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24.09.2013

Schritt für Schritt in die IT-Selbstständigkeit


Wer mit dem Gedanken spielt, sich im IT-Bereich selbstständig zu machen, sollte sich einige Dinge durch den Kopf gehen lassen.

Eine Existenz als Freelancer stellt einen Menschen zwar vor viele Herausforderungen, bietet aber auch zahlreiche Vorteile wie finanzielle Unabhängigkeit und die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung. Gerade im IT-Bereich locken darüber hinaus auch große Verdienstpotentiale. Wie in jeder anderen Branche auch, gilt es im IT-Bereich, verschiedene Faktoren zu bedenken, bevor die lebensverändernde Entscheidung zur Selbstständigkeit getroffen wird.

1. Die richtigen Voraussetzungen schaffen
Zunächst sollten Sie sich natürlich ein angemessenes Konzept erarbeiten, in dem Sie festlegen, was genau Sie anbieten wollen und können, wie viele Projekte Sie für Ihren Lebensunterhalten benötigen, und so weiter. Möchten Sie sich dann im IT-Bereich selbstständig machen, gibt es schon vor den ersten administrativen Behördengängen einige Punkte, die Sie absichern sollten. Denn neben dem fachlichen Know-how sowie einer entsprechenden Kundschaft muss schließlich auch ein gewisses Eigenkapital vorliegen. Starter können sich zur Unterstützung bei der Agentur für Arbeit für den Gründerzuschuss bewerben. Wer im IT-Bereich selbstständig arbeiten möchte, benötigt natürlich auch von Beginn an eine professionelle und repräsentative Web-Präsenz sowie am besten ein funktionierendes Online Marketing. Werbung ist hier leider meist unabdingbar, denn die Konkurrenz, von der man sich abheben möchte, ist groß.

2. Organisatorisches und Rechtliches
Wenn ein Selbstständiger Dienstleistungen und keine Produkte verkauft, ist er Freiberufler. Hier wird eine Meldung beim Finanzamt nötig, die viele Steuerfragen klärt und aus der außerdem hervorgeht, welche Umsätze in den nächsten zwei Jahren erwirtschaftet werden sollen. Wenn Sie als IT-Spezialist Produkte verkaufen möchten (beispielsweise Rechnersysteme oder Software), werden Sie eher in einem Gewerbe firmieren müssen. Die Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer ist dann ebenso erforderlich wie die Abgabe der Gewerbesteuer. In einer Festanstellung genießt man die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, die Abgabe in die Rentenversicherung ist auch geregelt. Für diesen Schutz muss ein Selbstständiger meist selber Sorge tragen und sich informieren, welche Leistungen für ihn infrage kommen. Gerade im IT-Bereich ist eine Selbstständigen-Haftpflichtversicherung unabdingbar. Freiberufler haften mit dem Privatvermögen.

3. Erste Schritte als Selbstständiger
Besonders in den Anfangszeiten der beruflichen Selbstständigkeit sind Vorsorgemaßnahmen wichtig. Sobald Sie wissen, wie Sie Ihr Unternehmen gründen, gilt es auch eventuelle Förderungen oder Zuschüsse auszuschöpfen. Viele IT-Freelancer betreiben während der ersten Zeit ihrer Selbstständigkeit ein Home-Office, für das zunächst die richtige Ausstattung vorliegen muss. Sie könnten sich vorher allerdings auch umsehen, ob in Ihrer Umgebung eine Netzwerkstatt für Existenzgründer besteht. In vielen deutschen Städten gibt es Existenzgründer-, bzw. Innovationszentren zur Unterstützung technologieorientierter Jungunternehmer, wo Sie gegebenenfalls ein Büro mit einer guten Infrastruktur mieten können. Als Beispiel sei hier das „Existenzgründerzentrum Technische Dienstleistungen“ der HTW Berlin genannt – sicherlich gibt es aber auch bei Ihnen in der Nähe eine ähnliche geeignete Anlaufstelle, die Sie durch eine kurze Recherche im Internet ausfindig machen können. Dort können Sie auch wichtige Kontakte knüpfen und erfolgversprechende Synergieeffekte nutzen – denn wo Jungunternehmer unterschiedlichster Branchen zusammen arbeiten, können ohne auch großen Werbeaufwand optimale Kooperationen entstehen. Aber auch zu Firmen außerhalb dieses Netzwerkes besteht meist ein guter Kontakt, über den Sie wichtige Unterstützung in Form von Coachings für den Aufbau Ihres Unternehmens erhalten. Sie dürfen aber auch den Effekt von Mundpropaganda ebenfalls nicht unterschätzen.

4. Das WWW nutzen
Auch wenn ein reales Netzwerk bei guten Leistungen unbezahlte Werbung für Sie als IT-Freelancer bedeutet, sollten Sie doch auch das Internet als Handlungsfeld nie unterschätzen. Ein individueller und technisch einwandfreier Webauftritt, der noch dazu idealerweise durch eine gezielte Suchmaschinenoptimierung und hochwertigen Content von den kostenlosen Suchmaschinen gut gerankt wird, hilft Ihnen, auch von Unternehmen gefunden zu werden, zu denen Sie keine persönlichen Kontakte haben. Dabei ist die graphische Umsetzung auf Ihrer Homepage ebenso wichtig wie hochwertiger, aktueller und vor allem einzigartiger Content.

Ein Newsletter zu einem interessanten Thema aus der IT-Branche weckt Interesse bei potentiellen Kunden und vermittelt Kompetenz und Seriosität. Wenn Sie Aktionen anbieten und professionelle Neukundenakquise betreiben, werden aus Interessenten bald Stammkunden, die den unternehmerischen Erfolg auf lange Sicht gewährleisten. Wenn Sie dann noch Augen und Ohren in Ihrer Branche offen halten und so darauf achten, dass Sie immer auf dem neusten Stand der Informationen und der Technik sind, haben Sie gute Chancen, in der Welt der Selbstständigkeit erfolgreich zu bestehen.

Wer sich dazu entscheidet, den Schritt in die IT-Selbstständigkeit zu wagen, für den ist guter Rat teuer. Liebe Leser, die den Schritt bereits gewagt haben: Haben Sie eigene Erfahrungen in Ihren ersten Tagen oder Wochen sammeln können, die über die in diesem Artikel genannten Hinweise hinausgehen und die Sie mit unseren Lesern teilen möchten? Nutzen Sie gern die Kommentarfunktion unter diesem Artikel und lassen Sie uns an Ihren Tipps und Tricks teilhaben. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!


Bild: © iStock - Fotolia.com

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