Sie sind hier:  Freelancer Ratgeber  »  Artikel

 
21.09.2017

So gehen Sie als Freelancer mit langfristigen Zahlungen um


Als Freelancer ist das Thema Zahlungsverzug nicht nur ärgerlich, sondern kann tatsächlich Existenzen bedrohen. Für Kunden scheint es heutzutage ganz normal zu sein, erst in 30 Tagen zu zahlen und gerade Anfänger wollen sich natürlich an die (vermeintlichen) ungeschriebenen Gesetze halten. Allerdings entspricht ein Zahlungsziel von 30 Tagen keineswegs der Norm, die Regeln bestimmen einzig und allein die beiden Parteien, die einen Vertrag miteinander schließen. Mit unseren Tipps vermeiden Sie Probleme mit langfristigen Zahlungen!




Als Freelancer 30 Tage auf sein Geld zu warten, ist schlichtweg nicht in Ordnung. Es mag Unternehmer geben, für die das kein Problem darstellt, aber die meisten Freiberufler haben ein schmales Budget und brauchen ihr Geld. Ein Zeitfenster bedeutet für viele Kunden, dass sie am letztmöglichen Tag bezahlen — wenn überhaupt. Und was heißt das Zahlungsziel überhaupt? Beginnen die 30 Tage nach Fertigstellung der Arbeit oder mit der Rechnungszustellung? Sind es Werktage oder Kalendertage?  


5 Tipps zur Vermeidung von langfristigen Zahlungen:

1. Verhandeln Sie realistische Zahlungsfristen 

Der beste Weg, um Zahlungsprobleme zu vermeiden: Einigen Sie sich gemeinsam mit ihrem Kunden. Erklären Sie ihm, weshalb Sie nicht einen Monat lang auf ihr Geld warten können. Viele Kunden haben sich einfach an die 30-Tage-Frist gewöhnt und wollen sie deshalb in den Vertrag aufnehmen. Wenn man jedoch seine Bedenken als Freelancer äußert, lassen sich die meisten von kürzeren Fristen überzeugen.


2. Vereinbaren Sie eine Anzahlung oder Raten

Eine weitere Möglichkeit, Verluste durch die langfristigen Zahlungen zu vermeiden: Teilen Sie den Rechnungsbetrag auf. Entweder lassen Sie sich eine Anzahlung in Höhe von 20 bis 50 Prozent überweisen, sobald Sie mit dem Auftrag begonnen haben. Dazu bedarf es aber eines gewissen Vertrauens, das der Kunde in Sie haben muss. Oder sie einigen sich mit dem Kunden auf Raten, die beispielsweise regelmäßig nach erreichen eines bestimmten Arbeitsziels zu entrichten sind.


3. Fordern Sie Ihren Lohn sobald Ihre Arbeit getan ist

Um Missverständnissen vorzubeugen, sollten Sie mit dem Kunden genau festlegen, was „fertig“ bei Ihrem Projekt bedeutet. Und sobald Ihr Job erledigt ist, sind Sie auch berechtigt, Ihren kompletten Lohn einzufordern. Angenommen Sie bauen eine Webseite. Wenn Sie fertig sind und der Kunde Texter engagiert, um die Webseite zu füllen, ist das völlig in Ordnung. Ihre Arbeit ist aber bereits getan und es gibt keinen Grund für Sie, auf Ihr Geld zu warten bis die Webseite komplett ist.


4. Fordern Sie Verzugszinsen

Es wäre natürlich schön gewesen, wenn Sie Ihr Geld einfach fristgerecht bekommen hätten. Wenn dem aber nicht so ist, sollten Sie nach einer kleinen Kulanzzeit Gebühren verlangen und diese auch im Vertrag festhalten. Das könnte so aussehen: „Sollte der Rechnungsbetrag nicht innerhalb von drei Tagen nach der Fristsetzung auf meinem Konto eingegangen sein, werden Gebühren fällig.“ Am besten verlangen Sie einen gewissen Prozentsatz der kompletten Summe, weil diese je nach Projekt unterschiedlich hoch ist. Die Höhe bestimmen Sie selbst, fünf bis zehn Prozent sind normal.


5. Sie sollten eine Notreserve haben

Für den Fall, dass die Kunden weder Anzahlung, noch Rechnungen oder Gebühren bezahlen, sollten Sie eine Notreserve haben um nicht komplett ohne Geld da zu stehen. Fragen Sie sich, was Ihnen der Kunde bedeutet. Wenn Sie beide schon eine lange Geschäftsbeziehung verbindet oder das Projekt besonders lukrativ ist, sollten Sie dran bleiben und versuchen, sich gütlich zu einigen. Bei allen anderen sollten Sie jedoch hart bleiben. Diese Lektion müssen leider alle Freelancer früher oder später lernen.






Bild: © eyeQ - Fotolia.com
Freelancer Profil kostenlos anlegen. Aktuelle Projekte erhalten!

 Jetzt durchstarten

Weitere Artikel

  • Outsourcing: Überlassen Sie Ihre IT einem Freelancer-Team

    Freiberufler sind auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Gerade für Unternehmen ist es eine tolle Sache, sich für spezielle Anliegen professionelle Unterstützung von Außerhalb zu besorgen. Kein Wunder: Freelancer sind flexibel, professionell und wahre Experten auf ihrem Gebiet. Doch warum sollten Sie sich mit einem Freelancer zufrieden geben? Stellen Sie doch gleich ein ganzes Team ein. Was Ihnen das bringt, welche Risiken dabei entstehen und welche großen Vorteile so ein Team besonders im Bereich IT bieten, erfahren Sie bei uns.
  • Freelancer im Interview: Christina Fink

    Durch ihre langjährige Erfahrung im Projekt Management Office (PMO), der konzeptionellen Arbeit und als Beraterin wurde das freelancermap-Mitglied Christina Fink zum Organisationstalent.
  • Der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung

    Als Freiberufler tun Sie alles in Ihrer Macht stehende, dass Sie Ihre Dienstleistung zufriedenstellend ausführen. Was geschieht aber, wenn ein Kunde einen Mangel feststellt? Müssen Sie für Ihre Leistung garantieren? Welchen Unterschied gibt es zwischen Garantie und Gewährleistung? Wir klären Sie zu diesem Thema auf.

Kommentare

  • Keine Kommentare vorhanden

Artikel kommentieren