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16.09.2013

Smartphone-Passwort: Herzschlag


Eine kanadische Firma hat sich auf biometrische Erkennungsmerkmale spezialisiert.

Die gängigste Art, sein Smartphone zu schützen, ist die Installation der Passwortabfrage. Ohne Zahlencode bringt man den Bildschirm nicht zum Laufen, doch ein Passwort ist schnell geknackt. Das kanadische Unternehmen Bionym nutzt hingegen einen Code, den niemand knacken kann: Unseren Herzrhythmus.

Der Begriff klingt erst mal recht gewöhnungsbedürftig: Biometrische Authentifizierung. Doch schon vom Fingerabdruck und der DNA wissen wir, dass das meiste an und in unserem Körper einmalig ist. Derzeit werden Smartphones mit Fingerabdruck-Sensor gebaut, doch die kanadische Firma Bionym nutzt jetzt sogar den individuellen Herzrhythmus als Erkennungsmerkmal.

Ein kleines unscheinbares Armband namens Nymi soll unseren Herzschlag auswerten und beurteilen, ob es wirklich von der richtigen Person getragen wird. Eine kleine Elektrode ist in den Verschluss eingebaut. Legt der Besitzer das Armband an, muss er seinen Finger dort platzieren. Dann wird ein Elektrokardiogramm (EKG) erstellt, das nun als biometrisches Merkmal dient.

Das Armband kann mit allen passwortgeschützten Geräten verbunden werden und kommuniziert per Bluetooth Low Energy mit ihnen. Trägt der richtige Nutzer das Armband, kann er mit seinem Herzrhythmus Smartphone, Tablet oder Computer freischalten. Doch das ist noch längst nicht alles: Ein Beschleunigungsmesser und ein Gyroskop sorgen dafür, dass einfach Gesten vom Armband erkannt werden. Aktiviert man beispielsweise sein Auto per EKG, kann man sich vor die Tür stellen, sein Handgelenk drehen und so die Tür aufsperren.

Wird das Armband geklaut, ist es völlig nutzlos für den Dieb. Sobald es abgelegt wurde, muss es mit dem Finger neu aktiviert werden. Aber die Authentifizierung findet nur statt, wenn der Nutzer explizit zustimmt. Laut Unternehmenschef Karl Martin legt Bionym großen Wert auf Privatsphäre und Datenschutz.

Das Maß an Sicherheit ist mit dem Armband höher als bei der Gesichtserkennung und vergleichbar mit dem eines Fingerabdrucks. Allerdings gibt es einen entscheidenden Vorteil: Fingerabdrücke von uns gibt es überall, sie sind viel leichter zu reproduzieren als unser Herzrhythmus. Die Armbänder können für 80 Dollar vorbestellt werden, der Normalpreis soll bei 100 Dollar liegen. Anfang nächsten Jahres sollen sie geliefert werden.


Quelle: www.golem.de
Bild: © Visions AD - Fotolia.com

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