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03.05.2018

Freelancer im Interview: Matthias Reck


Als erfahrener Projektleiter hat sich das freelancermap-Mitglied Matthias Reck auf Business Consulting für die Versicherungsbranche spezialisiert. Der ausgebildete Betriebswirt und Ingenieur erbringt ebenso Dienstleistungen im Personalvermittlungsbereich. In unserem Interview spricht er zusätzlich als Firmengründer über seine Erfahrungen und gibt Tipps für angehende Freelancer.





Kleine Aufwärmrunde - Stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor:
Mein Name ist Matthias Reck und ich lebe in der Nähe von Luzern in der Schweiz. Seit 2011 bin ich bei der Firma romus AG angestellt, wo wir (3 Mitarbeiter und zugleich Managing Partner) uns auf Business Consulting für die Versicherungsbranche spezialisiert haben. Seit diesem Jahr erbringe ich zusätzlich Dienstleistungen im Personalvermittlungsbereich über die AdPro Consulting AG. Diese Firma haben mein österreichischer Partner APSA PERSONNEL CONCEPTS GMBH und ich ins Leben gerufen. 

Was sind die Probleme und Aufgaben, bei denen Sie Ihren Kunden helfen? 
Bei Romus sind meine Spezialgebiete Informationssicherheit (u.a. ISO27001), geschäftsrollenbasierte Benutzerberechtigungsvergabe, Datenschutz und IAM (Identity / Access Management). Diese Gebiete sind eng verzahnt und erfordern insbesondere im Zuge der Digitalisierung und der neuen Gesetzgebungen (z.B. EU-DSGVO und kommendes CH-DSG) grosse Aufmerksamkeit. Dabei unterstützen wir unsere Kunden bei der Situationsbeurteilung, der Konzeption, der Umsetzung, der Einführung und der Sicherstellung im Betrieb. Zusätzlich erbringt Romus Dienstleistungen im Bereich Projekt- und Testmanagement sowie Syrius- und SAP-Lösungsberatung. Bei adpro unterstützen wir Kunden insbesondere bei der Vermittlung von Festanstellungen und Freelancern. Dabei erfolgt das Recruiting primär durch die apsa in Wien und die Vermittlung durch die adpro in Luzern.

Reden wir über den Start Ihrer Karriere: Was hat für Sie den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben?
Nach meiner Berufslehre als Elektroniker hatte ich ein Ingenieur Studium an der FH absolviert, gefolgt von einem BWL Zusatzstudium. Meine ersten Beratungserfahrungen hatte ich bei Arthur Andersen (Big Five im 2000) gesammelt. Das war eine lehrreiche, spannende und intensive Zeit. Nach 3 Jahren habe ich mich dazu entschlossen, wieder eine „geordnete“ Festanstellung anzutreten und dem Privatleben mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Bei meiner letzten Festanstellung war ich faktisch interner Projektleiter und Berater, was mich dazu gebracht hat, diese Dienstleistungen auch für andere Kunden zu erbringen. Ich bin heute sehr glücklich, den Schritt in die Selbständigkeit gemacht zu haben. Der Mix aus Freiheit, Unternehmertum und Salär macht’s aus.

Erhalten Sie Projektanfragen dabei eher von bestehenden Kunden oder suchen Sie aktiv nach spannenden Aufgaben, die Sie besonderes reizen?
Die Schweiz ist ein überschaubarer Markt und man kennt sich (spätestens über einen bekannten Kontakt). Entscheidend sind top Referenzen, Spezialisierung und Netzwerkpflege. Meist stammen die Anfragen von bestehenden Kunden oder aus dem Netzwerk. Es gibt aber auch Situationen, wo man gerne auf die Plattform freelancermap zurückgreift. 

Natürlich sind wir jetzt gespannt – konnten Sie bei der Projektsuche gute Erfahrungen mit freelancermap machen?
Die Plattform ist professionell und bietet alles, was ich von einer solchen Plattform erwarte. Es hängt schlussendlich von den Akteuren ab, die sich darin bewegen. Man merkt schnell, wer auf Quantität und wer auf Qualität setzt. Einen direkten Abschluss über die Plattform ist ganz knapp nicht zustande gekommen. Jedoch sind die neu gewonnen Erkenntnisse und Kontakte sehr wertvoll.

Was machen Sie, wenn Sie nicht in Ihr Spezialgebiet vertieft sind? Welche Themen innerhalb, aber auch außerhalb der IT-Branche interessieren Sie?
Mir liegt sehr viel daran, meine Work/Life-Balance ausgeglichen zu halten. Hier spielen die Familie und Freunde sowie Sport (Biken, Tennis, Tanzen) eine zentrale Rolle. Natürlich geht das nicht immer auf, doch ich halte dieses Ziel sehr hoch. 

Nun vom Besonderen zum Allgemeinen: Die IT-Branche wächst und wächst – worin sehen Sie die Herausforderungen der nächsten Jahre und vermissen Sie manchmal auch “the good old days”?
Die Spezialisierung im IT-Bereich nimmt stetig zu und gleichzeitig nimmt die Halbwertszeit des Wissens stetig ab. Die Zeiten, als man mit einer höheren technischen Ausbildung auf seinen Lorbeeren ausruhen konnte, sind definitiv vorbei. Dazu kommt, dass die Stundensätze für Freelancer die letzten Jahre unter Druck geraten sind. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Wer also am Ball bleiben möchte, muss sich immer wieder neu beweisen (also gute Referenzen für’s nächste Projekt erarbeiten). Fazit: Man muss heute tendenziell mehr investieren, um seinen Marktwert zu halten.

Gibt es noch eine interessante Geschichte oder eine Anekdote aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit, die Sie gerne mit uns teilen würden?
Für angehende Freelancer empfehle ich, euch zu spezialisieren, euer Wissen auf dem Laufenden zu halten und euch eine Nische auszusuchen, wo ihr auch gegen die Großen bestehen könnt. Somit seid ihr weniger dem Preisdruck unterworfen. Das A und O sind aber glückliche Kunden und somit top Referenzen. Tipp insbesondere an Java- und Microsoft-Spezialisten: In der Schweiz arbeiten „interessante“ Kunden meist mit den aktuellsten Technologien. Ich erlebe häufig, dass es sehr erfahrene Kandidaten gibt, die sich leider nicht weiterentwickelt haben. Deshalb empfehle ich, macht euch fit mit den aktuellsten Technologien (Zertifizierungen sind nicht immer erforderlich, aber sie helfen). Somit kommt ihr an spannende Projekte, die euren Marktwert halten oder sogar erhöhen.

Vielen Dank für das Interview!

freelancermap-Profil von Matthias Reck
 
Webseite von Matthias Reck





 
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