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03.08.2017

Freelancer im Interview: Oliver H. Weber


Als Marketing- und Unternehmensberater unterstützt das freelancermap-Mitglied Oliver H. Weber nationale und internationale Firmen bei deren Entwicklung bzw. Marketingstrategie. Im Interview teilt uns der Kundengewinnungsexperte seine Erfahrungen mit.





Kleine Aufwärmrunde - Stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor:
Sicherlich haben Sie meinem Firmennamen - MunichMarketing – schon entnommen, dass die Firma in München sitzt. Zudem gibt es natürlich auch schon einen Hinweis auf meine Fokussierung. Ich unterstütze nationale und internationale Firmen bei deren Entwicklung bzw. Marketingstrategie, da ich der festen Überzeugung bin, dass Entwicklung ohne Marketing nicht möglich ist – zumindest mittel- und langfristig. Man könnte mich somit als Marketing- und Unternehmensberater bezeichnen. Mit diesem Konzept darf ich nächstes Jahr bereits mein 10-jähriges Jubiläum feiern und bin auch etwas stolz darauf.

Was sind die Probleme und Aufgaben, bei denen Sie Ihren Kunden helfen? 
Meine Kunden bieten meist hoch entwickelte Produkte bzw. interessante Dienstleistungen an, können diese aber schwer erklären bzw. finden nicht genügend Kunden für ihre (Dienst-)Leistungen. Als Kundengewinnungsexperte entwickeln ich mit ihnen eine überzeugende Positionierung, erstelle wirksame Marketingkonzepte und erörtere ihnen die Wirkungsweise der verschiedenen Marketingtools. Aber auch, wenn bereits – wie im Falle einer meiner multinationalen Großkunden – das Konzept prinzipiell vorgegeben ist, unterstütze ich gerne bei der Durchführung oder wie in diesem Falle der nationalen Adaption des Konzepts. Grundsätzlich entwickle ich gerne Firmen. So kam erst jüngst einer meiner ersten Kunden zu mir und bat mich, bei der weiteren Expansion seines Verlages zu unterstützen. Der große Vorteil für meine Kunden ist, dass ich relativ breit aufgestellt bin. Ich kann schon sehr früh im Geschäftsmodell mithelfen, das passende Leistungsspektrum zu definieren. Nach insgesamt ca. 20 Jahren Berufserfahrung, über 1.500 Beratungen und über 500 fachkundigen Stellungnahmen kann ich zudem relativ gut beurteilen, welche Produkte und Leistungen sich am Markt bewähren werden. Zudem betrachte ich als unabhängiger Berater das gesamte Produkt- und Marketingportfolio und empfehle nur, was der Kunde wirklich braucht und nicht, welche neuen Marketingkanäle sich gerade gut verkaufen lassen. Dabei schaue ich als ehemaliger Banker auch noch aufs Geld statt nur auf die Kreation.

Reden wir über den Start Ihrer Karriere: Was hat für Sie den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben?
Bei mir war es eine Mischung aus Zufall und Gelegenheit. Nachdem ich bereits 10 Jahre vorher eine relativ steile Karriere als Angestellter - vom Vorstandsassi über den Unternehmensberater bis hin zum Bereichsleiter und Geschäftsführer in den digitalen Medien - hinter mir hatte, ergaben sich relativ kurz hintereinander zwei Situationen, in denen ich jeweils verantwortlich war, aber schließlich als Angestellter nicht final entscheiden konnte. Da sich dann, im Zuge größerer Umstrukturierung, meine Aufgabe sowieso gravierend verändert hätte (Zufall), erkannte ich die Gelegenheit, nicht nur die Verantwortung zu tragen, sondern auch final Entscheidungen zu treffen und meldete mich selbständig.   

Erhalten Sie Projektanfragen dabei eher von bestehenden Kunden oder suchen Sie aktiv nach spannenden Aufgaben, die Sie besonderes reizen?
Aufgrund der mittlerweile langen Zeit der Selbständigkeit ist es eine gesunde Mischung aus allem. Zum einen habe ich – glücklicherweise – zufriedene Kunden, die immer wieder kommen, zum anderen ergeben sich oft auch Empfehlungen. Schließlich bemühe ich mich als Marketer natürlich selbst um entsprechende Werbung bzw. Profile und scanne den Markt nach spannenden Projekten.

