Multimonitoring und die Auswirkungen auf Ihre Produktivität

04.05.2018

Multimonitoring — ein Thema, das polarisiert. Während es für die eine Fraktion gar keine andere infrage kommende Art zu arbeiten gibt und ein Monitor quasi kein Monitor ist, hält die Gegenfraktion das alles für Quatsch. Vor allem in Zeiten ständig größer werdender Bildschirme sind immer mehr Menschen der Meinung, dass ein Monitor völlig ausreichend ist. Aber wer hat jetzt Recht? Wir haben die wichtigsten Argumente beider Seiten zusammengefasst.




Vorteile
 
    1. Mehr Platz = mehr Information

Als die ersten Nutzer auf die Idee kamen, zwei oder mehr Monitore gleichzeitig zu nutzen, waren die einzelnen Bildschirme noch sehr klein. Der Platz war sehr begrenzt und zwei Monitore bedeuteten schlicht doppelt so viel Platz. Das ist das Hauptargument, das auch heute noch alle Verfechter des Multimonitoring eint. Obwohl die Bildschirme heutzutage teilweise riesig sind, macht es für einige Nutzer nach wie vor Sinn, mehrere gleichzeitig zu nutzen. Programmierer, Designer oder Content-Writer gehören beispielsweise zu diesen Berufsgruppen.


    2. Multimonitoring ist das Beste, was Multitaskern passieren konnte

Inzwischen ist der Hype um das sogenannte Multitasking abgeflacht, es ist nicht mehr wirklich im Trend, tausend Dinge gleichzeitig zu tun. Dennoch gibt es wahre Meister auf diesem Gebiet — für sie ist das Arbeiten an mehreren Bildschirmen gleichzeitig ein Segen. Die Universität von Utah hat die Produktivität beim Multimonitoring untersucht und herausgefunden, dass man an einem 17-Inch-Monitor am unproduktivsten arbeitet. Fügen Sie einen weiteren Bildschirm hinzu, steigern Sie Ihre Produktivität um zehn bis zwanzig Prozent. Allerdings überrascht das Ergebnis kaum wenn man bedenkt, dass die Studie von dem Bildschirmhersteller NEC in Auftrag gegeben wurde…


    3. Weniger mit Tabs jonglieren, mehr Zeit sparen

Ganz egal ob die Studie nun Recht hat oder nicht: Auch für sogenannte „Tab-Jongleure“ bietet Multimonitoring definitiv Vorteile. Jedes Programm, das Sie nutzen, braucht einen eigenen Tab — das kann ganz schön stressig werden. Sie hören bei der Arbeit Musik und wollen ein Lied überspringen? Neuer Tab. Sie wollen Ihre E-Mails checken? Neuer Tab. Sie wollen etwas twittern? Neuer Tab. Ein zweiter Monitor bedeutet also Stressreduktion und Zeitersparnis. Denn wenn Sie täglich hundertfach zwischen verschiedenen Tabs hin- und herspringen, sind das pro Tabwechsel zwar nur Sekunden, doch die summieren sich über das Jahr zu Minuten, Stunden und sogar Tagen.


Nachteile

    1. Weniger Konzentration

Multitasking und das Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Informationsquellen hat also in manchen Bereichen durchaus seine Berechtigung. Aber eben nur in manchen — für viele andere Arbeiten ist es einfach nur hinderlich. Vor allem, wenn Sie sich auf etwas konzentrieren müssen, wird es ganz schnell schwierig. Stellen Sie sich vor, Sie müssen ein 100-seitiges wichtiges PDF-Dokument lesen und kümmern sich nebenbei um Ihre Mails und die Playlist. Das wird nicht funktionieren, hier agiert der zweite Bildschirm nicht als Helfer, sondern als Produktivitätskiller.


    2. Mehr Unterbrechungen

Auch wenn es Freelancer gibt, die jetzt denken „Ach, Konzentration wird überbewertet“  — die ständigen Unterbrechungen bei der Arbeit sollte man nicht unterschätzen. Sie kosten Zeit und damit auch Geld. Laut New York Times kostet jede Unterbrechung bei der Arbeit 25 Minuten. So lange dauert es, bis Sie sich wieder auf die Aufgabe fokussieren können, nachdem Sie unterbrochen wurden. Mit je mehr Bildschirmen Sie arbeiten, desto mehr Unterbrechungen sind Sie ausgesetzt und desto länger brauchen Sie für Ihre Arbeit. Wer nur einen Monitor nutzt, sieht höchstens ein kleines Pop-Up, das von selbst wieder verschwindet. Auf einem zweiten Monitor ist das Programm höchstwahrscheinlich geöffnet und erfordert viel mehr Aufmerksamkeit.


    3. Multimonitoring ist anspruchsvoll

Zu Hause ist die Arbeit mit mehreren Bildschirmen ja in Ordnung, aber ganz ehrlich: Multimonitoring ist unpraktisch. Auf Reisen gehen mit dem ganzen System? Alles mit ins Café oder Coworking-Büro nehmen? Unterwegs tut man sich mit nur einem Bildschirm doch deutlich leichter. Multimonitoring bedeutet, dass man auf seinem Schreibtisch genug Platz haben muss, die richtigen Lichtverhältnisse, das richtige Verhältnis zwischen den Bildschirmgrößen und und und. Zudem hat jeder weitere Monitor buchstäblich seinen Preis, besonders wenn er qualitativ hochwertig sein soll. Wenn Sie also wirklich mit mehreren Bildschirmen arbeiten wollen, sollten Sie lieber in einen guten investieren, als mehrere Schrott-Teile zu kaufen.






Bild: © V. Yakobchuk - Fotolia.com
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