So trennen Freelancer Arbeit und Privatleben

30.10.2018

Erzählt man neuen Bekannten, dass man als Freiberufler tätig ist, bekommt man fast immer zu hören, wie neidisch der Bekannte darauf sei, von zu Hause aus arbeiten zu können. Das Home-Office-Modell ist in Deutschland unter Arbeitnehmern noch nicht besonders verbreitet, Freelancer hingegen arbeiten häufig von zu Hause aus. Das Home Office hat unbestritten viele Vorteile, macht es jedoch besonders schwer, sein Privatleben vom Beruf zu trennen.




Auch die Ergebnisse des Freelancer Kompass 2018 haben gezeigt, dass 37 % der Befragten es für eine der größten Herausforderungen halten, Beruf und Privates zu trennen. Der Punkt liegt auf Platz zwei hinter der Herausforderung „Projektakquise“, die mit 62,62 % sehr deutlich den ersten Platz belegt. Doch was macht es so schwer, den Beruf aus dem Privatleben herauszuhalten? Und was kann man dafür tun?


Privatleben vs. Arbeitsalltag

Zu Hause kann es verschiedene Probleme geben: Gerade für Eltern kann es schwer werden zu Hause. Sind die Kinder nicht beschäftigt, kann es schon einmal sein, dass man   so gestört wird, dass ein effektives Arbeiten kaum möglich ist. Andere haben zu Hause Motivationsprobleme, weil die vertraute Umgebung sich einfach nicht nach Arbeit anfühlen will. Wir konzentrieren uns heute auf das Gegenteil: Die Arbeit nimmt Überhand, sodass kaum noch etwas vom Privatleben übrig bleibt.

Für viele Freelancer im Home Office ist es schwer, abzuschalten und die Arbeit hinter sich zu lassen. Auch wenn der ein oder andere neidisch auf den Arbeitseifer und die offensichtlich nicht vorhandenen Motivationsprobleme ist, birgt diese übersteigerte Arbeitsmoral ihre ganz eigenen Probleme. Entspannung? Fehlanzeige. Andauernder Stress ist gesundheitsschädigend und beeinflusst langfristig auch die Leistungsfähigkeit. Wir haben ein paar hilfreiche Tipps zur Trennung von Arbeit und  Privatleben.


Schaffen Sie sich einen Arbeitsplatz

Gerade in einer kleinen Wohnung ist das natürlich leichter gesagt als getan. Wer ein Zimmer frei hat, hat ab jetzt ein Büro. Da können Sie zu Arbeitsbeginn reingehen, die Tür schließen, dort befindet sich alles was Sie zum Arbeiten brauchen. Am Ende des Arbeitstages gehen Sie wieder heraus und haben Feierabend. Sie haben wenig Platz und arbeiten normalerweise am Küchentisch? Versuchen Sie, wenigstens einen Sekretär aufzustellen, dessen Schreibtischfläche Sie am Ende des Tages zuklappen können. Sie sind nicht alleine? Dann stellen Sie einen Tisch ins Schlafzimmer und bitten Sie den Rest der Familie oder die Mitbewohner, Sie nicht zu stören.


Legen Sie Arbeitszeiten fest

Feste Arbeitszeiten werden unterschätzt. Klar, Sie sind Freelancer, weil Sie keinen 9-to-5-Job haben wollten. Das ist auch gar kein Problem, denn Ihre Arbeitszeiten können Sie selbst festlegen. Der Vorteil an festen Arbeitszeiten: Sie wissen, wann Sie anfangen sollen und sind dann im besten Fall auch in Arbeitsstimmung. Und Sie können sich auf den Feierabend freuen. Außerdem vermeiden Sie so, dass Sie nach Feierabend „noch schnell etwas erledigen“ und so die Arbeit in Ihr Privatleben lassen. Das kann im Notfall nötig sein, wenn Sie zum Beispiel eine Deadline einhalten müssen. Zur Gewohnheit darf es jedoch auf keinen Fall werden.


