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08.05.2018

Freiberufler als Nebenjob?


Für viele Erwerbstätige ist der Hauptjob nur ein Teil ihres beruflichen Lebens, weil sie nebenberuflich als Freelancer arbeiten. Was Sie müssen Sie dabei beachten?




Freelancer als Nebentätigkeit – immer mehr Menschen spielen mit diesem Gedanken. Einige wollen ihr monatliches Einkommen aufstocken, andere sehen das Potenzial, Erfahrung zu sammeln und später komplett freiberuflich tätig werden zu können. In beiden Fällen müssen Sie einige Hinweise beachten.


Nebenberuflich Freelancer werden – mögliche Tätigkeitsfelder

Der Nebenjob Freelancer ist für viele Menschen eine Chance, um zusätzliche Berufserfahrung zu sammeln oder ein Nebeneinkommen zu generieren. Welche Tätigkeitsfelder kommen hierfür infrage?

Die gute Nachricht: Grundsätzlich alle, für die Sie das entsprechende Wissen mitbringen. Aber bedenken Sie: Für Ihre Arbeit als Freiberufler als Nebenjob werden sie weniger Zeit als für Ihren Hauptberuf haben, sodass sich v.a. Tätigkeiten lohnen, die Sie von zu Hause ausführen können:
 
  • das Schreiben von Artikeln
  • das Instandhalten von Webseiten
  • das Programmieren von Mobile-Apps

Der „Nebenjob Freiberufler“ ist sehr flexibel und wird von der Globalisierung sowie dem Fortschritt der digitalen Welt unterstützt. Wählen Sie aber eine Tätigkeit, in der Sie bereits fundiertes Wissen besitzen; ansonsten müssten Sie nebenbei Zeit (und Geld) in Kurse, Seminare und Weiterbildungen investieren.

Bedenken Sie bei der Wahl Ihrer Tätigkeit auch die Konkurrenz. Die Branche der Texter ist beispielsweise seit Jahren stark umkämpft, sodass es schwierig ist, Fuß zu fassen. Zumal schreiben viele Menschen, insbesondere jene, die einen Nebenjob haben, für geringe Beträge. Dennoch kann sich ein Job als Texter lohnen, wenn Sie die richtige Branche wählen. Gut bezahlt sind Schreiber im Bereich Banken und Finanzinstitute, IT, Automotive, Versicherungen sowie Telekommunikation; am anderen Ende sind Touristik, Elektronik und Medien.


Freelancer als Nebentätigkeit – die Verdienstmöglichkeiten

Die steuerlichen Aspekte spielen eine große Rolle beim Nebenjob Freelancer. Über die zusätzlichen Einnahmen möchte das Finanzamt informiert werden.

Als Faustregel gilt: Grenzen für den nebenberuflichen Verdienst gibt es nicht, es sei denn, man ist Empfänger von ALG 1 beziehungsweise ALG 2 oder ein Student, der BAföG erhält.
 

Achten Sie bei den Verdienstmöglichkeiten unbedingt auf Ihren Stundenlohn, damit sich der Nebenjob auch finanziell lohnt. Lesen Sie unsere Tipps in diesem Artikel, um herauszufinden, was Sie als Freiberufler verlangen können.


Weiterbildungen und Auftraggeber

Auch wenn Sie die Fähigkeiten besitzen sollten, einen bestimmten Job auszuführen, kommen Sie langfristig nicht um Weiterbildungen herum. Ihre Karriere hängt maßgeblich davon ab, wie Sie sich persönlich sowie beruflich weiterentwickeln. Mit etwas Glück sind Sie dann künftig vielleicht in der Lage, den Nebenjob hauptberuflich auszuführen.

Der Schlüssel zum Erfolg sind Ihre Auftraggeber, die Sie von Anfang an gezielt aussuchen sollten. Lassen Sie sich Zeit und wählen Sie Firmen, mit denen Sie langfristig zusammenarbeiten können und möchten. Sobald Sie Ihre Kompetenz erfolgreich demonstriert haben, werden Sie Folgeaufträge erhalten.


Gewerbeanmeldung für den Nebenjob Freiberufler?

Wer nebenberuflich Freelancer werden möchte, ist nicht gezwungen, ein Gewerbe anzumelden, wenn die gewünschte Tätigkeit im Einkommensteuergesetz (§ 18 Abs. 1 EStG) zu finden ist. Es reicht in solchen Fällen aus, dem Finanzamt die selbstständige Tätigkeit schriftlich mitzuteilen. Musterschreiben finden Sie hierfür zu genüge im Internet. Zu den freiberuflichen Tätigkeiten gehören unter anderem:
 
  • Dolmetscher
  • Lotsen
  • Dentisten
  • Heilpraktiker
  • Ingenieure
  • Notare

Ob Sie zu den freien Berufen gehören, entscheidet letztendlich das Finanzamt. Klären Sie Ihre individuelle Situation vorab am besten mit Ihrem Steuerberater sowie dem Finanzamt.


Vor- und Nachteile des Teilzeit-Freelancings

Wenn Sie nebenberuflich als Freelancer arbeiten wollen, ist dies ist mit verschiedenen Vor- und Nachteilen verbunden, die sie im Voraus abwägen sollten. Ein großer Vorteil sind Förderprogramme und Zuschüsse, von denen Gründer profitieren können.


Ein entscheidender Nachteil ist der zusätzliche Zeitaufwand und die mit der Nebentätigkeit verbundenen Überstunden – Sie haben praktisch zwei Jobs!


Chancen & Risiken

Freelancer als Nebentätigkeit – die meisten Menschen sehen nur Chancen für sich:
 
  • ihr liebstes Hobby zu einem Beruf machen
  • endlich der eigene Chef sein
  • unabhängig arbeiten
  • mehr Geld verdienen
  • Basis für Vollerwerb schaffen
  • Geschäftsidee erproben

Diesen Chancen stehen aber auch Risiken gegenüber und Herausforderungen gegenüber. Oftmals wird vergessen, den Chef über die neue Tätigkeit wenigstens zu benachrichtigen.

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber ggfs. frühzeitig darüber, dass Sie sich für einen Nebenjob als Freelancer entschieden haben. Die Nebenbeschäftigung als Freelancer darf Ihre Leistung nicht negativ beeinflussen und Sie dürfen Ihrem Arbeitgeber auch keine Konkurrenz machen.


Fazit zum nebenberuflichen Freelancing

Der Nebenjob als Freiberufler kann als Karriereleiter, Ausstieg aus der 9-to–5-Routine oder als zusätzliches Einkommen dienen. Aus welchem Grund Sie sich auch für diesen Nebenjob entscheiden: Nehmen Sie die Risiken nicht auf die leichte Schulter — dann steht dem Teilzeit-Freelancing nichts im Wege.






Bild: © Aaron Amatshutter - shutterstock.com
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Kommentare

  • Kommentar von Lübke am 09.05.2018 um 10:06 Uhr

    Inspirierend. Hobby zum Beruf mit Freelancing als Nebenjob sollte man gerade als Kreativer aber einmal ausprobiert haben.

    Sonniger Gruß

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