Natürlich sind wir jetzt gespannt – konnten Sie bei der Projektsuche gute Erfahrungen mit freelancermap machen?
Ich kriege glücklicherweise ziemlich regelmäßig Anfragen über Freelancermap, was mich natürlich freut. Dabei fällt auf, dass die Bandbreite der Projekte und Inhalte sehr groß ist. Auch wenn man sich manchmal fragt, ob die Anfrager das Profil wirklich gelesen haben, sind teilweise sehr spannende Themen dabei. Natürlich kommt es nicht jedes Mal zum Abschluss, das wäre auch naiv zu erwarten. Oftmals hat man auch jemanden aus dem eigenen Netzwerk im Kopf, der vielleicht sogar noch besser passen würde, wenn es bei einem selbst nicht klappt. Da ich auch andere (Plattform-)Anbieter kenne, freue ich mich bei Freelancermap, dass es so einfach zu bedienen und nutzen ist.  

Was machen Sie, wenn Sie nicht in Ihr Spezialgebiet vertieft sind? Welche Themen innerhalb, aber auch außerhalb der IT-Branche interessieren Sie?
Vorausschicken möchte ich, dass ich auch bei meinen Projektmanagement-Aufträgen schon einige Themen angenommen habe, die nicht primär in mein Kernthema fielen, z.B. im Bereich Datenschutz, Customer Journey bzw. Usability im Check-Out. Ich finde es spannend, damit meinen Horizont zu erweitern und die Themen miteinander zu verbinden. Privat bin ich darüber hinaus sehr mit der Familie, speziell der 10-jährigen Tochter, engagiert. Da fällt genug an - von Schule über Radfahren bis Spielen. So macht man sich wenig Gedanken „über zu viel Freizeit“.

Nun vom Besonderen zum Allgemeinen: Die IT-Branche wächst und wächst – worin sehen Sie die Herausforderungen der nächsten Jahre und vermissen Sie manchmal auch “the good old days”?
Obwohl ich ja eigentlich kein „Digital Native“ mehr bin, sondern eher Immigrant, fühle ich mich trotzdem wie ein Native, da ich das Internet und die Digitalisierung wirklich von Beginn an begleitet und auch (versucht habe, im Kleinen) „mit(zu)gestaltet habe“. So denke ich auch, dass uns das Thema Digitalisierung (hoffentlich) noch lange beschäftigen wird, neben dem Thema „Virtual Reality bzw. Augmented Reality“. Zudem bin ich trotzdem ganz old school noch ein Fan von „realen Treffen/Kontakten“ bzw. trotz aller iPads und Apps, die ich selbst regelmäßig nutze, gibt es bei mir auch noch Stift und Papier.

Gibt es noch eine interessante Geschichte oder eine Anekdote aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit, die Sie gerne mit uns teilen würden?
Im Zuge meiner staatlich geförderten Beratungen, sind mir in den letzten 10 Jahren sehr viele lustige und verrückte Gründungsideen untergekommen, z.B. Hundekekse aus wertvollen Bio-Rohstoffen und Nachbauten von Predatoruhren (Anm: aus dem Film AvP I + II). Ich scheue mich auch davor, diese Ideen zu bewerten. Wer hätte damals gedacht, dass Whatsapp und Facebook so erfolgreich werden oder auch schon der Zauberwürfel, der bereits ein Revival erlebt hat. Ich denke, es ist wichtig, die Leute professionell zu beraten und dafür zu sorgen, dass quasi keine „technischen“ bzw. wirtschaftlichen Fehler beim Auf- und Ausbau passieren. Die Akzeptanz vom Kunden kann man nicht komplett vorausbestimmen und man sollte sich hüten, hier arrogant die „Berater-Allwissenheit“ anzuwenden. Die Geschmäcker sind nun mal verschieden, deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele (pot.) Kunden von den Produkten und Dienstleistungen erfahren, um sie selbst entscheiden zu lassen. Natürlich sollte man offensichtliche Fehler im Vorfeld vermeiden und es sollten nicht immer dieselben Fehler gemacht werden, auch nicht von unterschiedlichen Firmen, darin sehe ich meine Hauptaufgabe. 
Allein von meinen Fehlern gibt es schon viel zu lernen.
                  


Vielen Dank für das Interview!
 





 
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