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Deutschland: Dynamics AX 4.0 – Aufstieg vom Freiberufler zum Großunternehmer? | Interviews - IT-Projekte für Freelancer, Selbstständige und Freiberufler

 
Interviews

Dynamics AX 4.0 – Aufstieg vom Freiberufler zum Großunternehmer?

09.12.2006

Dynamics AX 4.0 – Aufstieg vom Freiberufler zum Großunternehmer?Freelancermap im Gespräch mit Karsten Schopp, Microsoft Business Solutions zum Thema Dynamics AX 4.0 - eine Lösung für den Aufstieg vom Freiberufler zum Großunternehmer?
Herr Schopp, was ist Ihr Zuständigkeitsbereich bei Microsoft?

Danke, ich bin Produktmanager für Microsoft Dynamics und kümmere mich um die ERP-Schiene.

Was genau bedeutet eigentlich ERP?

ERP ist eine Abkürzung für \"Enterprise Resource Planning\" und gerne würde ich es erläutern. In einem Unternehmen haben Sie verschiedene Bereiche wie beispielsweise Einkauf, Verkauf, Lager, Produktion und ein ERPSystem ist nichts anderes, als eine Software, die diese ganzen Bereiche abdeckt, die die Prozesse unterstützt, die Performance steigert, und am Ende des Tages Informationen aus dem System bringt, welche einen Geschäftsführer zu einer Entscheidungsfindung führt.

Nächster Punkt ist die Einführung des Enterprise Portals - damit geben wir dem Benutzer die Möglichkeit, sowohl direkt die Applikation zu nutzen als auch unterwegs vom Portal aus zugreifen zu können. Das soll natürlich auf Basis der Sharepoint Portal Services geschehen. Auch das ist nun bei MS Dynamics 4.0 realisiert.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist mit dem Begriff Web Services Oriental Architecture verbunden. Stellen Sie sich vor, sie bilden ein mittelständisches Unternehmen, sie haben einen Lieferanten, der nur mit Ihnen reden möchte, wenn Sie sich mit Ihrem System an das anderes System heranhängen können und die Bestellung per Datei übermitteln, so kann man die Prozesse verkürzen und ich kann Dir bessere Angebote machen. Jetzt fangen wir mit Schnittstellen und Integrationen an, wie Sie es von anderen Systemen kennen. Aber nicht mit Dynamics AX, denn wir stellen alle Formulare Module, Objekte auf den Webserver zur Verfügung und das anderes System des Lieferanten kann diese komfortabel einlesen und verarbeiten - on time. Vorteil, sofortiger Überblick über Verfügbarkeit, Preise, Lieferzeiten und Lagerbestand etc. Wir wollen Welten miteinander verbinden, deshalb habe ich diese Keypunkte aus Sicht der neuen Technologie erwähnt. Es hat sich auch etwas an der Funktion getan: Wir haben ein neues Servicemodul, welches sich „Alerts“ nennt.

Damit erhält man wichtige Benachrichtigungen, wenn beispielsweise Ihr Kunde mit den offenen Posten über sein Kreditlimit gegangen ist. Ihr ERM-System, sprich Dynamics AX wird Sie benachrichtigen. Auf diese Benachrichtigung können Sie umgehend reagieren und mit dem Kunden kommunizieren, auch wenn Sie gerade mobil sind, da die Benachrichtigungen auch an Ihr PDA oder Mobilgerät geleitet werden können, nur um ein paar Highlight zu nennen.

Gerne möchten wir mit Ihnen in die Praxis einsteigen. Besteht auch die Möglichkeit, eine Datenbank mehrerer Autohäuser so abzugleichen, dass ein oder derselbe Kunde immer das gleich kalkulierte Preisangebot erhält – ganz gleich in welcher Filiale er anfragt?

Hier kommt eine besondere Stärke von Dynamics AX zu Tragen: Die Integration der Daten ist möglich Wenn die Distributoren in der Lage sind die Daten zu liefern, dann können wir diese in das offene System Dynamics AX einlesen – das geht über XML, Sie können dies mit Webservices realisieren oder über ältere Sachen wie OBCD – alles ist machbar. Das offene System mit notwenigen Schnittstellen ist vorhanden, so dass Sie schnell integrieren können.

