Linkkauf lohnt sich nicht

17.08.2017

Links zu kaufen ist wie, wenn man einen Partner auf Monatsbasis hat. Ist es wirklich eine natürliche Beziehung, wenn man dafür zahlt? Dies betrifft nicht nur menschliche Beziehung, sondern auch den Linkaufbau im Online-Marketing.




1. Linkkauf und Linkmiete ruinieren Sie

Dabei empfinde ich Linkmiete schlimmer als den Linkkauf. Denn beim Linkkauf hat man in der Regel ‘nur’ einmalige Kosten. Doch bei Linkmieten kommen Folgekosten auf einen zu, an die die meisten Dienstleister nicht denken. Da bekommt man irgendwann das Angebot für eine Advertorial von einer Top-Domain mit dem Sichtbarkeitsindex 80+ für nur 1.800€ und dann ‘nur’ 1.000€ jährlich. Klar, der Link bleibt nur solange bestehen, wie man auch dafür zahlt. Ja, das Problem ist doch, dass der Dienstleister in Nöten gerät, wenn sein Kunde abspringt. Er bleibt dann auf den Kosten sitzen und hat sich damit selbst ins Fleisch geschnitten. Und der Kunde auch. Denn sobald der SEO für den gekauften Link nicht mehr zahlen will, verfällt die Verlinkung und der Kunde erleidet eventuell ein Rankingverlust bei wichtigen Suchwörtern. 

Beide Formen sind nur schwerlich rentabel - für Kunden und Suchmaschinenoptimierer. Ganz besonders deshalb, weil vom veranschlagten Budget von 2.000€ 19% Umsatzsteuer abgehen, womit 1.680€ (netto) übrig bleiben. Und davon soll man dann noch 30% bis 70% in unnatürliche Links investieren? Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass die Rechnung nicht aufgeht. 


2. Google austricksen? Viel Glück!

Aufgepasst: Natürlich lohnt sich Linkkauf! Für all diejenigen, die die Links und Artikelplätze verkaufen. Unter Umständen machen die ein dickes Geschäft.

Wie bei Punkt 1 bereits beschrieben, investiert man erst mehrere Tausend Euro, um dann die ‘aufgebauten gekauften Links’ abzubauen und am besten gleich das Disavow-Tool von Google zu benutzen. Sprichwort: “Baust du auf und reißt du nieder, hast du Arbeit immer wieder.” 


3. Linkkauf ist leicht - vor allem leicht nachzumachen

Darf man sich überhaupt SEO nennen, wenn man Links aus Foren, Blogs und von großen Seiten kauft? Man macht damit schließlich seinem Berufsstand keine Ehre. Die armen Kunden… das muss an dieser Stelle mal erwähnt werden. 
Nicht nur, dass der Arbeitsaufwand gering ist, so ist es auch für die Konkurrenten ein Leichtes, diese Links nachzukaufen. Denn Geld haben die meisten, nicht jedoch die Zeit und den Willen, großartigen Inhalt zu erstellen!


4. Ein ganz anderes Problem

Bei der Suchmaschinenoptimierung sollte man das Pareto-Prinzip anwenden - wenn es dann um das Linkprofil eines Kunden geht. 
80% nofollow Links
20% follow Links
Und all das zu 100% natürlich und Google konform.

Denn Links gibt es, um auf andere hochwertige Ressourcen zu verweisen und damit den eigenen Besuchern zu helfen - nicht als Manipulierungsmittel.
Doch wer Links kauft, der ist aus gutem Grund geizig! Er will dofollow-Links(!) Wer zahlt schon gerne 800€ für einen nofollow-Link der, wenn er keine Besucher bringt, nicht einmal Page-Authority oder dergleichen vererbt.
Doch dadurch macht man Google erst recht skeptisch bei so vielen follow-Verlinkungen. Man macht sich das Leben sowie die Arbeit unnötig schwer. 


Fazit und was wir lernen sollten

Linkkauf lohnt sich nicht.
Als Suchmaschinenoptimierer sollten wir unseren Kunden gute Rankings bescheren durch gute Inhalte, die wir erstellen und entsprechend vermarkten. Als Kunde sollten Sie Ihren (potentiellen) Dienstleister fragen, was er über Linkkauf denkt und wie er ‘natürliches Linkbuilding’ betreibt. 

Ich danke Ihnen für Ihre Zeit.
Ihr Christian Walter Hinze






Bild: © patpitchaya - shutterstock.com

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