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26.06.2012

Social Media: Privat- vs. Berufsprofil!


„Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“: Diese einfache Volksweisheit gewinnt in Zeiten der Ausweitung sozialer Netzwerke wieder vermehrt an Bedeutung.

Insbesondere Freelancer und Selbstständige sollten aus verschiedenen Gründen bei ihren Aktivitäten auf facebook und Co. deutlich den privaten vom gewerblichen Bereich abgrenzen. Während berufliche Informationen im privaten Bereich häufig kein allzu großes Problem darstellen, können private Informationen beispielsweise auf einem gewerblich genutzten facebook-Profil schnell zu einem Verlust von Vertrauenswürdigkeit oder Ähnlichem führen.

Wofür getrennte Profile?


Nicht nur im Hinblick auf eine Trennung zwischen privaten und gewerblichen Profilen sollten Sie sich grundsätzlich Gedanken darüber machen, welche Art von Informationen und wie viel davon Sie in sozialen Netzwerken überhaupt preisgeben möchten. Bei privaten Profilen entscheidet die persönliche Einstellung darüber, wie viele Fotos, Hobbies und Freunde für Profilbesucher sichtbar sein sollen. Bei gewerblich genutzten Profilen hingegen sollten Sie sich diesbezüglich einige relativ strikte Maßregeln setzen – gerade dann, wenn Sie mit ihnen einen finanziellen Umsatz generieren möchten.

Sicherlich hängt dies gerade bei Freelancern in erster Linie von der Art der Tätigkeit ab: Während DJs auf lebendige Partyfotos auf ihrer facebook-Seite kaum verzichten können, wirkt ein verschwitztes und feucht-fröhliches Foto von der letzten durchzechten Partynacht auf dem X!NG-Profil eines IT-Beraters eher deplatziert. Besonders in solchen Tätigkeitsbereichen, in denen der Seriosität ein großer Stellenwert bei der Kundenakquise und –bindung zukommt, sollte das Privatleben eines Kooperationspartners die Kunden nicht interessieren und somit auch nicht offenbart werden.

Wer für sich und seine Dienstleistung oder Produkte Seriosität transportieren möchte, sollte dies konsequent tun. Wenn Sie nämlich auf der einen Seite hohe Professionalität und einen verantwortlichen Umgang mit vertraulichen Angelegenheiten ausstrahlen, auf einer anderen Seite aber leicht abrufbare Infos über sich frei einsehbar machen, verspielen Sie möglicherweise einen positiven ersten Eindruck. Die Gründe und die Durchführung der Trennung privater und professioneller Profile unterscheidet sich von Unternehmer zu Unternehmer – fest steht aber, dass nicht zwei Profile betrieben und miteinander verbunden werden können, ohne dass der Eindruck des einen sich zwangsweise auch auf das andere auswirkt.

Legen Sie den Grundstein mit der spezifischen Registrierung – Privat bzw. Beruf!


Einer der wichtigsten Schritte bei der Trennung von privaten und beruflichen Informationen in Social Networks wird bereits bei der Anmeldung getan: Bei der Registrierung des Accounts bietet es sich an, getrennte Profile zu erstellen. Wenn möglich, sollte der gewerbliche Account unter dem Namen der Firma, bzw. des Unternehmens laufen, so dass Ihr bürgerlicher Name für die private Seite verwendet werden kann. Sollte diese Trennung nicht umsetzbar sein (bspw. weil Ihr Name auch der Name Ihres Unternehmens ist), sollten Sie in Betracht ziehen, für das private Profil einen Nickname zu wählen, der in Ihrem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis geläufig ist. Wenn es zu Überschneidungen kommt, sollten Sie selbstverständlich genau überprüfen, was Sie über sich im WWW preisgeben möchten.

