Freiberufliche oder angestellte Mitarbeiter - wann lohnt sich was?

22.11.2018

Die Arbeitswelt ändert sich im Zuge der Digitalisierung stetig. Da wo früher noch viele Mitarbeiter tätig waren, reicht heute meist eine kleine Gruppe für das gleiche Ergebnis. Verantwortlich dafür ist die fortschreitende Digitalisierung, durch die unterschiedliche Arbeitsmodelle gefördert werden und ortsunabhängige Arbeit ermöglicht wird. Doch wann lohnt es sich für ein Unternehmen Mitarbeiter fest anzustellen oder auf freie Mitarbeiter zurückzugreifen?




Die Arbeitswelt verändert sich

In den letzten Jahren hat sich die Arbeitswelt grundlegend geändert und das betrifft nicht nur die Arbeitgeberseite, sondern auch die Arbeitnehmer. Während in vielen Branchen noch fest angestellte Mitarbeiter die Regel sind, gibt es aber auch Bereiche, in denen mittlerweile die Auslagerung von Arbeitsprozessen an freie Mitarbeiter üblich ist. 

Am deutlichsten wird die Veränderung in der Arbeitswelt im Verlagswesen. Jahrhundertelang war es üblich, dass Autoren und Fotografen als fest angestellte Mitarbeiter für Texte und Fotos zuständig waren. Doch der verschärfte Konkurrenzdruck im Verlagswesen durch das Internet hat dazu geführt, dass Autoren und Fotografen mittlerweile zum großen Teil als freie Mitarbeiter tätig sind. Aber auch in anderen Bereichen nimmt die freie Mitarbeit immer mehr zu. Von Sekretariatsaufgaben wie die Terminvereinbarung oder auch die Vermittlung von Aufträgen, bis hin zu großen IT-Projekten – Freelancer gibt es überall. 


Die Vor- und Nachteile festangestellter Mitarbeiter

Doch noch immer bestehen Unternehmen zum größten Teil aus fest angestellten Mitarbeitern. Der größte Vorteil dieses Beschäftigungsmodells liegt darin, dass die Mitarbeiter die Arbeitsabläufe kennen und eine Bindung zum Unternehmen haben. Sie sind mit den Abläufen und Anforderungen bestens vertraut und können innerhalb dieses Gerüsts eigenverantwortlich tätig werden. 

Doch natürlich gibt es auch Nachteile. So ist in vielen Unternehmen die Auftragslage schwankend. Das heißt, es kann immer mal wieder Zeiten geben, in denen die Auftragslage schlechter ist. Sollte sich diese über einen längeren Zeitraum erstrecken, können Mitarbeiter nicht einfach freigestellt werden. Auch eine auftragsbedingte Entlassung geht immer mit Kündigungsfristen einher. Auf diese Weise kann ein Unternehmen nicht flexibel auf Auftragsschwankungen reagieren.


Checkliste: Wann man freie Mitarbeiter beschäftigen sollte

Die Frage ist also, ob und wann es sich lohnt freie Mitarbeiter zu beschäftigen. Hier muss man mehrere Faktoren betrachten und gegeneinander abwägen:

1. Benötige ich den Mitarbeiter ständig oder nur für bestimmte Aufgaben?
2. Reicht das Arbeitsvolumen aus, um eine Vollzeitstelle zu schaffen?
3. Habe ich die Ressourcen (Büro, PC, Schreibtisch) für einen Mitarbeiter?
4. Ist die Auftragslage mittelfristig geeignet, einen festen Mitarbeiter einzustellen?

Kann man alle diese Fragen mit einem Ja beantworten, dann sollte man eher auf einen festen Mitarbeiter zurückgreifen. Kann man eine oder mehrere der Fragen nicht mit Ja beantworten, sollte die Beauftragung eines freien Mitarbeiters ins Auge gefasst werden. 

An dieser Stelle dürfte aufgefallen sein, dass keinerlei Aussagen zu den finanziellen Vor- und Nachteilen getroffen wurden. Der Grund dafür ist, dass sich die Modelle finanziell für den Arbeitgeber kaum voneinander unterscheiden. So können zwar die Bruttostundenlöhne für einen freien Mitarbeiter höher liegen, da er alle Sozialausgaben selbst tragen muss. Weil er meist aber nur stundenweise beschäftigt wird, nähern sich beide Varianten wieder an.





Bild: © FotolEdhar - Fotolia.com

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