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03.08.2017

Wenn der Kunde nicht pünktlich zahlt: 10 Tipps rund ums Mahnen


Ein Projektabschnitt ist erledigt, die Rechnung geschrieben. Doch das Zahlungsziel ist verstrichen, ohne dass das Geld vom Kunden auf ihrem Geschäftskonto eingegangen ist.




Gerade in Branchen wo die Freelancer oft Wochen für ein Projekt gebucht werden, sind sie meist Vollzeit nur für einen Kunden tätig und erzielen in der Zeit keine anderen Einkünfte. Das Risiko, durch Zahlungsverzug eigene Verbindlichkeiten nicht bedienen zu können, ist also groß. Umso wichtiger ist es, auf eine nicht rechtzeitig eingegangene Zahlung sofort zu reagieren, denn umso schneller kommt das Geld.

10 Tipps rund ums Mahnen

  1. Wer bestimmt eigentlich das Zahlungsziel?
    Wer für große Konzerne arbeitet, kennt das Elend mit den langen Zahlungsfristen. Oft hat es System, erst nach Wochen zu überweisen. Die Buchhaltungsabteilung ist angewiesen, es so zu handhaben. Aber wer bestimmt eigentlich das Zahlungsziel: der Kunde? Als Auftragnehmer geben Sie schon bei Vertragsabschluss ihre eigenen AGB bekannt und auch das Zahlungsziel kann Teil der Verhandlungen sein.

  2. Es muss keine Absicht sein, darum: freundliche Nachfrage
    Überweisen Kunden, die sonst immer pünktlich zahlen, ein Honorar nicht, dann kann das einfach ein Irrtum sein. Vergesslichkeit, jemand war im Urlaub, die Rechnung ist durchgerutscht: das kommt vor. Gerade bei Stammkunden und wenn ein besonders guter Kontakt zum Kunden besteht, kann hier der erste Schritt ein formloser Hinweis darauf sein, dass das Geld noch nicht da ist. Eine Mail zu schicken oder sich kurz mit einem Anruf in Erinnerung bringen, das reicht oft schon, damit das Geld doch noch zeitnah eintrifft.

  3. Zahlungserinnerung kein Muss
    Den eigentlichen Mahnvorgang beginnen viele mit einer Zahlungserinnerung. Das kann man machen. Verpflichtend ist es nicht.

  4. Verjährung droht, darum zügig mahnen
    Forderungen können verjähren. Die Verjährung beginnt mit der fertig erbrachten Leistung. Sollte es einmal wirklich zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen, wegen einer nicht eingetroffenen Zahlung, dann zieht sich das unter Umständen über Jahre hin. Darum ist es wichtig, nicht nur die Rechnung zügig nach Leistungserbringung zu stellen, sondern auch auf das Ausbleiben der Zahlung nicht erst nach Monaten zu reagieren.

  5. Eine Mahnung muss sein…
    Mit einer Mahnung teilen sie dem Kunden mit, dass das Zahlungsziel überschritten ist und er sich im Zahlungsverzug befindet. Dieser Schritt ist wichtig, denn auf der offiziellen Mitteilung, dass der Zahlungsverzug besteht, beruht das weitere Mahnverfahren.
    Mit einer Mahnung setzen sie noch einmal ein Zahlungsziel fest und kündigen an, dass es zu (weiteren) Mehrkosten z.B. durch Berechnung von Verzugszinsen kommt, wenn diese Frist nicht eingehalten wird.

  6. mehr als eine ist aber kein Pflichtprogramm
    Wenn Sie auf ihren Rechnungen ein klar formuliertes, konkretes Zahlungsziel genannt und mit einer Mahnung nochmal eine Nachfrist gesetzt haben, dann weiß ihr Kunde eigentlich Bescheid. Sie sind nicht dazu verpflichtet, eine ganze Serie von Mahnungen zu schreiben.

  7. Mahngebühren
    Schon ab der ersten Mahnung dürfen auch angemessene Mahngebühren erhoben werden. Schließlich entsteht ein Mehraufwand durch Mahnungen schreiben .

  8. Verzugszinsen
    Verzugszinsen errechnen sich über die Anzahl von Tagen, die der Schuldner bereits im Zahlungsverzug ist. Der Zinssatz ist nicht willkürlich, sondern orientiert sich am aktuellen Basiszinssatz. Den aktuellen Basiszinssatz entnehmen sie den Angaben der Deutschen Bundesbank. Für Privatkunden addiert man 5 Prozent dazu, bei Geschäftskunden addieren sie 9 Prozent. Bei der Berechnung der Zinsen hilft Ihnen zum Beispiel dieser Verzugszinsenrechner.

  9. Gesetzliche Mahnpauschale: 40 Euro
    Ausschließlich bei Geschäften zwischen Unternehmen oder wenn ihr Kunde eine öffentliche Einrichtung ist, können sie die gesetzliche Mahnpauschale anwenden. Dabei handelt es sich um höhere Mahnkosten, die aufgrund einer EU-Zahlungsverzugsrichtlinie möglich wurden. In Deutschland beträgt sie 40 Euro.

  10. Das gerichtliche Mahnverfahren oder die Klärung vor Gericht
    Wenn schriftliches Mahnen nichts geholfen hat, bleiben zwei Möglichkeiten: Eine unstrittige Forderung lässt sich über einen Online-Mahnantrag beim zuständigen Amtsgericht anmelden. Die anfallenden Gebühren, erstattet der Schuldner.
    Gibt es Unstimmigkeiten rund um Leistung und Rechnung, dann ist es jetzt an der Zeit, eine Rechtsberatung zu suchen und einen Anwalt die Sache notfalls vor Gericht klären zu lassen.






    Bild: © Singkham - shutterstock.com

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