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10.10.2013

Touchfolie: Schnipp, schnapp, Sensor ab!


Mit einer neuen Folie kann man aus fast jeder Oberfläche einen Touchscreen machen.

Wer ein Elektroteil zerschneidet, hat es in der Regel kaputt gemacht. Doch eine neue Sensorfolie ist genau dafür konzipiert: Ohne an Funktion zu verlieren, kann man die Folie zerschneiden, um sie genau anzupassen. Die berührungsempfindliche Folie wurde von Forschern aus Deutschland und den USA entwickelt.

Das Trägermaterial ist eine dünne Folie, auf die die Sensoren mit einer leitenden Flüssigkeit aufgedruckt werden. Die Folie kann anschließend ganz unkompliziert mit einer Schere in Form geschnitten und auf so gut wie jeder Oberfläche angebracht werden. Bisher wurde durch Zerschneiden das feine Drahtgeflecht und somit der Kontakt von Elektroden zu Steuerelement zerstört. Neue Sensorenmuster wie die Stern- oder Baum-Topologie verhindern das.

Die Steuereinheit wurde bei beiden Mustern in die Mitte gesetzt und ist mit allen Elektroden einzeln verbunden. „Es war nicht leicht eine Anordnung zu finden, die für unsere Zwecke robust genug ist“, so Simon Olberding vom Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken. Großes Vorbild für die Forscher, unter anderem das Myzel, also das Wurzelgeflecht, von Pilzen und auch das menschliche Nervensystem.

Jürgen Steimle, wie Olberding Forscher am Max-Planck-Institut, erklärt die Intention hinter dem Projekt: „Wir wollen eine neue Art von Material schaffen, das Anwender zum Beispiel in Schreibwaren-Abteilungen kaufen können. Es soll so preiswert sein, dass sie dieses für interaktive Anwendungen oder auch nur als Schreibunterlage nutzen können. Die Herstellungskosten dafür sind inzwischen so gering, dass der Druck unserer Folie im DIN-A4-Format auf einem Spezialdrucker im Labor nur knapp einen US-Dollar kostet.“

So könnte jeder Interessent jede gewünschte Oberfläche in einen multitouch-fähigen, bezahlbaren Touchscreen verwandeln. Der Esstisch, die Wand, die Notiztafel – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Die Entwicklung ist im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Max-Planck-Institut in Saarbrücken und dem Media Lab des Massachusetts Institute of Technology entstanden und soll auf dem ACM Symposium on User Interface Software and Technology (UIST) vorgestellt werden.


Quelle: www.golem.de
Bild: © Odua Images -Fotolia.com

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