Freelancer im Interview: Marc Perl-Michel

13.09.2018

Warum sich das freelancermap-Mitglied Marc Perl-Michel direkt nach der kaufmännischen Ausbildung für die Freiberuflichkeit entschied, welche Erfahrungen der Berater, Coach & Fokusveränderer in über 30 Jahren Selbständigkeit sammelte und welche persönlichen Tipps er an Freelancer weitergibt, lesen Sie in unserem Interview.





Kleine Aufwärmrunde - Stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor:
Mein Name ist Marc Perl-Michel und zwei Aufgaben treiben mich an: Schreiben und Reden. Meine Klienten lieben meine verkaufsstarken Werbetexte – und natürlich die Ergebnisse – und als Vortragsredner spreche über über Content-Marketing, Vertrieb und Kundenbegeisterung. Ursprünglich komme ich aus Berlin, heute lebe ich in Hannover und schreibe seit gut 30 Jahren verkaufsstarke Texte für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler im Raum D-A-CH. Das macht Spaß, Klienten lieben die Ergebnisse und 100 % KUNDISCH ist meine Botschaft in Web und Print.
 
Was sind die Probleme und Aufgaben, bei denen Sie Ihren Kunden helfen? 
Mit verkaufsstarken Texten sorge ich für eine bessere Positionierung, mehr Verkäufe und trenne Interessenten von Un-Interessenten. Dadurch arbeiten meine Klienten am Ende mehr mit den Kunden, mit denen sie zusammenarbeiten wollen. Dabei geht es immer irgendwie um die Herausforderung, Ideen aus den Köpfen meiner Klienten herauszuholen und in die Köpfe der Kunden zu transportieren, so dass diese dann dort ihre volle Wirkung entfalten. Das ist pure Leidenschaft und echte Gedankenübertragung – und verkaufsstarke Texte sind hierbei die kürzeste Verbindung zwischen den Ideen meiner Klienten und ihren Kunden. 

Reden wir über den Start Ihrer Karriere: Was hat für Sie den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben?
Ich wollte mich schon immer selbstständig machen. Schon in der Schule war allen irgendwie klar, dass ich mein eigenes Ding machen werde. Meinen Eltern zur Liebe machte ich eine kaufmännische Ausbildung. Dabei hat mein damaliger Ausbilder etwas in mir erkannt, was auch nach 30 Jahren bis heute nachwirkt. Ich bekam damals die Aufgabe, einen Werbebrief zu schreiben, um gebrauchte Baumaschinen an Dachdecker zu verkaufen. Die Herausforderung: Innerhalb von 6 Wochen sollte der Hof leer sein, denn neue Ware war schon auf dem Weg. Vollendete Tatsachen – und ich hatte damals keine Ahnung. Egal, ich musste loslegen. Also Brief schreiben, redigieren, verschicken – gut vier Wochen später war der Hof fast leer. Klasse, Ziel erreicht, Chef zufrieden, Kunden glücklich, alles gut. Auch wenn ich damals keine Ahnung hatte, habe ich wohl intuitiv etwas richtig gemacht. Jetzt weiß ich, dass es mein naiver Ansatz der Kundenorientierung war. Heute nenne ich das 100 % KUNDISCH –  und es funktioniert noch immer. Von da an kümmerte ich mich um die Werbung im Unternehmen und nach Abschluss meiner Ausbildung startete ich direkt als Freiberufler. DTP ebnete mir den Weg zu Kunden, Mitte der 90er Jahre startete ich mit einem Klienten im Internet und im Kern habe ich immer 100 % KUNDISCH praktiziert. Ab Anfang/Mitte der 2000er-Jahre kamen Vorträge und Coachings hinzu, doch im Herzen waren es immer verkaufsstarke Texte, die mich angetrieben und meine Klienten begeistert haben.
 
Erhalten Sie Projektanfragen dabei eher von bestehenden Kunden oder suchen Sie aktiv nach spannenden Aufgaben, die Sie besonderes reizen?
Es kommt immer ein wenig darauf an. Ich kann mit verkaufsstarken Texten extrem viel bewirken, doch auch pure Gedankenübertragung hat Grenzen. So kann ich keine Texte für Zielgruppen schreiben, die absolut kein Interesse an dem haben, was meine Klienten verkaufen wollen. Gleiches gilt auch für sinnlose, nutzlose oder mangelhafte Angebote, Produkte, Lösungen und Leistungen. Doch für Klienten mit tollen Ideen und begeisternden Produkten oder Dienstleistungen lasse ich mich leicht begeistern und laufe zur Höchstform auf. 

