Mein Partner – Der Mittelstand

02.02.2011

„Die herausragende Bedeutung des Mittelstands für die Volkswirtschaft wird immer wieder betont. Umso erstaunlicher ist es, dass es offensichtlich keine allgemein anerkannte Definition hierfür gibt.“(1)

„Darüber hinaus ist in Deutschland auch die Bezeichnung mittelständisches Unternehmen sehr verbreitet, wobei auch hierfür eine allgemeinverbindliche und exakte Definition nicht feststellbar ist.“(2) Eine Vielzahl von unterschiedlichen Kriterien grenzt aber KMU von Großunternehmen ab. Zusammengefasst wird unterteilt in quantitative und qualitative Kriterien.(3)

Mit den quantitativen Kriterien kann ein rechnerischer Anteil des Mittelstands an der Gesamtwirtschaft ermittelt werden. Gemessen an Umsatz und/oder Zahl der Beschäftigten können mittelständische Firmen die festgelegte Größenschwellen nicht überschreiten, identifiziert werden.(4)

[caption id="" align="alignleft" width="535" caption="Abbildung 1: Mittelstandsdefinition des IfM Bonn (5)"]Abbildung 1[/caption]

[caption id="" align="alignleft" width="536" caption="Abbildung 2: Mittelstandsdefinition der EU-Kommission (6)"]Abbildung 2[/caption]


























Speziell für Freiberufler im IT-Sektor ist der Mittelstand ein attraktiver Auftraggeber. Der Mittelstand versteht es, spezielle Anforderungen auf seine Bedürfnisse hin zu spezifizieren und benötigt fachmännisches Wissen. Dabei sollte der Partner im Mittelstand bewusst gewählt werden. Um die Chancen für Freiberufler konkret zu verdichten sollte man sich der Perspektive hinter den mittelständischen Betrieben detaillierter betrachten. Dabei ist festzustellen, dass Betriebe mit Mitarbeiter bis max. 50 Personen viele IT-technische Aufgaben entweder durch den Unternehmensleiter (bei einer Personengesellschaft) oder dem GmbH-Geschäftsführer (bei einer GmbH) durchführen lassen. Dabei ist genau diese Bandbreite für Freiberufler ein interessanter Markt. Leistungen, resp. die Konzentration der Kernkompetenzen in diesem Bereich, werden häufig von externen Mitarbeitern durchgeführt, da aufgrund mangelnder Fach- und Führungskräfte es immer schwieriger für mittelständischen Betrieb wird, diese entsprechend zu rekrutieren oder zu halten. „Personal ist der zentrale Erfolgsfaktor für die unternehmerische Leistung und den Unternehmenserfolg.“(7)


Wie wichtig Wissen und Know-how im Einzelnen ist, zeigt die folgende Grafik, die eine Strategieorientierung im Mittelstand etwas näher erfasst.

[caption id="" align="alignleft" width="560" caption="Abbildung 3: Einschätzung der Wichtigkeit von 12 ausgewählten Wettbewerbsvorteilen (8)"]Abbildung 3[/caption]



























Alleine das besondere Know-how schneidet hier mit 42% ab. Für viele mittelständische Betriebe gibt es hier durch die Wirtschaftswissenschaft einige Ansätze, das Defizit auszugleichen. So genannte Make-Corporate or Buy Entscheidungen (kurz: MCoB-Decisions) nützen in der Regel den Betrieben, Lösungen herbei zu führen. Um aber ad-hoc Lösungen herbei zu führen, greifen viele Betriebe speziell bei IT-Problemen auf Freelancer zurück. Daher sind Freelancer hier die bessere Alternative, Defizite auszugleichen und das Unternehmen kann sich auf seine Kernkompetenzen wieder konzentrieren.


