Multiplikatoren: Großgruppen schulen! (Teil II)

12.12.2011

Die internen „Trainer“ stehen, wenn beim Umsetzen im Alltag Probleme auftauchen, weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung.

Im ersten Teil des Beitrags haben Sie erfahren, welche negativen Folgen die falsche Herangehensweise und Einstellung bei einer Neustrukturierung von Abläufen haben können. Außerdem wurden 3 mögliche Wege vorgestellt, wie man den zu schulenden Mitarbeitern das nötige Know-How und Bewusstsein vermittelt - und zwar mit Multiplikatoren.


Eigene Mitarbeiter als „Trainer“ qualifizieren:


Ein solches Vorgehen hat gegenüber einem Schulen durch externe Trainingsanbieter weitere Vorteile: Die internen „Trainer“ stehen, wenn beim Umsetzen im Alltag Probleme auftauchen, weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung. Hinzu kommt folgendes Plus: Verfügen die Mitarbeiter oder Führungskräfte erst einmal über die nötige Kompetenz, um Wissen anderen Personen strukturiert zu vermitteln, kann auf diese Kompetenz immer wieder zurückgegriffen werden. Außerdem erhöht sich, wenn die Personen, die zu Trainern ausbildet werden, Führungskräfte sind, auch deren Kompetenz, ihre Mitarbeiter im Arbeitsalltag anzuleiten und zu coachen.

Solche „Train-the-Trainer-Ausbildungen“, die vor allem darauf abzielen, zum Beispiel Meister oder Führungskräfte im Vertrieb oder Teamleiter in Servicecentern zu Trainern ihrer Mitarbeiter zu qualifizieren, müssen anders konzipiert sein, als Trainerausbildungen für hauptberufliche Trainer. Sie dürfen sich zum Beispiel nicht über ein oder gar zwei Jahre erstrecken. Sie müssen sich zudem auf die „bullet points“ fokussieren, die für die Wissensvermittlung an Mitarbeiter oder Kollegen unabdingbar sind.

In maximal einer Woche „Trainer“ werden:


Wie eine solche Ausbildung konzipiert sein kann, sei exemplarisch am Beispiel der Trainergrundbildung erläutert, in der Mitarbeitern von Unternehmen binnen vier Tagen das erforderliche Basis-Wissen zum Schulen von Mitarbeitern, Kollegen oder Kunden vermittelt wird. In dieser Ausbildung wird den Teilnehmern weitgehend das Know-how vermittelt, das auch im Programm der klassischen Trainerausbildungen steht – in komprimierter Form.

So werden in der Ausbildung zum Beispiel Themen behandelt wie „Mein Selbstverständnis als Trainer“, „Menschliche Wahrnehmung und Kommunikation“, „Lernprozesse planen und steuern“, „(Kreative) Lernmethoden“ und „Professioneller Umgang mit den Trainings- und Präsentationsmedien“ – Themen, die man auch in den Programmen der klassischen Trainerausbildungen, die sich über ein, zwei Jahre erstrecken, findet. Was jedoch fehlt, sind Themen wie Auftragsklärung. Warum? Bei firmeninternen Schulungsmaßnahmen ist der Auftrag nebst den Zielen, die mit der Maßnahme verbunden sind, in der Regel vorgegeben. Also braucht man hierüber nicht lange debattieren.

Gestrichen wurden aus dem Programm auch alle Elemente, die sich im weitesten Sinn mit der Frage befassen: Wie vermarkte ich als Trainer mich und meine Leistungen? Denn diese Themen sind primär für Personen interessant, die eine selbstständige Existenz als Trainer oder Berater anstreben – jedoch nicht für festangestellte Mitarbeiter von Unternehmen, die sich für das Schulen von Kollegen qualifizieren möchten. Auch Männer und Frauen, die bereits seit Jahren als Fachtrainer arbeiten und primär ihr methodisch-didaktisches Handwerkszeug schleifen möchten, interessieren sich hierfür nicht. Und wenn doch? Dann können sie ein Aufbauseminar besuchen.

Steigende Nachfrage von Unternehmen:


Gemäß der Maxime „Was ist für die Zielgruppe interessant und relevant?“ muss also, wenn es um das Ausbilden von firmeninternen „Trainern“ oder „Wissensvermittlern“ geht, das Programm der klassischen Trainer-Ausbildungen so „entschlackt“ werden, dass der Stoff in maximal einer Woche vermittelbar wird.

Solche „abgespeckten“ beziehungsweise auf den Firmenbedarf zugespitzten Trainerausbildungen stoßen bei den Unternehmen seit einigen Jahren auf eine immer größere Resonanz. Aus einem ganz einfachen Grund: Neben dem Marktumfeld, ändern sich in den Unternehmen auch in immer kürzeren Zeitabständen die Strategien, Abläufe sowie die genutzten (technischen) Verfahren. Also steigt auch der Schulungsbedarf. Folglich brauchen die Unternehmen auch mehr Mitarbeiter, die über die erforderliche Kompetenz verfügen, Kollegen oder Kunden zu schulen – und zwar nicht irgendwann und irgendwo, sondern zeit- und arbeitsplatznah.

notebooksbilliger.de

(Bild: © almagami – fotolia.com)

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