Was sich verbietet, ist die Erstellung von mehr als zwei Profilen – jedenfalls nicht auf ein und derselben Plattform. So könnte man auf die Idee kommen, als Selbstständiger ein Profil für das Unternehmen zu erstellen, ein Profil für sich selbst als Freelancer und eines als Privatperson. Dies sorgt unter Umständen für ein erhöhtes Verwirrungspotenzial, da bei jeder Aktion genau geprüft werden muss, welches Profil nun angesteuert werden soll und welches nicht. Darüber hinaus können bei unvorsichtigem Vorgehen auch bei einer Vielzahl von Profilen Querverbindungen sichtbar werden und dadurch in einen Zusammenhang gebracht werden.

Von Hobbies und Urlaubsfotos...


Ob Sie in Ihrer Freizeit gerne Fußballspielen, Wandern oder Radfahren, interessiert Ihre Kunden vermutlich nur in den wenigsten Fällen. Gleiches gilt für Sammelleidenschaften in Bezug auf Briefmarken, alte Bücher oder Bierdeckel. Aber auch in diesen Fällen gibt es selbstverständlich Ausnahmen. Wenn Sie als freier Autor für verschiedene Magazine zum Thema Reitsport tätig sind, dann kann es sinnvoll sein, Ihre Teilnahme an Turnieren oder Wanderritten auch in Ihrem beruflichen Profil zu beschreiben und bebildern. Sie vermitteln Ihren Kunden auf diese Weise, dass Sie genau wissen, wovon Sie schreiben, weil Sie im Thema auch privat zuhause sind. Wenn Sie also das Glück haben, Ihr Hobby zum Beruf gemacht zu haben, dann können Sie sich auch größere Schnittmengen in Ihren Profilen bei facebook und Konsorten erlauben.

Gleiches gilt für den Urlaub oder andere Ereignisse, die Ihnen in Ihrem Leben wichtig sind: Wenn Sie Bilder aus Ihrem Urlaub mitbringen, dann sollten Sie diese ausschließlich in Ihrem privaten Account veröffentlichen. Dies gilt insbesondere dann, wenn noch andere Personen außer Ihnen selbst auf den Fotos zu sehen sind. Sollten Sie andererseits selbständiger Fotograf sein, dann gehören die gelungensten Bilder aus Ihrem Urlaub fast zwangsläufig in Ihr professionelles Profil. Für alle Freelancer gilt, dass es hilfreich ist, den beruflichen Account für eine Abwesenheitsinformation zu nutzen. Das ist weniger störend als eine Rundmail und darüber hinaus moderner als ausschließlich den Anrufbeantworter mit dieser Information zu besprechen.

Familie und Freunde:


Eine wichtige Grenze sollten Sie bei Ihrem beruflichen Account in jedem Fall beachten: Veröffentlichen Sie dort keine Bilder von Ihren Freunden oder von Ihrer Familie. Abgesehen davon, dass Sie in diesem Fall alle betroffenen Bekannten und Verwandten aufgrund ihrer Persönlichkeitsrechte um Erlaubnis fragen müssten, sie zu Werbezwecken im eigenen Profil zu verwenden, zeugt es auch ganz allgemein von schlechtem Stil, private Informationen auf diese Art in die Öffentlichkeit zu tragen.

Resümierend verhält es sich im Internet wie im "richtigen Leben": Es kommt auf den gesunden Menschenverstand an. In der schnelllebigen Welt der sozialen Netzwerke läuft man schnell Gefahr, zu vergessen, dass man nicht nur sich selbst als Privatperson repräsentiert, sondern auch das eigene Unternehmen. Aus diesem Grund sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass einmal veröffentlichte Informationen nicht ohne Weiteres gelöscht werden können, da nie zu 100% nachverfolgt werden kann, über welche Kanäle die Informationen bereits weitergeleitet wurden. Die Einhaltung der Persönlichkeitsrechte anderer spielt dabei eine weitere, nicht zu unterschätzende Rolle. Die wichtigste Maßnahme, um hier Fehltritte zu vermeiden, ist eigentlich ganz einfach: Machen Sie sich als Freelancer in sozialen Netzwerken immer wieder ganz deutlich bewusst, welche Informationen Sie auf welche Art und Weise für welche Leserinnen und Leser bereitstellen!


(Bild: © ra2 studio - fotolia.com)

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