Vertragsverhandlungen für Freelancer

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Für viele Freelancer scheint das traditionelle Vertragswesen der Vergangenheit anzugehören. Ständig wechselnde Jobs und Projekte — der Vertrag ist eher ein kurzer E-Mail-Wechsel als ein offizielles Dokument. Dennoch gibt es auch für Freelancer Situationen, in denen sie einen Vertrag unterschreiben müssen. Nicht nur für diesen Fall lohnt es sich zu wissen, auf was man achten sollte und vor allem wie man für alle faire Vertragsbedingungen aushandelt.

Darum sollten Sie Verträge aushandeln

Wenn Sie als Freelancer noch nie einen Vertrag hatten, fragen Sie sich möglicherweise weshalb Sie sich überhaupt damit beschäftigen sollten. Verträge machen jedoch in vielen Fällen durchaus Sinn, weil sie dafür sorgen, dass sowohl Ihre als auch die Interessen des Kunden geschützt werden. 

Ein Vertrag

    • regelt Bestandteile des Projekts und die genauen Bedingungen;
    • bestimmt die Zahlungsbedingungen, Deadlines und Leistungen;
    • schützt beide Vertragsparteien;
    • zeigt Ihre Professionalität, was vor allem exklusive Kunden schätzen.

Mit dem Vertrag sorgen Sie selbst dafür, dass Sie für die Arbeit, die von Ihnen erwartet wird, fair entlohnt wird. Immer wieder machen Freelancer die Erfahrung, dass Sie Arbeitsleistungen erbringen und im Anschluss ihrem Geld hinterherlaufen müssen. Ein Vertrag sichert Sie ab, weil Sie etwas gegen Firmen mit wenig ausgeprägter Zahlungsmoral in der Hand haben. Der Kunde weiß ebenfalls genau, für was er Geld bezahlt und was er erwarten darf.

So verhandeln Sie den Vertrag

Für viele Freelancer haben Vertragsverhandlungen etwas einschüchterndes. Einige fürchten, sie könnten den Kunden mit ihren Forderungen verprellen und den Auftrag nicht bekommen. Allerdings sind diese Verhandlungen etwas vollkommen natürliches — und man kann es lernen. Diese fünf Punkte sollten Sie im Kopf haben, wenn es an die Vertragsverhandlungen geht:

1) Überlegen Sie sich genau, was Sie wollen
Bevor Sie loslegen, sollten Sie sich ganz genau überlegen, was Sie wollen. Wenn Sie nicht vorher darüber nachdenken, kommen Sie am Ende womöglich zu kurz und ärgern sich. Definieren Sie also genau, wie viel Ihre Arbeit wert ist und welche Deadlines für sie in Ordnung sind. Bedenken Sie auch Kleinigkeiten, zum Beispiel wie viele Verbesserungen und Überarbeitungen Sie innerhalb eines Arbeitsschrittes vornehmen, bevor der Kunde dafür bezahlen muss. Genau zu wissen, was man sich vorstellt und wie man arbeiten möchte, ist die unverzichtbare Basis für Vertragsverhandlungen.

2) Setzen Sie Prioritäten
Es kommt nur sehr selten vor, dass beide Vertragsparteien genau bekommen, was sie sich vorgestellt haben. In der Regel müssen beide ein paar Kompromisse eingehen, damit ein Vertrag überhaupt zustande kommen kann. Setzen Sie also Prioritäten: Welche Bedingungen sind nicht verhandelbar? Und an welchen Stellschrauben würden Sie noch drehen, damit ein Vertrag geschlossen werden kann?

3) Bleiben Sie realistisch
Es wäre zu schön wenn jeder Kunde die Vorstellungen ohne Diskussion annehmen und uns die ultimative Freiheit beim Arbeiten lassen würde. So funktioniert die Jobwelt aber leider nicht und wer von jedem Kunden erwartet, dass alle Forderungen erfüllt werden, wird wohl in Zukunft auf Kunden verzichten müssen. Bleiben Sie also realistisch und überlegen Sie, was Ihr Kunde von Ihnen erwartet und braucht. Wenn beide Parteien fair bleiben und sich auch in den anderen hineinversetzen können, wird es am Ende eine Einigung geben, mit dem beide leben können.

4) Reden hilft
Viele Vertragsverhandlungen werden per E-Mail erledigt, meistens verteilt auf verschiedene Mails. Das ist zwar gerade für Freelancer mit Home Office bequem, doch geschriebene Worte werden leider oft falsch verstanden und interpretiert. Am Ende haben beide Parteien völlig verschiedene Vorstellungen und sind unzufrieden. Um solche Missverständnisse zu umgehen, sollten Sie einfach Ihr Telefon in die Hand nehmen und den Kunden anrufen. Es ist so viel einfacher, spart Zeit und Nerven und sorgt dafür, dass niemand etwas falsch versteht.

5) Es geht um einen Vertrag – nicht darum, wer gewinnt oder verliert
Ein Fehler, der immer wieder passiert: die Verhandlungen werden als Wettkampf verstanden, in dem es einen Gewinner und einen Verlierer gibt. Ein Vertrag soll nichts anderes, als Sie und den Kunden zu schützen und einen Mittelweg für Forderungen und Vorstellungen zu finden, der für beide Parteien in Ordnung ist und für jeden das Beste herausholt. Der Vertrag soll den Grundstein für eine vertrauensvolle und zuverlässige Zusammenarbeit bilden. Er ist der erste Schritt für eine langanhaltende und wertschätzende Beziehung zu einem Kunden, der Sie als Freelancer möglichst lange begleitet.

Bild: © racorn – shutterstock.com 

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