Freelancer im Interview: Frank Hißen

20.02.2018

Für das freelancermap-Mitglied Frank Hißen hat Sicherheit rund um die IT immer oberste Priorität. Warum er unter anderem darin auch eine der größten Herausforderungen sieht, lesen Sie im Interview mit einem Experten auf diesem Gebiet.





Kleine Aufwärmrunde - Stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor:
Meine Name ist Frank Hißen, ich bin 37 Jahre alt und komme aus Ober-Ramstadt im schönen Odenwald, ca. 15km südlich von Darmstadt (Hessen). Ich habe Informatik studiert und mich im Laufe des Studiums auf die Schwerpunkte IT-Sicherheit und Softwareentwicklung fokussiert. Seit 2009 bin ich Vollzeit selbständig tätig.

Was sind die Probleme und Aufgaben, bei denen Sie Ihren Kunden helfen? 
Ich bin Technik-Fan, sehe aber IT immer nur als Werkzeug. So habe ich schon viele verschiedene Branchen kennengelernt, die mir fachlich fremd waren. Durch meine Erfahrung im Bereich IT-Sicherheit habe ich immer das Thema Nachhaltigkeit im Blick egal um welche Lösung oder Branche es geht. Ich unterscheide zwei Arten von Kunden – Großunternehmen, die über ein Vermittlungsunternehmen Sicherheitsberater suchen, und Direktkunden, die einen Software-Spezialisten brauchen. Im Sicherheitsbereich befindet sich meine Tätigkeit vor allem in den Bereichen Sicherheit von Web-Anwendungen, Compliance-Anforderungen und Kryptographie. Dabei bin ich immer Richtung Technik bzw. Entwicklung orientiert oder stelle die Schnittstelle zwischen Technik, Mensch und Unternehmensprozessen dar. Im Bereich der Software-Entwicklung gibt es bei mir nur den technischen Fokus Java, ansonsten bin ich da offen für alles.

Reden wir über den Start Ihrer Karriere: Was hat für Sie den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben?
Ich hatte das Glück mit einem Freund und Arbeitskollegen gemeinsam aus einer Festanstellung in die Selbständigkeit zu gehen. Das hat vieles erleichtert. Wir haben uns damals gesagt, wenn es doch nichts für uns ist, können wir ja wieder zurück in eine Festanstellung. Durch meine Tätigkeiten als IT-Berater und Entwickler vor der Selbständigkeit war ich rückblickend gut auf das Projektgeschäft vorbereitet.

Erhalten Sie Projektanfragen dabei eher von bestehenden Kunden oder suchen Sie aktiv nach spannenden Aufgaben, die Sie besonderes reizen?
Es gibt im Grunde zwei Säulen: 1) Anfragen von bestehenden Kunden, seien es Direktkunden oder Vermittler; 2) Die Suche auf Projektportalen wie freelancermap. Die Suche auf Portalen ermöglicht einfach den Einblick in den aktuellen Projektmarkt und die Chance potentielle Kunden kennenzulernen, die man noch nicht kannte und umgekehrt.

Natürlich sind wir jetzt gespannt – konnten Sie bei der Projektsuche gute Erfahrungen mit freelancermap machen?
Ich nutze freelancermap schon ziemlich lange. Ehrlicherweise muss man sagen natürlich als eine von mehreren Plattformen. Ich habe auch heute noch Kontakte zu Kunden, die ich nur über freelancermap gefunden habe. Jede Plattform ist anders, die Geschäftsmodelle unterscheiden sich mal mehr, mal weniger – dies entscheidet meist über den Funktionsumfang. freelancermap hat sich auf jeden Fall über die Jahre zu einer sehr einfach zu bedienenden Plattform entwickelt. Dabei ist für mich immer die Suchfunktion für Projekte entscheidend. Hervorsteht hier bei freelancermap im Besonderen die Kennzeichnung von Remote-Projekten.

Was machen Sie, wenn Sie nicht in Ihr Spezialgebiet vertieft sind? Welche Themen innerhalb, aber auch außerhalb der IT-Branche interessieren Sie?
Ich beobachte generell was in der IT-Branche so passiert. Themen wie der Raspberry Pi finde ich außerhalb meiner Kernthemen persönlich interessant. Alles rund um das Potential und die Gefahren von mobilen Geräten beschäftigt mich als Nutzer eines Smartphones ebenfalls persönlich. Außerhalb des Jobs, sprich privat, zählt in erster Linie meine Familie.

Nun vom Besonderen zum Allgemeinen: Die IT-Branche wächst und wächst – worin sehen Sie die Herausforderungen der nächsten Jahre und vermissen Sie manchmal auch “the good old days”?
Die Marktlage im IT-Bereich halte ich generell für sehr gut. Gerade in der IT-Sicherheit können wir uns nicht über die Nachfrage beklagen. Das Thema Sicherheit wird zum Glück immer ernster genommen, wenn auch meist noch zu wenig. Was man ja durchaus merkt, wenn man nur etwas aufmerksam (IT-)Nachrichten verfolgt. Hierin sehe ich auch eine der größten Herausforderungen. Das digitale Leben, sei es privat oder geschäftlich, verlagert sich immer weiter Richtung Internet und Cloud. Für mich persönlich hat Sicherheit immer oberste Priorität, wenn es um das Nutzen von Cloud-Diensten geht. Ich hinterfrage das durch meinen fachlichen Background automatisch. Unternehmen sehen das nicht immer so, was ich ja auch irgendwo nachvollziehen kann, da ohne Wirtschaftlichkeit kein Diensteanbieter leben kann. Dennoch sehe ich hier eine der größten Gefahrenquellen, was eben immer wieder durch aktuelle Nachrichten bestätigt wird. Dabei ist Sicherheit gar kein so schwieriges oder kostspieliges Thema. Meist wird es nur zu spät angegangen oder durch die falschen Projektbeteiligten. Dann kann es natürlich teuer werden. Ich kann jedem Projektverantwortlichen nur raten, schon beim Brainstorming einen Sicherheitsberater an der Seite zu haben. Langfristig spart das Geld!

Gibt es noch eine interessante Geschichte oder eine Anekdote aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit, die Sie gerne mit uns teilen würden?
Ich denke, vor der Selbständigkeit generell braucht man keine Angst haben. Selbst wenn man „scheitert“, hat man auf jeden Fall wertvolle Erfahrungen gesammelt und kann immer noch in ein Angestelltendasein zurückkehren. Wer es ausprobieren möchte, sollte es einfach tun. Rückblickend finde ich es spannend, welche Unternehmen und Branchen ich durch die Freiberuflichkeit selbstbestimmt kennenlernen konnte.

Vielen Dank für das Interview!

freelancermap-Profil von Frank Hißen
 
Webseite von Frank Hißen





 
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