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24.09.2013

Foxconn: Auch in Europa schlimme Zustände


Nicht nur in China scheinen Foxconn die Arbeitnehmer völlig egal zu sein.

Der Konzern Foxconn ist schon oft mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen geraten. Dass diese Bedingungen aber auch in Europa normal zu sein scheinen, überrascht. Im tschechischen Pardubice berichtet der Betriebsrat Tomaš Formánek: „Wer es nicht schafft, wird von den anderen gezwungen“. Dabei geht es vor allem um das Bonus-System, das hunderte Leiharbeiter zu noch besseren Leistungen anstacheln soll.

Ein Reporter der Zeitschrift c"t verbrachte einige Tage in dem tschechischen Ort, interviewte viele Angestellte, Betriebsräte, aber auch Behördenvertreter und Hilfsorganisationen zu dem Thema Arbeitsbedingungen. So wie es aussieht, ähneln die Zustände im tschechischen Foxconn-Werk stark denen in China. Vom zuständigen Management bekam der Journalist allerdings kein Statement, auch keine Antwort auf seine E-Mails.

Das Werk selbst durfte auch nicht besichtigt werden, angeblich „aus Sicherheitsgründen“. So konnte niemand sehen, unter welchen Bedingungen die Arbeiter PCs, Laptops und Server für Hewlett-Packard herstellen. Auch die Quartiermanager und der Werkschutz waren sehr darauf bedacht, dass keine Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Sobald in der Nähe des Werks oder der Billig-Unterkünfte der Wanderarbeiter aus der Ukraine, der Mongolei, Vietnam, Rumänien oder Bulgarien eine Kamera gezückt wurde, griffen sie ein.

Besonders die Wanderarbeiter leiden extrem unter der schwankenden Auftragslage. Denn nicht Foxconn trägt das Risiko, sondern die Mitarbeiter, die über Agenturen als Leiharbeiter angestellt wurden. Gibt es keine Arbeit, verdienen sie auch kein Geld. Sollen Mitarbeiter entlassen werden, kommen laut c"t zuerst die ausländischen Mitarbeiter an die Reihe.


Quelle: www.heise.de
Bild: © Reimer - Pixelvario - Fotolia.com

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