Vom Outgesourcten zum Outsourcer – Wenn Freelancer zum Projektanbieter werden

23.05.2016

Freelancer sind externe Dienstleister, die Aufträge verschiedener Unternehmen annehmen und bearbeiten. Doch was geschieht, wenn Freiberufler beginnen die eigene Arbeit an andere Selbständige abzugeben? Projektaufgaben werden an passende Partner übergeben und bis zur geforderten Frist gemeinsam bearbeitet. Doch welche Aspekte sind vor der Abgabe von Arbeit an externe Dienstleister zu beachten?


Denken wie ein Projektleiter
Sie sind Koordinator, Ansprechpartner, Chef und zugleich selbst Mitarbeiter des Projekts. Als Freelancer ist dies keine Besonderheit, denn so verdienen Sie Ihr tägliches Brot. Doch bei Outsourcing von Arbeitsaufgaben sind Sie nicht allein zuständig für den Erfolg eines Projekts. Ihnen muss das Vorgehen und Verhalten Ihrer Partner bewusst sein. Denken Sie also nun auch wie Ihre Auftraggeber es tun würden und versetzen Sie sich in deren Perspektive:
  • Warum möchte ich ausgerechnet diese Aufgaben des Projekts abgeben?
  • Welche Kompetenzen und Qualifikationen muss der Auftragnehmer erfüllen können?
  • Welche Ergebnisse erwarte ich von meinem Outsourcing-Partner?

1. Warum gibt man Aufgaben eines Projekts an andere Freelancer ab?
Als Freelancer Arbeiten abzugeben, kann mehrere Gründe haben. Einerseits könnte es sich bei dem Projekt um eine längerfristige Aufgabe handeln, die alleine nicht umsetzbar ist. Andererseits fehlen dem Freelancer schlichtweg die geforderten Kenntnisse und Qualifikationen, um das Projekt erfolgreich zu verwirklichen. Wichtig ist dennoch: Fragen Sie sich, weshalb es sich lohnt die Arbeit an eine andere Person abzugeben. Brauchen Sie die dadurch gewonnene Zeit? Und wenn ja, wie nutzen Sie Ihre Arbeitszeit effektiv?


2. Welche Anforderungen haben Sie an Ihren externen Partner?
Wenn Sie sich für Outsourcing entscheiden, sollten Sie sich bewusst sein, dass  Sie sich zu 100 Prozent auf Ihren Partner verlassen können müssen.  Um ein solches Vertrauen herzustellen, sollte Sie wissen, welche Eigenschaften Ihnen für eine unkomplizierte Zusammenarbeit wichtig sind.  Außerdem sollten Sie sich fragen, welche Aufgaben Ihr Auftragnehmer erfüllen muss und schließlich welche Ergebnisse Sie erwarten. Wenn Sie sich dessen bewusst sind und dies von Beginn an eindeutig und offen kommunizieren, steht der gemeinsamen Arbeit nichts im Wege.


3. Welche Aufgaben fallen für mich als Outsourcer an?
Wie bereits erwähnt, sind Sie nicht allein zuständig für das Gelingen eines Projekts. Deshalb ist der Grundstein für ein erfolgreiches Produkt die gemeinsame Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrer Partner. Sie als Projektleiter haben die Aufgabe zu delegieren, Deadlines festzulegen, Feedback und Kritik zu äußern und mögliche Komplikationen  einzuplanen.
Außerdem muss Ihnen stets ein Plan B vorschweben. Bei Nichteinhaltung der Deadline kann das gesamte Projekt gefährdet werden. Deshalb sollten Sie Abgabefristen früh einplanen, so dass bei Nichteinhalten des Termins Aufgaben von Ihnen oder anderen Partnern übernommen werden können.


Fazit: Gute Zusammenarbeit für zukünftige Partnerschaften
Letztendlich soll Outsourcing Ihren Arbeitsaufwand verringern. Um im Nachhinein nicht das Gegenteil zu bewirken, sollten Sie sich zuvor grundlegende Gedanken machen. Eine gute Zusammenarbeit verhilft Ihnen nicht nur zu einem erfolgreich abgeschlossenem Projekt, sondern auch zu neu gewonnenen Partnern für künftige Projekte. Wer weiß, womöglich werden Sie selbst in Zukunft der Partner eines Outsourcenden Freelancers.



Bild: 
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