Freelancer im Interview: Laurenz Hildebrandt

03.08.2018

Der ehemalige Sales Manager kann bereits auf eine 30-jährige Erfahrung als selbständiger Technischer Redakteur in der Erstellung von anwendergerechten und rechtssichern Dokumentationen zurückgreifen. Welche Erkenntnis den Ausschlag für das freiberufliche Leben u.a. gab, lesen Sie in unserem Interview mit dem freelancermap-Mitglied Laurenz Hildebrandt.





Kleine Aufwärmrunde - Stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor:
Mein Name ist Laurenz Hildebrandt. Ich bin seit 30 Jahren selbständiger Technischer Redakteur, verfasse und gestalte anwendergerechte Betriebsanleitungen und komplette Dokumentationen für Firmen unterschiedlicher Branchen (Sondermaschinen, Anlagenbau, Montageanlagen, Labortechnik, Pharmatechnik etc.).
 
Was sind die Probleme und Aufgaben, bei denen Sie Ihren Kunden helfen? 
Die Kunden brauchen Betriebsanleitungen und Dokumentationen für ihre Anlagen. Diese sollen nicht nur rechtssicher sein (CE konform, Absicherung gegen Haftungsansprüche), den Anwender vor potentiellen Gefährdungen warnen und das Produkt mit all seinen umfangreichen Möglichkeiten beschreiben. Es besteht auch zusätzlich die Anforderung, dass die Dokumentationen lesbar, verständlich und gut aufgebaut sein sollen. Sie sollen so für den Anwender geschrieben sein, dass er auch gerne zur Anleitung greift – und nicht den Hersteller anruft, wenn er nicht weiter weiß. Dadurch werden Kosten im After Sale gesenkt. Genau das ist meine Spezialität. Ich verbinde die Kriterien „anwendergerecht“, „rechtssicher“ und „normenkonform“ zu ansprechend gestalteten und didaktisch gut aufgebauten Anleitungen und Dokumentationen – und das speziell nach Kundenwünschen. Das hilft auch den Kunden meiner Kunden. Ich verstehe mich dabei auch als Vermittler zwischen Hightech-Anlagen und den Anwendern (ob ungeschulte oder geschulte Personen, Fachkräfte oder Wissenschaftler) und als Vermittler zwischen dem ausgereiften Produkt und den Bedürfnissen der Anwender. Das ist meine Aufgabe, die ich mit Enthusiasmus durchführe.

Reden wir über den Start Ihrer Karriere: Was hat für Sie den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben?
Ich war vor 30 Jahren zuletzt Sales Manager in einer Softwarefirma und lernte, was Kunden brauchen. Dort war ich schon für Softwaredokumentationen zuständig. Da merkte ich, dass das mein Gebiet ist (Text und Gestaltung sowie das Übersetzen komplexer Themen in verständliche Texte liegen mir). Ich wollte aber mit Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau zusammenarbeiten, denn während meines Studiums als Sozialwissenschaftler hatte ich mich schon intensiv mit Technologieentwicklung und dem Verhältnis Mensch/Technik befasst. Also stand für mich ein Wechsel an. Den Ausschlag für das freiberufliche Leben aber gab die Erkenntnis: Ich bin mit Leib und Seele Freiberufler: Ich brauche wechselnde Herausforderungen und unterschiedliche Themen. Ich liebe die Eigenverantwortung und das Abenteuer und kann da mein Bestes geben. Und als Freiberufler kann ich in Projekten in den unterschiedlichsten Branchen arbeiten und so meinem Bedürfnis nach Vielfalt nachkommen.
 
Erhalten Sie Projektanfragen dabei eher von bestehenden Kunden oder suchen Sie aktiv nach spannenden Aufgaben, die Sie besonderes reizen?
Es trifft beides zu. Ich suche nach spannenden neuen Aufgaben und Unternehmen, die zu mir passen. Ich habe aber auch eine Reihe Bestandskunden, die mich immer wieder für neue Projekte rufen. 

Natürlich sind wir jetzt gespannt – konnten Sie bei der Projektsuche gute Erfahrungen mit freelancermap machen?
Eindeutig ja. Es gibt hier doch sehr viele gute Angebote und ich habe davon profitiert. Ich musste auch schon Anfragen absagen, weil es zu viele waren! 

Was machen Sie, wenn Sie nicht in Ihr Spezialgebiet vertieft sind? Welche Themen innerhalb, aber auch außerhalb der IT-Branche interessieren Sie?
Ich arbeite auch noch als Coach und unterstütze Menschen, ihr Potenzial zu entfalten, ihren Traumjob zu finden, Krisen zu meistern etc.. Das ist auch eine wunderbare Arbeit. Ansonsten interessieren mich Mythen und Kunst – und ich schreibe auch Gedichte, von denen ich bereits ein paar Bücher veröffentlicht habe. Und natürlich Reisen.

Nun vom Besonderen zum Allgemeinen: Die IT-Branche wächst und wächst – worin sehen Sie die Herausforderungen der nächsten Jahre und vermissen Sie manchmal auch “the good old days”?
Der Begriff „The good old days“ steht für mich als Symbol für das Gefühl, dass der emotional-menschlichen Seite und der Eigenverantwortung zu wenig Platz eingeräumt wird. Dass eine Entwicklung stattfindet, die nicht mehr überschaubar oder vorhersehbar ist und nicht kontrolliert werden kann – mit Konsequenzen, die nicht absehbar sind (für Arbeitsplätze etc.). Die Herausforderung ist, sich auf das Unvorhersehbare kreativ und offen einzulassen und gleichzeitig Tools für die Kooperation in den Unternehmen zu entwickeln, die z.B. Wertschätzung und Verantwortung für die Mitarbeiter mit einbeziehen. Dann kann das Potenzial der Mitarbeiter und damit der Unternehmen besser wachsen und das Gefühl der Unsicherheit und des Kontrollverlustes verringert werden.

Gibt es noch eine interessante Geschichte oder eine Anekdote aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit, die Sie gerne mit uns teilen würden?
Ein Kunde mit sehr erklärungsbedürftigen Geräten verriet mir einmal, dass aufgrund der neuen Anleitungen, die wir erstellt hatten, die Anfragen bzgl. Bedienung und Wartung der Geräte um ca. 50 – 60% zurückgegangen seien. Für angehende Freelancer: Ich nehme Stress aus jedem Projekt heraus. Mit Gelassenheit und Humor, mit Fachkenntnis und Erfahrung kann ich mich auf Projekte tief einlasen und sie  in der erforderlichen Zeit abwickeln. Dazu gehört auch, nicht zu viele Projekte auf einmal anzunehmen, eben auch Projekte abzulehnen. Dadurch setze ich mich nicht selbst unter Druck.             

Vielen Dank für das Interview!

freelancermap-Profil von Laurenz Hildebrandt
 
Webseite von Laurenz Hildebrandt





 
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