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24.04.2018

Das unterscheidet den Junior Programmierer vom Senior Programmierer


Wer sich als Programmierer schon einmal für einen Job beworben, ein LinkedIn-Profil erstellt oder mit Personalern gesprochen hat, wird um diese Frage nicht herumgekommen sein: „Woher weiß ich, ob ich Junior- oder Senior Programmierer oder irgendwas dazwischen bin?“ Um ehrlich zu sein gibt es keine eindeutig definierte Antwort auf diese Frage. Es kommt immer auf die Umstände, das Projekt und auch ein wenig auf das eigene Selbstvertrauen an.




Es gibt zwar keine „echten“ Antworten, aber auf jeden Fall ein paar Richtlinien, mit denen Sie bestimmen können, in welche Kategorie Sie mit Ihrer Arbeit fallen. Wir erklären, was den Junior- vom Senior Programmierer unterscheidet.


1. Erfahrung

Das wohl offensichtlichste Merkmal ist, wie lange Sie Ihren Job bereits ausüben. Als Junior Programmierer bringen Sie in der Regel nicht mehr als zwei Jahre Erfahrung mit. Mit mehr Erfahrung spielen Sie schon in der mittleren Liga, sobald es zweistellig wird, also nach zehn Jahren, gelten Sie als Senior Programmierer. Natürlich können Sie — je nachdem, wie hart Sie arbeiten und wie schnell Sie lernen, auch schon deutlich früher auf dieses Level kommen und Ihren Jobtitel „upgraden“. 

Der Unterschied bei der praktischen Arbeit: Der Junior Programmierer ruft freudig „Hey, ich hab einen Bug gefunden!“ und denkt, er hätte das Problem schon gelöst, weil er den Fehler gefunden hat. Vom Senior wird man lediglich hören „Ich habe einen Bug gefunden.“
   

2. Wissen was man nutzt vs. nutzen was man kennt

Die Erfahrung sorgt dafür, dass Sie als Senior Programmierer ein größeres Spektrum an Werkzeugen kennen und das beste auswählen können. Sie sehen sich eine Aufgabe an, wägen Stärken und Schwächen verschiedener Programmiersprachen oder Strukturen ab. So können Sie die beste Auswahl für die jeweilige Aufgabe treffen.

Von einem Junior Programmierer kann das noch niemand erwarten. Das heißt natürlich nicht, dass Sie noch nichts können, sondern lediglich dass Ihre Bandbreite noch nicht so groß ist. Es kann also passieren, dass Sie nicht unbedingt die beste Wahl treffen sondern sich eher für Werkzeuge entscheiden, die Sie gut kennen.


3. Herangehensweise

Als Senior Programmierer haben Sie eine sehr strukturierte, organisierte Art an neue Projekte heranzugehen. Für Sie gibt es nicht nur das aktuelle Projekt, Sie denken weiter. Wie sieht es mit der zukünftigen Wartung aus? Mit Automatisierung? Welche alternativen Lösungsvorschläge gibt es für das Problem? Sie können die Alternativen liefern und auch erklären, weshalb Sie sie bevorzugen würden.

Junior Programmierer arbeiten im Hier und Jetzt, über die Auswirkungen Ihrer Arbeit in der Zukunft werden Sie sich nur wenige Gedanken machen — das sollte von Ihnen jedoch auch noch nicht erwartet werden. Um die reflektierten Verhaltensweisen eines Seniors zu entwickeln braucht es nun mal viel Erfahrung.
   

4. Betreuungsaufwand

Senior Programmierer werden gesucht, um Teams zu leiten. Als Teamleiter stellen Sie dem Kunden keine Fragen, sondern liefern ihm Antworten. Es gibt natürlich Ausnahmen, doch die meisten Kunden wissen, dass sie die Senior-Freelancer, die sie engagieren, ihre Arbeit machen lassen können ohne ihnen ständig über die Schulter zu sehen. 

Junior Programmierer hingegen brauchen noch viel Betreuung. Ein Kunde mit nur vagen Vorstellungen vom eigenen Projekt rekrutiert Sie als Anfänger und ist dann genervt weil Sie zu viele Fragen stellen? Selbst schuld. Als Junior Programmierer können Sie ein toller Teil eines Teams sein, aber nicht Leiter eines Teams. Je unklarer der Auftrag, desto eher werden Sie jemanden brauchen, der ab und zu einen Blick über Ihre Schulter wirft.
   

5. Ein Senior .NET-Entwickler kann ein HTML-Junior sein

Aufgepasst, denn Senior ist nicht gleich Senior. Nur weil Sie in einem Bereich Profi sind, heißt das noch lange nicht dass Sie alles andere genauso gut können. Wer jahrelange Übung hat und HTML-Codes im Schlaf schreibt, kann genau das: HTML. Mehr aber auch nicht, was zählt ist der Kontext. Wenn Sie sich also für eine Senior-Stelle bewerben, achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Qualifikation im richtigen Bereich liegt.






Bild: © auremar - Fotolia.com
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