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18.05.2017

Deutsche Unternehmen wollen Single-Sign-on-Verfahren


Eine Allianz deutscher Unternehmen will in Sachen Login-Dienste gegen Google und Facebook antreten.




Ein Generalschlüssel für das Internet - deutsche Unternehmen meinen damit nicht etwa ein Backdoor in Krypto, sondern ein Single-Sign-on-Verfahren. Damit wollen das Automobilunternehmen Daimler, der Versicherungskonzern Allianz, die Deutsche Bank, das Karten-Start-Up Here und der Axel-Springer-Verlag gegen Google und Facebook antreten. Das Verfahren soll besonders sicher sein, technische Details sind bislang aber nicht bekannt.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, wollen die Partner einen „Generalschlüssel“ für das Internet anbieten, um den Verbrauchern den Login zu erleichtern. Mit dem Single-Sign-on-System müssten sie sich nur noch bei einem der Partner rechtskräftig identifizieren und könnten dann die Dienste aller Kooperationspartner in Anspruch nehmen. Der Bergriff „Generalschlüssel“ ist jedoch unglücklich gewählt: Viele technikbegeisterte Nutzer denken dabei vor allem an Backdoors in Verschlüsselungsprodukten.

Technische Details oder ein Security Whitepaper wurden bisher noch nicht veröffentlicht, doch in einer Pressekonferenz versicherte der Direktor des Technologiepartners Core: „Höchste Datenschutz- und Sicherheitsstandards kombiniert mit Technologiekompetenz sind zukünftig Voraussetzung für die informationelle Selbstbestimmung der Bürger und Unternehmen.“

Das Single-Sign-on-System soll vor allem mit Facebook und Google konkurrieren. Im Moment wird als Beispiel für die sichere Authentifizierung lediglich das Video-Ident-Verfahren angeführt. Eine spätere Einbeziehung von E-Government-Diensten sei einem Sprecher der Deutschen Bank zufolge „denkbar“. Ob der elektronische Personalausweis, dem nach wie vor echte Fans fehlen, genutzt werden kann, ist aber noch nicht bekannt.

Das System soll aber nicht nur den Login erleichtern, sonder künftig auch Zahlungsabwicklungen ermöglichen. Die GmbH für die Zusammenarbeit mit Partnern muss noch gegründet werden, in der zweiten Jahreshälfte 2018 soll das System dann aber verfügbar sein. Für die Entwicklung der Technik sollen die Kartenfirma Here und der bislang noch nicht wirklich bekannte „IT Think Tank“ Core verantwortlich sein.

Mit der E-Mail Made in Germany hatten deutsche Unternehmen unter der Leitung von Web.de, Freenet, GMX und T-Online zuletzt vergeblich versucht, der elektronischen Nachricht ein Qualitätssiegel zu verpassen. Über Jahre hinweg hatten viele Anbieter mit Sicherheitslücken zu kämpfen.






Quelle: https://www.golem.de/news/single-sign-on-daimler-und-springer-wollen-generalschluessel-fuers-internet-1705-127684.html
Bild: © flashpics - Fotolia.com

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