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16.05.2017

WannaCry: Ein schwerwiegender Cyber-Angriff sorgt weltweit für Ausfälle


Ein Verschlüsselungstrojaner, der sich erschreckend schnell verbreitet, hat auch das Informationssystem der Deutschen Bahn teilweise lahmgelegt.




Ransomware wird ein immer größeres Problem. Die Erpressungstrojaner sperren Computer und darauf befindliche Dateien, die Angreifer fordern Lösegeld für die Freigabe und dafür, keine Dateien zu löschen. Über das Internet verbreitet sich gerade solch ein Verschlüsselungstrojaner, der am Freitag nicht nur die Anzeigetafeln der Deutschen Bahn, sondern in England auch Krankenhäuser lahmgelegt hat. Insgesamt wurden innerhalb weniger Stunden 230.000 Computer in fast 150 Ländern zum Stillstand gebracht.

Für betroffene Nutzer kann ein Ransomware-Angriff nicht nur teuer, sondern auch sehr gefährlich werden. Die Ransomware „WannaCry“ hat in England und Schottland zahlreiche Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen attackiert. Der Zugriff auf Patientendaten war nicht möglich, die Patienten wurden an andere Kliniken verwiesen und konnten nicht behandelt werden. Auch in Deutschland wurden bereits Krankenhäuser angegriffen, doch ein Ausmaß dieser Größenordnung ist neu.

Auch die Deutsche Bahn hatte mit dem Krypto-Trojaner zu kämpfen. Informations- und Anzeigetafeln fielen komplett aus, in der Nacht hatte der Konzern das System teilweise heruntergefahren. Die Kunden der Bahn wurden darauf hingewiesen, die Lautsprecherdurchsagen zu beachten. Inzwischen konnten die Angriffe gestoppt werden, weil Sicherheitsforscher eher zufällig den Kill Switch gefunden haben.

Nun ist die Diskussion um den Schuldigen in vollem Gange, doch jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen. Wie so oft gilt: Jeder Beteiligte hat seinen Teil dazu beigetragen. Dem Geheimdienst NSA wird vorgeworfen, die Sicherheitslücke von Microsoft schon seit Langem gekannt und für sich behalten zu haben, statt den Konzern davon in Kenntnis zu setzen. Die Hackergruppe „Shadowbrokers“ hatte die Angriff-Werkzeuge der NSA ins Netz gestellt, so konnte jeder darauf zugreifen.

Doch ähnlich wie der BND wandelt der Geheimdienst auf einem schmalen Grat. Um Cyber-Angriffe von Terroristen oder Kriminellen zu verhindern, brauchen die Dienste Zugriff auf entsprechende Daten in Chats, auf Smartphones oder Servern. Um den Zugriff zu gewährleisten, muss ihnen gestattet sein, im Einzelfall nicht auf die Lücken hinzuweisen.

Möglich war ein Angriff mit dieser Reichweite natürlich auch nur, weil Microsofts System - Windows XP - anfällig dafür war. Jedoch warnte der Konzern bereits vor vier Jahren vor den Gefahren, die von Windows XP ausgehen, weil der Service eingestellt und die Software nicht mehr aktualisiert wurde. Microsoft wollte damit seine Kunden zu einem Wechsel auf neuere Betriebssysteme überreden, Windows XP kam bereits 2001 auf den Markt.

Viele Nutzer waren dennoch zufrieden mit dem System, immerhin funktionierte es im Gegensatz zu vielen neueren Systemen recht zuverlässig. Immerhin sieben Prozent der Rechner laufen noch immer mit XP, obwohl Oliver Gürtler, damaliger Chef der deutschen Windows-Sparte schon 2013 warnte: „Windows XP basiert auf einer Sicherheitsarchitektur, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht.“

Gerade Institutionen wie Krankenhäuser sollten also nicht am falschen Ende sparen und ihre Computersysteme auf dem Laufenden halten. Denn ein Angriff dieser Art ist jederzeit rekonstruierbar und könnte sehr leicht noch viel größere Ausmaße annehmen.






Quellen: http://winfuture.de/news,97619.html
                http://www.zeit.de/digital/internet/2017-05/hackerangriff-deutsche-bahn-ransomware-weltweit
                http://www.sueddeutsche.de/digital/wannacry-nsa-und-bnd-globaler-cyber-angriff-zeigt-wie-riskant-die-arbeit-der-geheimdienste-ist-1.3504126
Bild: © EIC Agency LLC - Fotolia.com

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