Freelancer im Interview: Julian Hofmann

16.05.2019

Als Inhaber einer Agentur für Online Marketing hat sich das freelancermap-Mitglied Julian Hofmann auf den Bereich SEO und SEA spezialisiert. Dabei sieht er die Herausforderungen der nächsten Jahre vor allem in der zunehmenden Spezialisierung.





Kleine Aufwärmrunde - Stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor:
Mein Name ist Julian Hofmann, ich bin der Inhaber von JSH Marketing. Sesshaft bin ich in Hohenschäftlarn, das liegt südlich von München im Dreieck zwischen München, Starnberg und Wolfratshausen. Tätig bin ich im Bereich Online Marketing, spezialisiert auf den Bereich SEO und SEA.

Was sind die Probleme und Aufgaben, bei denen Sie Ihren Kunden helfen? 
Die typische Anfrage meiner Kunden lautet: „wir werden bei Google nicht gefunden – können Sie etwas dagegen tun?“. In diesem Fall analysiere ich zunächst die Seite auf Fehler, Nutzerfreundlichkeit, Struktur und einiges mehr und entwerfe eine Strategie mit mehreren Stufen. Zu dieser Strategie gehört vor allem natürlich die Verbesserung gefundener Fehler – es bedarf einer Basis, auf der man aufbauen kann. 

Reden wir über den Start Ihrer Karriere: Was hat für Sie den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben?
Ein Bekannter hatte mich gefragt, ob ich die Website seiner Firma prüfen könnte. Sie würden für deren Funktionalität viel Geld bezahlen, werden aber nicht gefunden und bekommen keine Anfragen. Ich habe die Website geprüft, festgestellt, dass die Seite per robots.txt für die Suchmaschine gesperrt ist und das Kontaktformular einen Fehler enthielt, weshalb keine Anfragen ankommen konnten. Das habe ich meinem Bekannten alles aufgezeigt und mit ihm gemeinsam ToDos für die zuständige Agentur entworfen. Diese wurden im Laufe des darauffolgenden Jahres umgesetzt. Zusätzlich habe ich ein Konto bei Google Adwords eingerichtet und betreut. Mittlerweile hat selbiger Kunde von mir eine neue Website bekommen und investiert sein gesamtes Marketingbudget einzig in meine Dienstleistungen, weil er davon überzeugt ist, der Transparenz meiner Vorgehensweise vertrauen zu können. Außerdem bekommt er mehr Kundenaufträge als jemals zuvor.

Mit welchen Problemen hatten Sie zu Beginn Ihrer Tätigkeit- bzw. haben Sie als Freelancer zu kämpfen?
Lukrative Aufträge zu generieren.

Wie definieren Sie eigene Stundensätze und was sollte man dabei beachten?
Ich orientiere mich am Markt mit gleicher Qualifikation. Wobei der Stundensatz ebenso wie der geplante Aufwand sehr stark vom Projekt abhängt.

Erhalten Sie Projektanfragen dabei eher von bestehenden Kunden oder suchen Sie aktiv nach spannenden Aufgaben, die Sie besonderes reizen?
Meine Aufträge bekomme ich v.a. von bestehenden Kunden und durch deren Empfehlungen. Wenn ich aktiv nach Projekten z.B. über freelancermap suche, selektiere ich stets auf welche Projekte ich mich bewerbe. 

Natürlich sind wir jetzt gespannt – konnten Sie bei der Projektsuche gute Erfahrungen mit freelancermap machen?
Ja, mit freelancermap konnte ich gute Erfahrungen sammeln und habe schon das ein oder andere schöne Projekt darüber erhalten.

Was machen Sie, wenn Sie nicht in Ihr Spezialgebiet vertieft sind? Welche Themen innerhalb, aber auch außerhalb der IT-Branche interessieren Sie?
Ich beschäftige mich mit allgemeinen Marketing-Strategien und dem klassischen 360 Grad Marketing. Besonders die Betreuung von crossmedialen Marketing-Projekten hat es mir aktuell angetan.

Nun vom Besonderen zum Allgemeinen: Die IT-Branche wächst und wächst – worin sehen Sie die Herausforderungen der nächsten Jahre und vermissen Sie manchmal auch “the good old days”?
Nein, ich vermisse diese nicht. Wenn ich an die alten Tage denke, sehe ich mich wieder meinen PC das x-te Mal auseinanderschrauben oder neu aufsetzen. Auch bezogen auf mein Gebiet des Suchmaschinen-Marketings empfinde ich die Ergebnisse und Möglichkeiten heutzutage als viel nutzerfreundlicher. Die Herausforderungen sehe ich vor allem in der zunehmenden Spezialisierung. Weil jeder nur noch in seinem Fachgebiet denkt, wird oftmals und immer mehr das große Ganze übersehen.  

Gibt es noch eine interessante Geschichte oder eine Anekdote aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit, die Sie gerne mit uns teilen würden?
Das Thema immer erreichbar zu sein. Natürlich gehört es zur Selbstständigkeit dazu – wie das Sprichwort sagt: Selbst und ständig. Dennoch ist es okay, wenn man nicht erreichbar ist. Man bekommt natürlich auch Samstag oder Sonntag morgens Anrufe. So schön das oftmals ist, so traurig ist es zugleich. Viel zu oft glaubt man oder lebt man so, als müsste man immer erreichbar sein, vergisst dabei aber schnell, dass man auch hin und wieder etwas Ruhe und Abstand benötigt, um weiterhin Qualität liefern zu können.                                   

Vielen Dank für das Interview!

freelancermap-Profil von Julian Hofmann
 
Webseite von Julian Hofmann




 

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