Wichtig für Entscheidungen ist unter anderem auch der Begriff „BI“. Unter Business Intelligence verstehen die meisten die richtigen Informationen zur richtigen Zeit im richtigen Format. Wie ist BI hinsichtlich Dynamics eingeteilt?

BI ist diese Welt aus der Brille eines Mittelständlers. Sie möchten aus Ihrer Datenbank heraus eine Entscheidung treffen und dies ist nur möglich mit der richtigen Organisation der Daten innerhalb dieser Datenbank – vielleicht nicht alleine, aber zumindest haben Sie eine Basis. BI ist für mich, die Kundenkartei einsehen, Kunden selektieren mit bestimmten Umsatz, dann gehe ich in die Artikelkartei und schaue mir an, wie die Kunden zu dem Umsatz gekommen sind oder warum die gerade keinen Umsatz machen. An dieser Stelle interessiert mich, wer der zuständige Vertriebsmitarbeiter ist. Dann gehe ich noch weiter und erörtere in welchem Zeitraum ich welchen Artikel nicht gekauft habe. Eigentlich sind diese Prozesse die Vereinigung verschiedener Bereiche, aus denen Informationen gezogen werden, Schlüsse gezogen werden, damit der GF mit seinem Team kommunizieren kann und gleich Entscheidungen zu treffen. Das macht die Welt einfach einfacher. Kümmere dich weniger darum, wie Software lange implementiert wird, oder was muss wie programmiert werden, vergiss diese Welt, nimm den Mittelständler, führe die Software ein, bringe ihn in die Situtaion relativ schnell Entscheidungen zu treffen – so einfach wie möglich.

Ich sehe an Ihrer Aussage, dass Sie den kreativen Menschen und die starre ITWelt zusammenfügen. Wie würde eine solche Migration aussehen und gibt es Mitarbeiter, die diese Schulungen durchführen und den Migrationsprozess unterstützen?

Grundlegend haben wir einen Partnerkanal, welcher auf Implementierung, Schulung, Einführung und Beratung spezialisiert ist. Erstmal werden Ihre Bedürfnisse aufgenommen, sprich wie läuft Ihr Unternehmen, was ist Ihre Branche, was brauchen Sie etc. bringt aber Erfahrung aus anderen Kundensystemen mit. Im nächsten Schritt eine Keyuser-Schulung vorgenommen, die sich mit der Frage, „was braucht man eigentlich noch“ beschäftigt – schon ist man in der Analysephase. Die Wünsche werden parametrisiert. Die Teilnehmer werden geschult und dann werden die Daten migriert, meistens zum Jahresschluss, dann „Go live“, sie schmeißen eine Runde Sekt und wir sind glücklich. Dann wäre das Projekt fast zu Ende.

Einen besseren Zeitpunkt, wie jetzt gerade kann man sich natürlich nicht für die Migration vorstellen, denn das Jahr ist fast vorbei. Können Sie einen ungefähren Zeitkorridor nennen, in welchem durchschnittlich eine solche Migration verläuft?

Erfahrungswerte aus 6500 Installationen weltweit bei reinen 500 alleine in Deutschland zeigen, dass sich ein Implementierungsaufwand im Durchschnitt bei sechs Monaten beläuft – je nachdem welche Voraussetzungen der Anwender mit bringt und wirklich wissen, was Sie denn möchten. Viele Unternehmen nutzen gleichzeitig bei dieser Umstellung die Chance, um Ihr Unternehmen umzuorganisieren. Wenn dies dazu kommt, dann verzögert sich der Prozess natürlich. Insgesamt bleibt Dynamics AX 4.0 ein rundes Konzept. Willkommen in der großen Microsoft Dynamics-Welt.

Die „Extended Version“ des Interviews hören Sie in unserem Podcast.

Das Gespräch führte Rafael Schimanski






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