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02.10.2013

Flüchtet Amazon nach Osteuropa?


Die Gerüchteküche brodelt, angeblich will Amazon wegen der Streiks in Deutschland einen Teil der Arbeit verlagern.

Macht sich Amazon wegen der anhaltenden Streiks in Deutschland aus dem Staub? Wie die polnische Wirtschaftszeitung Pulz Biznesu, will Amazon nun reagieren und einen Teil der Arbeit von Deutschland nach Osteuropa auslagern. Zu diesem Zweck sollen in Polen sowie der Tschechischen Republik fünf Logistikzentren eröffnet werden.

Die Zeitung beruft sich auf informierte Kreise und auch die Vertreterin der Behörde für regionale Entwicklung in Wroc?aw, Ewa Kaucz, gibt Gespräche mit Amazon zu. Eine endgültige Entscheidung gebe es jedoch noch nicht. Amazon-Deutschland bestreitet die Gerüchte und lässt durch einen Sprecher verkünden: „Amazon hat keine Ankündigung bezüglich der Expansionspläne für sein zukünftiges Wachstum gemacht. Es gibt keinerlei Pläne, einen der bestehenden Logistik-Standorte in Europa zu schließen.“

Die Puls Biznesu berichtet jedoch schon äußerst konkret. So sollen in den drei polnischen Logistikzentren rund 6.000 Arbeiter eingestellt werden. Eröffnet werden könne das erste Lager bereits 2014 und solle nach Westeuropa liefern. Sogar die Standorte kennt die Wirtschaftszeitung bereits: Die Zentren sollen in Poznan und Wroc?aw gebaut werden, pro Bau zwischen 50 und 60 Millionen Euro kosten und jeweils rund 100.000 Quadratmeter groß sein.

Die beiden anderen Logistikzentren des US-Konzerns sollen in der Tschechischen Republik entstehen, laut der Zeitung Hospodarske Noviny ist eines davon in der Nähe des Prager Flughafens geplant. Der Bericht ist schon vor ein paar Monaten veröffentlicht worden.

Grund für die Standort-Verlagerung sollen die ständigen Streiks der Amazon-Mitarbeiter in Deutschland sein. In Leipzig und Bad Hersfeld wird bereits seit dem 19. September 2013 gestreikt. Die Angestellten kämpfen mit Verdi für einen Tarifvertrag, durch den die Löhne erheblich steigen würden. Laut Versandhandelstarif müsste Amazon in Hessen einen Einstiegslohn von 12,18 Euro bezahlen, momentan sind es 9,83 Euro. In Leipzig würde der Einstiegslohn von 9,30 Euro auf 10,66 Euro steigen. Amazon ist jedoch nicht zu Gesprächen mit Verdi bereit.

Momentan hat der Versand-Riese 9.000 Festangestellte in Deutschland. Neben den beiden ältesten Standorten Leipzig und Bad Hersfeld gibt es auch Zentren in Koblenz, Pforzheim, Werne, Graben und Rheinberg. Das neueste Logistikzentrum ist in Brieselang bei Berlin, wo Amazon noch auf der Suche nach Mitarbeitern ist. Starten soll der Standort, der 65.000 Quadratmeter groß werden soll, mit 100 Mitarbeitern, zur Weihnachtssaison rechnet Amazon mit 1.000 Mitarbeitern. Innerhalb der ersten drei Jahre sollen 1.000 langfristige und 2.000 saisonale Arbeitsplätze entstehen.


Quelle: www.golem.de
Bild: © Michael Brown - Fotolia.com

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