Der Umfang an IT-Aufgaben in diesen Unternehmen umfasst sowohl die Instandhaltung und Inbetriebnahme von Hardware-Systemen, wie aber auch die Pflege, Updaten und Entwicklung von vorhandener oder zukünftiger Betriebs- und Anwendungssysteme. Hierzu zählen in der Regel Windowsbasierte Betriebssysteme mit Laufzeiten zwischen 5-7 Jahren nach Softwareeinführung, aber auch bestimmte betrieblich benötigte Anwendungssysteme bis hin zu ERP-Systemen. Es ist also die Regel auf IT-Landschaften zu treffen, die stark geprägt sind, von Software-Variablen, die älter als 5 Jahre sind. Hierbei ist die Investition ein Muss für mittelständische Betriebe, um nicht nur durch den guten Freelancer das fehlender IT-Wissen auszugleichen, sondern IT-Lösungen im gesamten als Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu nutzen. „Die drei IT-Leistungsprozesse nach Gartner [18] erweitert um die Unterstützungsprozesse nach Blomer, Bernhard [20] werden im Folgenden dargestellt:
IT-Leistungsprozesse


  • Innovationen

    • Strategie

    • Architektur

    • Standards





  • Veränderung

    • Entwicklung und Realisierung der Innovation über Projekte und Architektur





  • Dienstleistung

    • Funktionalität

    • Betriebsmittel

    • Sicherheit





  • IT-Unterstützungsprozesse

    • Beziehungsmanagement

    • Controlling

    • Personalmanagement





Generell entsteht durch die zunehmende Virtualisierung unserer Wirtschaft ein verstärkter Bedarf an Informationsaustausch und damit auch an Informationstechnologie.




  • Wichtige Kernprozesse von Unternehmen werden zum Teil nur für kurze Zeit miteinander gekoppelt.

  • Kunden wollen ihre Produkte virtuell selbst definieren.


All dieses setzt ein hohes Maß an Technologiebeherrschung und Kenntnisse interner Prozesse voraus. Die IT wird hier zum Wettbewerbsvorteil, wird nicht nacharmbar, nicht ersetzbar, erlaubt den Zugang zu neuen Märkten, erzeugt so neuen Nutzen und wird integraler Bestandteil des Unternehmensverständnisses.“(9)


Damit wird deutlich, wie wichtig einerseits eine funktionierende IT für das Unternehmen ist, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu sichern. Auf der anderen Seite benötigen Unternehmen immer mehr fachspezifisches Wissen, um genau diese IT zu nutzen, zu steuern und im Betrieb zu installieren.


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(1) Wallau (2006), S. 12.
(2) Vgl. Wittlage (1987), S. 563; Zitiert nach Schulte-Zurhausen (1995), S. 285.
(3) Vgl. Schulte-Zurhausen (1995), S. 285.
(4) Vgl. Wallau (2006), S. 12.
(5) Quelle: IfM Bonn (2004), in Wallau (2006), S. 13.
(6) Quelle: EU-Kommission (1996/2003), in Wallau (2006), S. 13.
(7) Zitat: Werner, Personalführung und Organisation im Wandel, aus Schauf, Malcolm (2006), S. 228
(8) Quelle: http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl6/forschung/metora/docs/fokus_prints_09-06.pdf, letzte Recherche am 31.01.2011
(9) Quelle: http://books.google.de/books?id=dqn4uRcd1MIC&pg=PA73&dq=IT+als+Wettbewerbsvorteil&hl=de&ei=_tpGTZGvFcih8QO6nPyuCQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=7&ved=0CE0Q6AEwBg#v=onepage&q=Wettbewerbsvorteil&f=false, letzte Recherche am 31.01.2011



Quellen- und Literaturverzeichnis
Schauf, M. [Hrsg.] (2006): Unternehmensführung im Mittelstand – Rollenwandel kleiner und mittlerer Unternehmen in der Globalisierung, 1. Aufl., München/Mering: Rainer Hampp Verlag.
Schulte-Zurhausen, M. (1995): Organisation, München: Vahlen, S. 285-286.
Wallau, F. (2006): Mittelständische Unternehmen in Deutschland: das Rückrat der Wirtschaft, in: Schauf, M. [Hrsg.] (2006): Unternehmensführung im Mittelstand – Rollenwandel kleiner und mittlerer Unternehmen in der Globalisierung, 1. Aufl., München/Mering: Rainer Hampp Verlag, S. 12-13.


Internetquellen
http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl6/forschung/metora/docs/fokus_prints_09-06.pdf, letzte Recherche am 31.01.2011
http://books.google.de/books?id=dqn4uRcd1MIC&pg=PA73&dq=IT+als+Wettbewerbsvorteil&hl=de&ei=_tpGTZGvFcih8QO6nPyuCQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=7&ved=0CE0Q6AEwBg#v=onepage&q=Wettbewerbsvorteil&f=false, letzte Recherche am 31.01.2011

© Foto Marko Greitschus / pixelio.de

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