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06.04.2017

Laptop-Verbot im Flugzeug: Anschläge geplant?


Einige Fluglinien haben Laptops verboten, weil sie offenbar konkrete Informationen zu geplanten Terroranschlägen haben.




Wie der britische Guardian berichtet, warnen Sicherheitsbehörden der USA und Großbritanniens vor Anschlägen mit explosiven iPad-Attrappen. Die Behörden haben offenbar einen Plan für gefälschte Apple-Tablets aufgedeckt, die mit Sprengstoff versehen werden sollten. Konkrete Informationen zu Ort und Zeitpunkt für einen Anschlag gibt es nicht, dennoch hatte die Warnung Auswirkungen auf den Flugverkehr.

In der vergangenen Woche hatten die USA und Großbritannien ein Verbot für größeren Elektrogeräte wie Laptops und Tablets in den Kabinen der Flugzeuge ausgesprochen. Vor allem Direktflüge aus zehn vorwiegend muslimisch geprägten Ländern im Nahen Osten und Nordafrika waren betroffen. Smartphones dürfen mit in die Kabine, doch auch DVD-Player, Lesegeräte, Spielekonsolen, portable Drucker und Kameras sind verboten. In Deutschland bleiben die Geräte vorerst erlaubt.

Gegenstimmen wandten ein, dass ein derartiges Gerät, in dem Sprengstoff versteckt sei, auch im Frachtraum explodieren könne. Experten zufolge hätten Terroristen jedoch in der Kabine bessere Möglichkeiten, ein Gerät direkt am Fenster zu Explosion zu bringen und damit ein Loch in die Kabinenwand zu reißen. Explodiere ein Gerät in der Mitte des Frachtraums, sei die Gefahr dazu nicht so groß.

Bereits im Februar 2016 hatte es einen ähnlichen Anschlag in einer Flugzeugkabine in Somalia gegeben. In einem Laptop soll der Sprengstoff deponiert worden sein, allerdings soll dieser dem späteren Attentäter erst nach der Sicherheitskontrolle von einem Flughafenmitarbeiter überreicht worden sein.

Nun machen sich die USA und Großbritannien Sorgen, dass die Sicherheitsvorkehrungen in bestimmten Ländern nicht ausreichen und zu einem weiteren Anschlag führen könnten. In den letzten Jahren gab es wiederholt Versuche, Sprengsätze am Körper mit in ein Flugzeug zu nehmen. Diese waren aber gescheitert.

Welche Flughäfen jedoch als sicher oder eben unsicher eingestuft werden sollen, darüber sind sich die Behörden noch nicht einig. Großbritannien und die USA halten internationale Flughäfen in der Türkei, Jordanien, Ägypten und Saudi-Arabien für unsicher, sie wurden von beiden Ländern mit dem Verbot belegt. Die USA zweifelt zudem an der Sicherheit an Flughäfen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Marokko und Kuwait. Großbritannien hat den Libanon und Tunesien im Visier, hält dafür jedoch Katar und die Emirate für ausreichend abgesichert.

Wie es im Guardian noch heißt, überlege Frankreich, das Verbot ebenfalls einzuführen. Belgien warte auf die Entscheidung der Flugsicherheitsbehörde EASA, die Niederlande sähen keinen Grund, Laptops in den Kabinen zu verbieten.






Quelle: https://www.golem.de/news/laptop-verbot-terroristen-basteln-offenbar-an-explosiven-ipads-1703-126984.html 
Bild: © Peshkova - shutterstock.com

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