonischem oder digitalem Kontakt mit seinem Arbeitgeber. Seinen Job erbringt der Arbeitnehmer in diesem Fall direkt online oder teilt seine Leistungen in digitaler oder analoger Form per Mail, FilesharingDiensten, Brief oder Paket mit dem Arbeitgeber.

Die geleistete Zeit wird entweder automatisiert erfasst oder manuell eingetragen. Da bei Heimarbeit der Nachweis der Arbeitszeit oftmals schwierig zu erbringen ist, vereinbaren die beiden Parteien häufig eine Bezahlung nach erbrachter Leistung. Das können Produkte, Artikel und andere Erzeugnisse sein.

Selbstständige Heimarbeit

Hierbei liegt kein Angestelltenverhältnis vor. Der Heimarbeiter verrichtet seine Tätigkeit als Freelancer und arbeitet in eigener Verantwortung für verschiedene Auftraggeber. Anders als ein unselbständiger Heimarbeiter, ist er nicht nur für die Erledigung seines Jobs zuständig, sondern schreibt auch Rechnungen, die er an seine Klienten ausstellt, und betreibt Aquise. Ein fester Monatslohn existiert hierbei nicht, wie viel Geld der Heimarbeiter verdient, ist wie bei allen Selbständigen von seinem eigenen Effort abhängig. Zudem muss selbständige Heimarbeit beim zuständigen Amt angemeldet werden.

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Herausforderungen

Die Voraussetzungen für Heimarbeit sind im Heimarbeitsgesetz klar geregelt. Viele Arbeitgeber stehen der Arbeitserbringung von zuhause aus jedoch auch heute noch skeptisch gegenüber. Wo das Vertrauen fehlt, ist es oftmals schwierig, die geleistete Arbeitszeit zu überprüfen. Angestellte, die ihre Leistung falsch abrechnen, können für hohen finanziellen Schaden im Unternehmen sorgen.

Chancen

Für viele Firmen bietet diese Form der Arbeitsteilung in Unternehmen jedoch auch Vorteile. Im Zeitalter der Digitalisierung ist es einfach, über Konferenztools und Produktivitätssoftware online in Kontakt zu treten, Informationen auszutauschen und zusammenzuarbeiten, wodurch Kosten eingespart werden können. Eine wachsende Zahl von Branchen setzt deshalb zunehmend auf vernetzte Heimarbeiter.

Doch nicht nur für Unternehmen ist Heimarbeit eine attraktive Möglichkeit. Auch die Heimarbeiter profitieren, da sie bequem von zu Hause aus arbeiten können. Tun sie dies beispielsweise in einem Teilzeitpensum bleibt so mehr Zeit für Familie, da ein Arbeitsweg entfällt. Je nach Branche und Angebot ist es außerdem möglich, mit Heimarbeit gutes Geld zu verdienen.

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