Wenn Sie SEO betreiben, vergessen Sie Links.

20.11.2018

Ernsthaft. Sie sollten sich nicht dafür interessieren, was gute Links ausmacht. Stellen Sie sich nur mal vor, wie ein SEO darunter leidet, wenn Sie sich als Kunde auskennen. Minderwertige Links auf teils abgewerteten Plattformen fallen durch, denn Sie wissen, worauf es ankommt. Es kommen also nur hochwertige und wirksame Links aus seriösen Quellen infrage. Ich gehe in diesem Artikel nichts ins Detail. Vermutlich wollen Sie kein Link-Experte werden, sonst könnten Sie die Arbeit auch selber leisten. Wie beim Steuerberater auch, sollten Sie die Arbeit eines SEO-Dienstleisters einschätzen können. Korrekt. Sie wollen die geleistete Arbeit beurteilen können und dafür müssen Sie strategisch handeln können, um gute und wirksame Links von minderwertigen unterscheiden zu können. Wenn Sie wissen wollen, ob eine Verlinkung / ein Backlink Ihr Investment Wert ist, lesen Sie weiter…




So erkennen Sie gute und wirksame Links: 

1. PBNs​​ - Private Blog Networks sind populär bei einigen Online Marketern. Viele SEOs benutzen diese, um auf relativ einfache Art und Weise auf Kundenprojekte zu verlinken. Sie erkennen diese oftmals entweder daran, dass das Impressum des Blogs die Daten des Marketers besitzt. Oder eben daran das die meisten solcher Projekte ein Standard-Theme benutzen. Nicht alle PBN’s können Sie auf diese Weise erkennen. Es gibt - wie immer und auch hier - Ausnahmen. Es handelt sich hierbei eher um Erfahrungswerte und was mich mein Eindruck zu glauben gelehrt hat.  

Ich möchte an dieser Stelle natürlich nicht ausschließen, dass es nicht doch Marketer gibt, die es schaffen, hochwertige Content-Quellen aufzubauen und zu pflegen. Diese haben dann jedoch und das zu Recht einen zu hohen Wert, als das man sie als Linkschleuder benutzt. Das widerspräche ja dem Sinn der Arbeit; erst etwas mühsam aufbauen, um es dann zu verrampschen. Obgleich diese dann nicht mehr als PBN gelten, sondern es sich um hochwertige Unique Content Quellen handelt - und damit möglicherweise sogar als HUB. 


2. Ankertexte von Backlinks​​ - Ein Ankertext beschreibt, wie die Quellseite A auf die Zielseite B verweist. Sie gibt Aufschluss darüber, was der Nutzer von der Zielseite erwarten darf und weshalb die Quellseite diese überhaupt erst angibt. Besteht also ein Mehrwert für den Nutzer? 

Wenn Ihr Backlinkprofil für eine bestimmte Zielseite bis jetzt 10 Links enthält und es wird 10 mal derselbe Ankertext genutzt, dann schreit das nach Überoptimierung. Achten Sie daher darauf, dass unterschiedliche aber dennoch themenrelevante Linktexte verwendet 
werden. 


Schlecht: 

● Gelbe Schuhe online kaufen 
● Gelbe Schuhe online kaufen 
● Gelbe Schuhe online kaufen 
● Gelbe Schuhe online kaufen 
● … Sie wissen, was ich meine. :) 


Besser: 

● Gelbe Schuhe online kaufen 
● Gelbe Schuhe in Größe 37 
● Gelbe Schuhe im Shop 
● … diese gelben Pumps von der Marke XY 
● … habe ich diese gelben Schuhe gekauft… 

 
Diese Linktexte wirken natürlich. Ja, sie sind verschieden und dennoch relevant zu Ihrem Thema bzw. zum gewählten Keyword*.  

*Denken Sie nicht starr hinsichtlich Keywords, sondern vielmehr über Themengebiete und inhaltliche Zusammenhänge. Denn die Zeiten der reinen Keywordphrase-Optimierung sind vorbei. 


3. Sponsored Posts / Advertorials​​ - Wenn Ihnen Ihr SEO vorschlägt, auf Plattformen und Content Netzwerken zu veröffentlichen, fragen Sie ihn vorher unbedingt: 

Handelt es sich um Advertorials oder um Sponsored Posts? 

Wenn ja, dann lehnen Sie dankend ab. Das zumindest sagt mir meine Erfahrung. Überlegen Sie mal… 

Wenn Google gegen unnatürliche und gegen ​gekaufte Links​ angeht; erscheint es dann nicht logisch, dass ​Links aus gekauften Artikeln​​ abgewertet werden? Schließlich wird bereits im Titel bzw. erneut im Content selbst darauf hingewiesen, dass es sich um Paid Content / ​bezahlten Inhalt​​ handelt. Ist ja nicht so, dass Google das nicht erkennt. 

Gut erklärt von Alexander Rus (Evergreen Media) 
https://www.evergreenmedia.at/lernvideos/gute-backlinks-kaufen/  

Ob Google das bereits macht, kann ich nicht sagen. Aber es wäre logisch und ein erster wichtiger Schritt, um manipulierte Rankings zu verhindern. 

PS: Wenn Sie Kooperationen eingehen wollen, dann mit Publishern die keine Inhalte verkaufen - und erst recht nicht sichtbar. 


4. Traffic über Links​​ - Ein Link muss keine Tausenden Visitors im Monat bringen, damit der Link Ihr Profil stärkt. Schaden kann es jedoch nicht. 

Wenn noch nie ein einziger Besucher über eine Verlinkung kam, sollten Sie sich fragen: 

Was nützt mir der Link, wenn darüber kein einziger Besucher kommt? 

Der Traffic, der über eine Verlinkung kommen kann, beeinflusst nicht direkt das Ranking. Doch je mehr Traffic über einen Link (als Verweis) generiert wird, desto mehr fallen die daraus resultierenden Nutzerdaten ins Gewicht. Diese können dann als Signal für die Qualität des Contents auf der Zielseite herangezogen werden. Und im Umkehrschluss kann sich dies auf die Wertigkeit der Verlinkung auswirken. Man zäumt hierbei mehr oder weniger das Pferd von hinten auf.  

PS: Das schließt natürlich nicht aus, wenn man als Quelle (im Quellverzeichnis) von anderen Seiten verlinkt wird. Diese werden seltener geklickt, stärken dennoch das Ranking der Zielseiten. Was nichts daran ändert, dass es lohnender ist, wenn über Links Besucher auf Ihre Seite gelangen.  


5. Webverzeichnis​​ - Web- und Artikelverzeichnisse werden nicht ohne Grund seit Jahren abgewertet. Mit ihnen ist keine natürliche und nachhaltige Optimierung möglich. Das spiegelt natürlich nur meine Meinung wider. Es ist natürlich Ihnen überlassen, ob Sie solche Quellen in Ihr Portfolio aufnehmen wollen. Noch zumal, wenn es sich um Quellen handelt, auf denen jeder publizieren kann.  


Fazit: 
Wenn Sie diese Aspekte beachten, kann es Ihnen fortan leichter fallen, gute von schlechten Links zu unterscheiden. Und Sie können damit in der Lage sein, die Arbeitsweise Ihres SEO-Dienstleisters beurteilen zu können.  

Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben. 
Viel Erfolg bei Ihrer Optimierung. 
Ihr Christian Walter Hinze 





Bild: © Creativa Images - shutterstock.com

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