Arbeitsvertrag mit Familienangehörigen – Ehefrau anstellen

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Sie sind beruflich viel unterwegs? Sie haben keine Zeit für die Verwaltung Ihrer Rechnungen und die anfallenden Buchführungs- und Bürotätigkeiten? Sie wollen Ihre freie Zeit nicht für Papierkram verschwenden?

Sie können als Freelancer Ihre Ehefrau anstellen. Die dadurch gewonnene Zeit kann besser zur Arbeit an Projekten eingeteilt werden. Es gibt einige Vorteile, wenn man Familienangehörige als Mitarbeiter anstellt. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Ehefrau einstellen zu können. Dabei gibt es jedoch einige Regeln, die beachtet werden müssen.

Kann das Arbeitsverhältnis dem Fremdvergleich standhalten?

  • Ein schriftlicher Arbeitsvertrag ist pflicht.
  • Ihre Ehefrau muss eine tatsächliche Leistung erbringen.
  • Pünktliche Gehaltszahlung für die erbrachte Leistung.

Der Fremdvergleich ist beim Arbeitsverhältnis mit Familienangehörigen bzw. dem Ehepartner besonders wichtig, da solche Verträge einer besonderen Kontrolle unterliegen. Wollen Sie als Freiberufler Ihre Ehefrau anstellen, so müssen Sie bei der Lohnauszahlung beachten, dass das Gehaltskonto Ihrer Frau ein separates Konto ist. Wurden im schriftlichen Arbeitsvertrag keine festen Arbeitszeiten festgelegt, so muss die Arbeitszeit in einer anderen, schriftlichen Form nachgewiesen werden.

Soll die Beschäftigung der Ehefrau sozialversicherungspflichtig sein?

Bei einem nicht sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, welches 450€ monatlich nicht überschreitet, zahlen Sie das Gehalt in voller Höhe aus, ohne Steuern oder Sozialabgaben zu tragen. Auf Grund der Lohnsteuerpauschalierung ist der Arbeitslohn bei der Einkommensteuererklärung nicht anzugeben.

Eine geringfügige Beschäftigung kann auch über die Lohnsteuer abgerechnet werden. Das Ehepartner Gehalt wird nach Abzug des Arbeitnehmerfreibetrags in der gemeinsamen Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Hier sollte man beachten, nicht knapp über 450€ zu liegen. Es kann passieren, dass die Krankenversicherung sonst diesen Sachverhalt nicht anerkennt.

Ist die Vereinbarung des Arbeitsentgelts über 450€ und unter 850,01€, so handelt es sich um einen Midijob bzw. um eine Niedrigjobbeschäftigung. Diese Tätigkeit ist Sozialversicherungs- und Steuerpflichtig und wird nach der Lohnsteuerkarte besteuert. Bei dieser Variante muss der Arbeitgeber den vollen Beitragsanteil zahlen. Der Anteil des Arbeitnehmers fällt geringer aus. Bei einem Einkommen ab 850,01€ ist man voll sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Diese Variante bringt keine Ermäßigungen mit sich.

Effektiver Vorteil durch steuerfreie Lohnbestandteile

Diese können mit einem Minijob kombiniert werden. Beispiel: Bei einem Tank- oder Warengutschein in Höhe von 44€ im Monat an die Ehefrau fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an und dieser muss nicht versteuert werden. Hier bleibt der steuerfreie Lohn außer Betracht, wenn die Steuerfreiheit auch Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung auslöst. 

Was Sie beachten müssen:

Die im Vertrag festgelegten Arbeitsstunden und Gehalt müssen eingehalten werden. Bei Nichteinhaltung ist der Arbeitsvertrag ein Scheinarbeitsvertrag. Wird das Gehalt als Betriebsausgabe abgesetzt, gilt dies als Steuerhinterziehung. Außerdem sollte das Gehalt-Leistungsverhältnis hinterfragt werden. Eine 450€ hohe Leistung, die üblicherweise für 50€ erledigt werden kann, ist nicht vorteilhaft.

Fazit zum Thema „Ehefrau anstellen“

Die Einstellung auf Minijob Basis ist am profitabelsten. Um sich abzusichern und das bestmögliche aus dem Beschäftigungsverhältnis herauszuholen, sollte man den Steuerberater mit einbeziehen, da jede Situation einzigartig sein kann.

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