3 Reaktionsmöglichkeiten auf die Forderung nach einer gratis Arbeitsprobe

30.07.2018

Ganz egal, welche Arbeit man als Freelancer anbietet — es gibt immer Kunden, die bezweifeln, dass man wirklich all das kann, was man behauptet. Vor allem an Programmierern wird oft gezweifelt, denn die Nachfrage nach einem kostenlosen „Code-Test“ hat sich regelrecht eingebürgert. Man könnte denken „Ach, was soll’s, der Kunde will doch nur wissen, was ich kann.“ Aber so einfach ist es definitiv nicht — denn die „Code-Tests“ werden regelmäßig ausgenutzt und sind für viele Freelancer zum roten Tuch geworden. Wir erklären, warum die Tests so schlecht sind und wie Sie reagieren können.




Darum sind Code-Tests ein schlechtes Zeichen

    1. Sie sind meistens nicht gerechtfertigt

In der Regel fordern zwielichtige Webseitenbetreiber oder Unternehmer die kostenlosen Arbeitsproben, um Sie dazu zu bringen, umsonst für sie zu arbeiten. Es läuft immer gleich ab: Der Kunde fragt nach einer Arbeitsprobe, die bereits auffällig spezifisch formuliert ist. Nachdem Sie Ihren Code geliefert haben, können zwei Dinge passieren. Entweder hören Sie nie wieder von der Firma oder sie lehnt Ihre Bewerbung ab.

Egal, für was sich das Unternehmen entscheidet — beide Möglichkeiten führen dazu, dass es Ihren Code hat und Sie mit nichts dastehen. Ziehen die Betrüger ihre Masche mit mehreren Freelancern ab, können sie Ihr Projekt komplett umsonst in die Tat umsetzen.


    2. Selbst wenn sie gerechtfertigt sind, bekommen Sie kein Geld dafür

Selbst wenn (!) der Kunde einen legitimen Grund dafür hat, Sie um eine Arbeits-probe zu bitten, bleibt ein Fakt der oben beschriebenen Situation gleich: Sie werden nicht dafür bezahlt. Selbst wenn Sie sich gerade erst selbstständig gemacht haben und Ihr Portfolio noch nicht besonders groß ist — tagelang umsonst zu arbeiten, ist ein absolutes No-Go. Ein weiterer Grund, die Code-Tests abzulehnen, selbst wenn sie kein offensichtlicher Betrug sind.


    3. Es gibt andere Möglichkeiten, Ihr Können unter Beweis zu stellen

Die Frage nach einem Code-Test zeigt, dass Ihr Kunde fälschlicherweise davon ausgeht, dass Sie Ihre Fähigkeiten nur zeigen könnten, indem Sie eine spezielle Arbeitsprobe für das Unternehmen liefern. Wer das denkt, hat keine Ahnung davon, wie Freelancer arbeiten.

Es gibt eine Menge Möglichkeiten zu zeigen was Sie können: ein klassisches Bewerbungsgespräch, Ihr GitHub-Profil, Ihr Portfolio und Erfahrungsberichte Ihrer Kunden.


So sollten Sie auf die Forderung reagieren

Dass Code-Tests im schlimmsten Fall eine üble Masche, in jedem Fall aber nciht in Ordnung sind, haben wir jetzt geklärt. Sie wissen aber immer noch nicht, was Sie auf die Nachfrage antworten sollen? Wir schon: 


    1. Verweisen Sie auf Ihr Portfolio oder Erfahrungsberichte 

Ihr Kunde zweifelt an Ihren Fähigkeiten — bieten Sie ihm also Beweise an. Welche Möglichkeiten es gibt, haben wir bereits beschrieben. Es geht definitiv auch ohne einen speziellen Code-Test für den Kunden.

„Normalerweise mache ich keine Code-Tests. In vielen meiner Projekte waren genau die Fähigkeiten gefordert, die Sie suchen.“ Beschreiben Sie diese Projekte, geben Sie Ihr GitHub-Profil an und liefern zusätzlich Erfahrungsberichte. Das muss reichen.


    2. Bieten Sie an, den Test zu machen — zu Ihrem normalen Stundenlohn

Wenn Ihr Kunde noch nicht überzeugt ist und nach wie vor auf den Test besteht, gibt es dafür zwei Gründe. 1.: Er will Sie nach wie vor betrügen. 2.: Sie arbeiten nicht oft mit Programmierern und verstehen nicht, dass Sie bereits genügend Nachweise für Ihr Können geliefert haben. 

Wenn Grund Nummer zwei Ihnen wahrscheinlicher vorkommt, könnte es sein, dass Sie trotzdem noch mit dem Kunden arbeiten, aber natürlich nicht Ihre Zeit verschwenden möchten. Bieten Sie also an, den Test zum normalen Stundenlohn zu machen. Entweder das Unternehmen nimmt ihr (gutes) Angebot an, oder eben nicht. Mit beidem können Sie leben, weil Sie in diesem Fall nichts zu verlieren haben.


    3. Sagen Sie einfach „Nein“

Die dritte Strategie — und gleichzeitig eines der wichtigsten Dinge, die Sie als Freelancer lernen müssen — ist: Nein sagen. Manchmal ist es einfach besser zu gehen, bevor man einen Schaden nimmt. Besonders, wenn der Kunde irgendwie zwielichtig wirkt, sollten Sie auf Ihr Bauchgefühl hören und den Test einfach verweigern. In der Regel ersparen Sie sich damit Ärger, Geld und Nerven.






Bild: © SP-PIC - Fotolia.com
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