Erklären Sie Kunden, wann Sie erreichbar sind

Geben Sie Ihren Kunden feste Zeiten (im Idealfall Ihre Arbeitszeiten), zu denen Sie für sie erreichbar sind. Es gibt  Kunden, die Ihnen Sonntagmorgen um fünf eine E-Mail schreiben, im Laufe des Tages per Mail eskalieren weil sie noch nicht geantwortet haben und abends um elf wutentbrannt auf Ihre Mailbox schreien. Wenn Sie von vornherein feste Zeiten kommunizieren, zu denen Sie telefonisch und auch per Mail erreichbar sind, können Sie immer freundlich darauf hinweisen. Im Idealfall besitzen Sie ein Diensthandy, das Sie nach Ende dieser Zeiten abschalten.


Machen Sie Urlaub

Jeder braucht mal eine Pause, aber einige besonders fleißige Freelancer nehmen sich sogar Arbeit mit in den wohlverdienten Urlaub. Auch wenn es „nur ganz wenig, versprochen!“ sein sollte – lassen Sie es. Ja, vielleicht verdienen Sie in Ihrem Urlaub mal nicht so viel oder sogar gar kein Geld. Davon geht die Welt nicht unter. Nehmen Sie sich Zeit für sich, entspannen Sie und kommen Sie erholt und nicht überarbeitet und angespannt zurück. Arbeiten können Sie nach dem Urlaub immer noch.


Überlegen Sie sich Rituale

Es gibt Menschen, die regelrechte Rituale für sich festgelegt haben, um in Arbeitsstimmung zu kommen. Morgens unter der Dusche das Lieblingslied mitsingen, den Kaffee ganz in Ruhe trinken, das Feuilleton oder den Sportteil lesen. Diese Rituale sind toll, um sich mental auf die Arbeit vorzubereiten. Sie können Sie aber auch genauso nutzen, um sich nach der Arbeit auf den Feierabend einzustellen. Vielleicht stellen Sie die Schreibtischordnung wieder her bevor Sie den Arbeitsplatz verlassen. Oder Sie schenken sich ein kleines Glas Wein ein, wenn Sie endlich auf dem Sofa sitzen. Hauptsache, Sie schließen im Kopf mit dem Arbeitstag ab.

Sie suchen mehr Daten und Statistiken aus der Welt der Freiberuflichkeit? Hier finden Sie den aktuellen Freelancer-Kompass!





Bild: © krisana - Fotolia.com
 
Freelancer Profil kostenlos anlegen. Aktuelle Projekte erhalten!

 Jetzt durchstarten

Weitere Artikel

  • Freelancer im Interview: Cordula Marienberg

    Die ehemalige Abteilungsleiterin eines großen und bekannten Unternehmen entschied sich nach 25-jähriger Tätigkeit als Betriebswirtin für die Freiberuflichkeit. Ihre Beweggründe, auf was sie sich spezialisierte und warum sich das freelancermap-Mitglied Cordula Marienberg für das Automatisieren ausspricht, lesen Sie in unserem Interview.
  • White Papers — Ihr nächster Karriereschritt als Freelancer?

    Sie sind ein absoluter Experte auf einem speziellen Gebiet und schreiben macht Ihnen Spaß? White Papers könnten eine tolle Einnahmequelle für Sie als Freelancer sein. Die Aufgabe ist etwas für Menschen, die gerne richtig tief in ein Thema eintauchen, gründlich recherchieren und ihr Wissen dann strukturiert und professionell in einem White Paper zusammenfassen können. Wenn das genau nach Ihrem Ding klingt, erklären wir Ihnen in diesem Artikel alles Wichtige zum Thema. Was genau ist ein White Paper? Welche Kenntnisse sollten Sie mitbringen? Am Ende bekommen Sie eine Schritt für Schritt Anleitung, damit Sie gleich loslegen können!
  • So sorgen Freelancer vor

    Den wohl verdienten Ruhestand verbinden viele Menschen heute nicht mehr nur mit einem Glücksgefühl und Vorfreude, sondern auch mit einem gewissen Ziehen im Bauch. Wer nicht über einen Beamtenstatus verfügt und kein überdurchschnittliches Gehalt verdient, macht sich höchstwahrscheinlich Sorgen um seine Zukunft. Für Freelancer ist dieses Thema noch brisanter. Ohne Arbeitgeber, der automatisch in die Rentenkasse einzahlt, muss die Vorsorge für das Alter selbst getroffen werden.

Kommentare

  • Keine Kommentare vorhanden

Artikel kommentieren