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10.01.2017

Facebook erntet Kritik für Werbe-Tracking


Vielen Nutzern ist immer noch nicht bewusst, wie umfangreich Facebook wirklich ihre Daten sammelt. Bürgerrechtler beschweren sich über die Praktiken.




Dass Facebook jede Möglichkeit nutzt, um an Daten seiner Nutzer zu kommen und damit die Werbekanäle zu füttern, ist bekannt. Doch das soziale Medium nutzt nicht nur Informationen, die sich in dem Netzwerk selbst tummeln, sondern nutzt Auskunfteien wie Acxiom und Datalogix, um auch Daten außerhalb von Facebook zu nutzen. So kann die Werbung beispielsweise auch auf das Einkommen der Nutzer zugeschnitten werden. Genau hier fehlt es Bürgerrechtlern jedoch an Transparenz.

Jeffrey Chester ist Geschäftsführer des Center for Digital Democracy (CDT) und kritisiert Facebook, weil es seinen Nutzern verschweige, wie und in welchem Umfang die Daten gesammelt werden: „Sie sind nicht ehrlich.“ Bis zu zwölf verschiedene Datenbroker werden genutzt, um an die OfflineDaten zu gelangen und damit die Werbeanzeigen anzupassen. Die User sollten laut Chester Bescheid wissen, woher die einzelnen Informationen stammen und wie der Konzern damit umgehe. Bisher gebe es noch keine Antwort auf eine Beschwerde an die US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC).

Schon seit 2012 arbeitet Facebook mit Auskunfteien zusammen. Laut ProPublica bietet das Unternehmen seinen Werbekunden ganze 29.000 Informationskategorien, die auch zum Download bereitstehen. Fast 600 der Kategorien stammen von Auskunfteien, die meisten generiert Facebook allerdings selbst anhand der Likes und Klicks auf verknüpfte Webseiten. Zusätzlich agiert Facebook als Authentisierungspartner für andere Online-Portale und kann so noch mehr personenbezogene Daten beziehen. Mit der neuen Funktion „Local Awareness“ verfolgt Facebook seine Nutzer jetzt auch noch bis in Läden hinein.

Mit den Datenbrokern will Facebook vor allem erfahren, wie viel seine User verdienen, welche Restaurants sie besuchen, in welchen Geschäften sie einkaufen gehen und welche Kundenbindungs- und Kreditkarten sie verwenden. Welche Auskunfteien in welchem Land genutzt werden, hat Facebook auf einer Hilfe-Webseite veröffentlicht. Hier tauchen allerdings nur Broker auf, die „zugestimmt haben, ein Abbestellformular auf ihren Webseiten anzubieten“. So kommt es, dass in den USA sechs Firmen aufgeführt werden, in Deutschland mit Acxiom sogar nur eine. 

Eine Facebook-Sprecherin wehrt sich gegen die Vorwürfe der mangelnden Transparenz. Gegenüber dem US-Magazin IBTimes erklärte sie, die Nutzer könnten die zielgerichtete Werbung über die Voreinstellungen ausblenden. Dann werde Facebook alles tun, um dem Wunsch zu entsprechen. Wer die Werbung nicht deaktiviert, könne sich über ein Dropdown-Menü ansehen, weshalb gerade dieses oder jenes Werbebanner angezeigt wird. Dort soll teilweise auch angezeigt werden, ob ein Nutzer „zu einer Zielgruppe gehört, die von unseren Partnern an Facebook geliefert wurde.“






Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Werbe-Tracking-Facebooks-Kooperation-mit-Datenhaendlern-in-der-Kritik-3585647.html
Bild: © Schulz-Design - Fotolia.com
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