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12.10.2017

Wie umgehe ich die Scheinselbstständigkeit?


Kein Freelancer möchte sich in der Scheinselbstständigkeit wiederfinden, dann würde er nämlich einen unrechtmäßigen Vorteil gegenüber normalen Angestellten haben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Scheinselbstständigkeit umgehen können.




Viele Freelancer sind (bewusst oder unbewusst) scheinselbstständig. Das Problem ist oftmals fehlendes Wissen sowie Auftraggeber, die sie bewusst in die Scheinselbstständigkeit treiben, um Sozialabgaben zu sparen.


Was ist eine Scheinselbstständigkeit?

Freiberufler sind im Falle einer Scheinselbstständigkeit in alle betrieblichen Abläufen ihres Auftraggebers integriert; sie haben feste Arbeitszeiten, unterliegen den Anweisungen ihres Auftraggebers, tauchen auf dessen Website im Bereich Mitarbeiter auf und haben auch Visitenkarten mit dem Firmenlogo im Portemonnaie. Das sind nur einige Hinweise darauf, dass eine Scheinselbstständigkeit vorliegen könnte.

Warum ist das von Bedeutung? Beide Parteien sparen Geld, da keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Selten sind solche Fälle nicht, wie die Studie Scheinselbstständigkeit im Journalismus des DJV-NRW zeigt. Zwar handelt es sich nicht um eine repräsentative Umfrage, da sie nur das Bundesland Nordrhein-Westfalen abdeckt und ausschließlich Journalisten miteinbezieht, dennoch lassen sich Rückschlüsse ziehen. Erschreckend ist das Ergebnis: Bis zu 66 Prozent der freien Mitarbeiter könnten scheinselbstständig sein.

Die Frage lautet nun: Wie können Betroffene die Scheinselbstständigkeit umgehen?


Scheinselbstständigkeit umgehen: Kriterien kennen

Das größte Problem ist, wie bereits gesagt, fehlendes Wissen. Zu wenige Freelancer und Unternehmer befassen sich mit dem Thema Scheinselbstständigkeit. Setzen Sie sich mit diesem Problem auseinander und lernen Sie alle Kriterien kennen, die für eine Scheinselbstständigkeit sprechen. Einige Beispiele:
 
  • Tätigkeit wird in der Firma des Auftraggebers ausgeübt
  • Eingliederung in Betrieb des Auftraggebers
  • persönliche Abhängigkeit vom Auftraggeber 
  • Vergütung von Überstunden
  • kein Unternehmensrisiko
  • fehlende Unternehmerinitiative
  • keine Beschaffung von Arbeitsmitteln

Digitalisierung schützt nicht vor Scheinselbstständigkeit

In Zeiten, in denen immer mehr Menschen von zu Hause oder anderen Orten der Welt aus arbeiten, bereitet die Scheinselbstständigkeit noch größere Probleme. Zu klären ist, ob der Freiberufler tatsächlich ein Unternehmer ist, für andere Auftraggeber arbeitet und ein unternehmerisches Risiko trägt.

Selbes gilt auch für Freelancer. Wer von seinem Homeoffice aus arbeiten möchte, sollte von Anfang an überlegen, wie er die Scheinselbstständigkeit umgehen kann. Auftraggebern muss klar gemacht werden, dass sie einer von vielen sind, für die Sie arbeiten; sagen Sie ihnen direkt, dass Sie kein Interesse haben, Teil des Unternehmens zu werden, um nicht scheinselbstständig zu werden.

Hierin liegt aber ein weiteres Problem: Wer heute nicht scheinselbstständig ist, kann es in Zukunft dennoch werden. Die Scheinselbstständigkeit müssen Sie folglich langfristig umgehen. Freelancer dürfen nicht vergessen, dass einige Auftraggeber kommen und gehen, jedoch immer mehrere übrig bleiben sollten und niemand die Oberhand bei der Auftragsvergabe erhalten darf.


Mit Dienstverträgen Scheinselbstständigkeit umgehen

Freelancer sollten mit Auftraggebern Dienstverträge abschließen, in denen zweifelsfrei erkennbar ist, dass keine Scheinselbstständigkeit vorliegt. Achten Sie auf eine lückenlose Dokumentation, die keine Interpretation erlaubt; lassen Sie sich im Zweifel von einem Experten beraten.


Checkliste: Scheinselbstständigkeit umgehen

Nachfolgend die wichtigsten Punkte zum Thema „Scheinselbstständigkeit umgehen“ zusammengefasst:
 
  • Informieren Sie sich umfassend zum Thema Scheinselbstständigkeit
  • Vergessen Sie nicht, dass Sie die Ausübung Ihrer Arbeit vom Homeoffice aus Sie nicht vor der Scheinselbstständigkeit schützt
  • Arbeiten Sie immer für mehr als einen Auftraggeber
  • Lassen Sie sich nicht in Betriebsprozesse eingliedern
  • Vereinbaren Sie immer einen Dienstvertrag






Bild: © pathdoc - Fotolia.com
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