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08.10.2013

Sind Sie ein Home-Office-Typ?


Von zu Hause aus arbeiten ist nicht jedermanns Sache, auch wenn viele Arbeitnehmer sich ein Home Office wünschen.

Ein Home Office ist der Traum vieler Arbeitnehmer, denn ganz offensichtlich gibt es nur Vorteile: Der Job ist von zu Hause aus super mit der eigenen Familie kombinierbar, man kann arbeiten wann man möchte und muss sich morgens nicht mehr aus dem Bett quälen, obwohl man doch viel lieber liegen bleiben würde wenn um sechs der Wecker klingelt. Immer mehr Firmen bieten aufgrund der großen Nachfrage ein Home Office Programm an.

Doch vielen ist nicht klar, dass ein Home Office auch viel Disziplin und Eigeninitiative erfordert. Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände zu verlegen, sollte sich unsere Warnzeichen und Tipps ansehen.
Was sollte mich skeptisch machen?

Nur weil man zu Hause arbeitet, macht man keine andere Arbeit. Wenn der Job keinen Spaß macht und man sich nur noch widerwillig ins Büro schleppt weil man chronisch unterfordert ist, hilft leider auch das Home Office nicht. Wer zu Hause arbeitet, bekommt deswegen in der Regel keine neuen Aufgaben und sollte sich lieber überlegen, ob der Job längerfristig nicht nur unglücklich macht. Dann wäre es besser, beim Chef nach einer neuen Aufgabe oder Position zu fragen, statt unbeobachtet zu Hause zu sitzen und sich so lange wie möglich vor der Arbeit zu drücken.

Ein Home Office ist kein Freibrief. Wer damit rechnet, wegen der Arbeit im Home Office ab jetzt immer ausschlafen zu können und seine Arbeitszeiten frei einteilen zu können, sollte sich definitiv erst einmal bei seinem Arbeitgeber informieren. Denn der Arbeitgeber hat sehr wohl ein Mitspracherecht was die Arbeitszeiten angeht. Wer sich erholen möchte, sollte lieber Urlaub nehmen.

Ihre Familie denkt, dass Sie ab jetzt immer verfügbar sind. Ja, man arbeitet von zu Hause aus. Aber es ist unglaublich wichtig, sicher zu stellen, dass man wirklich in Ruhe arbeiten kann. Wer ständig von Familienmitgliedern angerufen wird, weil er ja jetzt immer zu Hause ist, wird sich kaum auf seinen Job konzentrieren können. Wer von Anfang an weiß, dass er zu Hause nicht auf den „Arbeitsmodus“ umschalten kann, sollte lieber weiterhin im Büro arbeiten.

Sie sind zu pflichtbewusst. Wenn es Ihnen im Büro schon schwer fällt, pünktlich Feierabend zu machen und sie immer der Letzte sind, der nach Hause geht, sollten Sie lieber nicht von zu Hause aus arbeiten. Die Gefahr, dass Sie immer das Gefühl haben, arbeiten zu müssen und nie wirklich Feierabend machen, ist einfach zu groß und wird höchstwahrscheinlich zu einer großen Belastung. Wer auch am Abend, Samstag oder Sonntag „nur mal schnell was erledigen“ muss, hat nichts vom Home Office.

Ihr Chef hat etwas gegen Ihre Home-Office-Pläne. Wird der Begriff „Home Office“ im Arbeitsvertrag nicht erwähnt und reagiert der Chef auf den Vorschlag eher angespannt, könnte man es unter Umständen mit der Überzeugungsarbeit sehr schwer haben. Überlegen Sie sich gut, was Sie sich wünschen und wie Sie sich ihr Home-Office-Tätigkeit vorstellen, um den Chef auf Ihre Seite zu ziehen. Selbst, wenn er irgendwann zustimmt, sollten Sie folgende Punkte mit "ja" beantworten können:

  • Das Unternehmen stellt mir die nötige Soft- und Hardware zur Verfügung. Dazu gehört eine geschäftliche Telefonnummer, damit ich nicht meine Privatnummer herausgeben muss.

  • Es gibt eine Möglichkeit, meine Arbeitszeit genau abzurechnen, auch Überstunden werden erfasst.

  • Außerhalb der Arbeitszeiten muss ich im Home Office nicht erreichbar sein.

  • Ich muss im Home Office nicht nur die Aufgaben erledigen, auf die andere Kollegen keine Lust haben.


All diese Bedingungen sollten Sie vorher unbedingt abklären.

Sie mögen Ihre Kollegen. Es mag seltsam klingen, aber wer seine Kollegen gern hat, sollte vielleicht auf das Home Office verzichten. Er wird sich zu Hause womöglich schnell einsam fühlen, besonders wenn er schon lange dort arbeitet und einige Kollegen zu Freunden geworden sind. Im Büro ist immer mal Zeit für ein kleines privates Gespräch oder einfach, um sich auszutauschen. Wem dieser Input fehlen wird, der sollte sich nicht zu Hause allein vor seinen Computer setzen, sondern lieber im Büro bleiben. Eine Kompromisslösung wäre natürlich, nur ein oder zwei Tage pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten. So verliert man nicht den Anschluss und bleibt greifbar für die anderen.

Wer sich mit all den beschriebenen Punkten abfinden kann und die Möglichkeit hat, im Home Office zu arbeiten, sollte es auf jeden Fall ausprobieren. Denn ein paar Vorteile hat man auf jeden Fall, vor allem wenn man Kinder hat. Zum Beispiel fällt Arbeitsweg weg, schon allein diese Tatsache kann eine enorme Entlastung darstellen. Man hat eben doch ein paar mehr Freiheiten als im Büro. So lange man die richtige Balance findet, kann das Home Office eine tolle Alternative zum Büro-Alltag sein.



Bild: © Anson - Fotolia.com

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