Natürlich sind wir jetzt gespannt – konnten Sie bei der Projektsuche gute Erfahrungen mit freelancermap machen?
Ich bin noch relativ neu auf freelacermap. Doch ich halte das Konzept für ideal, um Kunden und Freelancer mit speziellen Fähigkeiten für einzelne Projekte zusammenzubringen. Ich schätze, dass neben den Bestandskunden, die praktisch jeder Freelancer haben sollte, eine Plattform wie freelancermap als Beimischung ideal ist, um neue Kunden zu finden und für einzelne Projekte engagiert zu werden. Letztlich geht es immer darum, dass „DIE BAND” zusammenkommt und gemeinsam das Projekt rockt. Das ist kein Job, es ist ein Lifestyle – den muss man mögen. 

Was machen Sie, wenn Sie nicht in Ihr Spezialgebiet vertieft sind? Welche Themen innerhalb, aber auch außerhalb der IT-Branche interessieren Sie?
Schwer zu beantworten, irgendwie hat alles auf die eine oder andere Art und Weise mit 100 % KUNDISCH zu tun. Ich bin ein echter Film- und Serienjunkie – klar, mich interessieren Geschichten. Doch mich begeistert auch die Fotografie und die Zauberkunst. Ach ja, eine ganz große Leidenschaft sind die Disney-Vergnügungsparks, hier ganz besonders die Walt Disney World in Florida. Das ist praktisch meine zweite Heimat. Gerade hier kommen für mich Storytelling, Kundenbegeisterungsmarketing und Content-Marketing auf extrem hohen Niveau zusammen. Wie gesagt, irgendwie konzentriert sich bei mir auf vielen Ebenen alles auf 100 % KUNDISCH. 

Nun vom Besonderen zum Allgemeinen: Die IT-Branche wächst und wächst – worin sehen Sie die Herausforderungen der nächsten Jahre und vermissen Sie manchmal auch “the good old days”?
Ich schätze, dass in Zukunft mehr und mehr Unternehmen an bestimmten Stellen bzw. für einzelne Projekte auf Freelancer setzen werden, um einzelne Projekte umzusetzen und zeitweise Spezialwissen ins Unternehmen zu holen. Hier hat sich meiner Wahrnehmung nach in den letzten Jahren enorm viel getan. Als ich vor rund 30 Jahren angefangen habe, war ich ein absoluter Exot, der für Kunden und Agenturen gleichermaßen gearbeitet hat. Heute ist der projektbezogene Einsatz eines Freelancers fast schon notwendig, um die unterschiedlichsten Anforderungen und Aufgaben auf höchstmöglichem Niveau zu erfüllen. Doch ich sehe noch eine andere Chance, denn eine Plattform wie freelancermap ist auch ideal, damit sich Freelancer untereinander vernetzen, um so gemeinsam Kundenprojekte anzunehmen und abzuarbeiten. Hier kommen Spezialisten auf hohem Niveau zusammen und aus 1 + 1 wird im Idealfall nicht 2, sondern 11.

Gibt es noch eine interessante Geschichte oder eine Anekdote aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit, die Sie gerne mit uns teilen würden?
Ich habe in den letzten gut 30 Jahren alle Höhen und Tiefen erlebt. Ich habe mit Klienten Millionenunternehmen aufgebaut, in Berlin ab Mitte der 90er Jahre den ersten Online-Pizza-Bestelldienst mit auf den Weg gebracht und ich habe auch erlebt, wie Kunden bei Auslieferung von Drucksachen und bei der Bezahlung plötzlich verschwunden waren. Mein wichtigsten Tipps, also meine persönlichen 7 Zwerge, für Freelancer: 1. Konzentriere Dich auf das, was Dich begeistert und was Du wirklich gut kannst; 2. finde eine passende Stil-Gruppe mit der Du gut zusammenarbeiten kannst und bereit und in der Lage ist, Dein Honorar zuverlässig ohne Wenn und Aber zu bezahlen; 3. verkaufe Dich nicht unter Preis, denn Deine Arbeit ist an der richtigen Stelle immer extrem wertvoll; 4. investiere regelmäßig in Deine persönliche Weiterbildung, denn alles Wissen, was Du Dir aneignest, kann Dir niemand nehmen und wird Dich auf die eine oder andere Art und Weise immer weiterbringen; 5. vernetze Dich mit vielen Menschen, Kunden und Kollegen und pflege in alle Richtungen einen wertschätzenden Umgang auf Augenhöhe; 6. werfe regelmäßig einen Blick über den Tellerrand, so dass Du nicht Opfer Deines eigenen Branchen-Inzests wirst und 7. wenn Du etwas Neues beginnst, dann nutze Dein Momentum und starte mit dem ersten Schritt innerhalb von 72 Stunden, denn ansonsten kann es sein, dass ein tolles Vorhaben auf der langen Bank landet – und irgendwann am Ende der Bank herunterfällt. 

Vielen Dank für das Interview!

freelancermap-Profil von Marc Perl-Michel
 
Webseite von Marc Perl-Michel





 
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